Heute ist der 22.04.2026 und in Berlin, genauer gesagt in Treptow-Köpenick, fand der Fachgipfel des Bundesverbands Neue Mobilität (BNM) statt. Unter dem Titel „ChargePoint Measurement Summit“ wurde intensiv über neue Konzepte für ein transparenteres und kostengünstigeres öffentliches Laden von Elektrofahrzeugen diskutiert. Die Teilnehmer, darunter Fachleute aus der Branche sowie Vertreter von Behörden und der Metrologie, hatten sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Tariftransparenz erhöhen und die Kosten für den Aufbau und Betrieb von Ladepunkten deutlich senken.

Ein zentraler Aspekt der Veranstaltung war die Berücksichtigung der europäischen AFIR-Anforderungen, die unter anderem eine separate Displayanzeige vorschreiben. Um die notwendigen Standards zu erreichen, wird der Einsatz des MID-011-Zählers als eichrechtskonforme Basis empfohlen. Experten schätzen, dass durch optimierte Systeme und standardisierte Komponenten erhebliche Einsparungen realisiert werden können – potenziell in Milliardenhöhe in Europa, wenn neue Technologien konsequent umgesetzt werden.

Regulatorische Vorgaben und technische Standards

Im Rahmen des Gipfels wurde auch die Notwendigkeit von Standardisierungsverfahren über SPECs der VDE-DKE diskutiert, um die Interoperabilität zu sichern und Markteintrittsbarrieren zu senken. Ein weiterer wichtiger Punkt war das Einsparpotenzial, das sich durch die Umsetzung der netzdienlichen Steuerbarkeit nach §14a EnWG ergibt. Hierbei könnten sicherere Kommunikationslösungen die Investitionskosten signifikant reduzieren und Reformansätze schaffen, die Anwendungen wie bidirektionales Laden und die Integration in Energiemanagementsysteme ermöglichen.

Einigkeit herrschte darüber, dass es an der Zeit sei, die intransparenten Marktstrukturen aufzubrechen und durch offene, interoperable Systeme zu ersetzen. Diese Diskussion wurde von Experten der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) begleitet, die wertvolle Einblicke in die metrologischen Herausforderungen gaben.

Neue Vorgaben für die Preisgestaltung

Die neuen Vorgaben zur Abrechnung und Preisgestaltung, die ab dem 13.04.2024 für öffentlich zugängliche Ladepunkte mit einer Ladeleistung ab 50 kW gelten, wurden ebenfalls thematisiert. Betreiber sind verpflichtet, die Abrechnung nach geladenen Kilowattstunden (kWh) durchzuführen. Eine zeitliche Preiskomponente kann hinzugefügt werden, um lange Belegungen zu vermeiden. Beide Preiskomponenten müssen vor dem Ladevorgang an den Ladestationen klar ausgewiesen werden, etwa auf einem Bildschirm oder in Form eines Aufklebers. Für Ladepunkte mit einer Ladeleistung unter 50 kW gibt es hingegen mehr Flexibilität in der Preisgestaltung.

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Diese Maßnahmen sollen nicht nur dazu beitragen, die Transparenz zu erhöhen, sondern auch sicherstellen, dass es keine Diskriminierung zwischen Endnutzern und Mobilitätsdienstleistern gibt, es sei denn, die Preisunterschiede sind „verhältnismäßig und objektiv gerechtfertigt“.

Der Fachgipfel des BNM zeigt eindrucksvoll, dass die Transformation der Lade-Infrastruktur in vollem Gange ist und die Branche auf einem vielversprechenden Weg in eine transparente und kosteneffiziente Zukunft der Elektromobilität ist. Der BNM plant zudem, die Fachgruppenarbeit auszubauen und externe Akteure einzubinden, um den Wandel weiter zu beschleunigen.