Die Nachricht hat viele Stammkunden der beliebten „Bekarei“ in der Dunckerstraße im Prenzlauer Berg getroffen wie ein Blitz aus heiterem Himmel: Nach knapp 20 Jahren wird die Bäckerei Ende April ihren Betrieb einstellen. Inhaberin Paula Gouveia hat die Schließung gegenüber t-online bestätigt, und die Abschiedsparty am 12. April war das letzte große Fest für die Fans der portugiesischen Spezialitäten und Brötchen. Traurige Gesichter und enttäuschte Stimmen waren an diesem Tag nicht zu überhören.
Die Gründe für die Schließung sind vielfältig und spiegeln die herausfordernde Situation wider, in der sich viele Gastronomiebetriebe befinden. Steigende Kosten, intensiver Wettbewerb und vor allem höhere Mieten setzen der „Bekarei“ zu. Der regulär auslaufende Mietvertrag trägt zusätzlich zur Entscheidung bei. Gouveia betont, dass der Betrieb eines Standorts immer aufwendiger wird und die wirtschaftlichen Spielräume zunehmend kleiner werden. Laut Branchenverbänden ist die Lage im Gastgewerbe insgesamt angespannt, mit sinkenden Umsätzen und steigenden Kosten. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) meldet einen Umsatzrückgang von 15,1 Prozent im ersten Halbjahr 2025 im Vergleich zu 2019.
Ein Ende mit Wehmut
Die Kunden der „Bekarei“ haben die Schließung mit Bedauern aufgenommen. Viele von ihnen schätzten die besondere Atmosphäre und die frischen Backwaren, die das Angebot der Bäckerei prägten. „Es ist einfach schade, dass so ein Stück Heimat verloren geht“, hörte man häufig unter den Gästen. Trotz der Schließung wird die Marke „Bekarei“ jedoch nicht verschwinden. Gouveia plant, sich künftig auf B2B-Partnerschaften und den Onlineshop zu konzentrieren. Die Produktionsstätte am Segelfliegerdamm in Treptow-Köpenick bleibt erhalten, sodass die beliebten Spezialitäten weiterhin erhältlich sein werden.
Die Schließung der „Bekarei“ ist Teil eines größeren Trends, der sich im Berliner Bäckereiwesen abzeichnet. Immer mehr Bäckereien geben auf, was nicht nur für die Inhaber, sondern auch für die Liebhaber frischer Backwaren eine herbe Enttäuschung ist. Der Alltag der Bäcker wird zunehmend durch die Herausforderungen der Branche geprägt, und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen lassen oft keinen Raum für kreative Entfaltung. Laut einer Studie haben viele Bäckereien Schwierigkeiten, sich gegen die großen Ketten durchzusetzen und die eigene Existenz zu sichern.
Ein Blick in die Zukunft
In einer Zeit, in der das Handwerk und traditionelles Backen auf dem Prüfstand stehen, bleibt zu hoffen, dass die „Bekarei“ ihren Platz im Berliner Kulinarik-Spektrum finden kann, auch wenn der Standort schließt. Die Fokussierung auf Onlineshops und Partnerschaften könnte der Schlüssel sein, um die Marke lebendig zu halten und den Kunden weiterhin die geliebten Backwaren anzubieten. Es bleibt zu beobachten, wie sich die Situation im Gastronomiemarkt entwickeln wird und ob andere Betriebe ähnliche Wege einschlagen werden, um den Herausforderungen zu begegnen.
Die „Bekarei“ hat mit ihrer Schließung ein Zeichen gesetzt, das auch andere Gastronomiebetriebe betrifft. Ein Umdenken ist gefordert, um die Tradition des Backhandwerks auch in Krisenzeiten aufrechtzuerhalten und den Genuss von hochwertigen Backwaren für die Zukunft zu sichern.