Die Sorgen um das Berliner Gesundheitswesen nehmen zu. Es ist wie eine dunkle Wolke, die sich über der Stadt zusammenbraut. Der Grund? Ein neues Spargesetz von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU), das darauf abzielt, die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung zu stabilisieren. Während das auf dem Papier gut klingt, warnen viele Stimmen vor den drastischen Folgen. Kritiker befürchten, dass wir bald in einer Welt leben, in der Personalabbau und eingeschränkte Leistungen in der medizinischen Versorgung zum Alltag gehören.

Brit Ismer, die Chefin der Berliner Krankenhausgesellschaft, macht deutlich: „Die Berliner Bürger werden die Auswirkungen spüren.“ Und sie hat recht. Burkhard Ruppert von der Kassenärztlichen Vereinigung Berlin befürchtet große Einschnitte in den Arztpraxen. Was bedeutet das für die Patienten? Länger warten auf einen Termin, weniger Zeit beim Arzt und möglicherweise schlechtere Behandlungsergebnisse. Das klingt nicht nach einer rosigen Zukunft für die Berliner Gesundheit.

Die düstere Prognose

Die Zahlen sind alarmierend. Kliniken in Berlin erwarten bis 2027 ein Defizit von fast 500 Millionen Euro. Das entspricht etwa 6500 Vollzeitstellen im Kliniksektor. Und als ob das nicht genug wäre, zeigt eine Umfrage unter den Mitgliedern der Kassenärztlichen Vereinigung, dass 10% der Ärzte und Psychotherapeuten ernsthaft über die Schließung ihrer Praxen nachdenken. 80% der Ärzte rechnen mit weniger Leistungen und 75% mit längeren Wartezeiten. Ein Teufelskreis, der sich schwer durchbrechen lässt.

Eva Schweitzer-Köhn von der Psychotherapeutenkammer warnt, dass Einsparungen an anderer Stelle zu höheren Kosten führen könnten. In Ostberlin fehlen ohnehin schon rund 130 Arztstellen. Und die Wartezeiten für psychische Behandlungen sind ein weiteres Beispiel für die angespannte Lage: Bis zu vier Wochen bis zum Erstgespräch und bis zu acht Wochen bis zum Therapiebeginn. Bei 27% der Erwachsenen in Deutschland, die jährlich psychisch erkranken, ist das ein unhaltbarer Zustand.

Reformpläne und ihre Tücken

Zurück zu den Reformplänen. Gesundheitsministerin Warken hat Sparmaßnahmen zur Schließung einer erwarteten Finanzlücke von 15 Milliarden Euro im Gesundheitswesen bis 2027 vorgestellt. Das Ziel? Ein stabiler Beitragssatz. Doch was bedeutet das konkret? Ehepartner sollen ab 2028 in der Regel 3,5 Prozent des beitragspflichtigen Einkommens des Hauptversicherten zahlen. Ausnahmen gibt es nur für einige Gruppen – wie Eltern von Kleinkindern oder pflegenden Angehörigen. Und die Zuzahlungen für Medikamente sollen steigen, was für viele eine zusätzliche finanzielle Belastung darstellt.

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Die Diskussion um die Mitversicherung von Ehepartnern und die steigenden Zuzahlungen für Medikamente wirft Fragen auf. Werden bestimmte Behandlungen bald nicht mehr von der Kasse übernommen? Homöopathie und Hautkrebs-Screening stehen auf der Kippe. Es wird also spannend, zu sehen, was aus den geplanten Maßnahmen wird. Die Koalition strebt Einsparungen von rund 20 Milliarden Euro bis 2027 an, aber auf wessen Kosten?

BKG-Chefin Ismer hat angekündigt, dass sie und ihre Kolleginnen und Kollegen mobil machen werden, um die Bevölkerung hinter sich zu bringen. Ein Aufruf zur Solidarität, denn schließlich könnte es jeden von uns treffen. Gesundheitssenatorin Ina Czyborra (SPD) bezeichnet das GKV-Spargesetz als „Abrissbirne“. Und das ist nicht ohne Grund. Die Menschen in Berlin müssen aufpassen, dass ihre Stimme gehört wird. Denn es geht um viel mehr als nur um Zahlen und Statistiken. Es geht um das Wohl der Bevölkerung und die Zukunft des Gesundheitswesens in unserer Stadt.