Heute ist der 23.05.2026, und während sich die Sonne über Tempelhof-Schöneberg zeigt, gibt es Menschen in Berlin, die sich mit einem ganz besonderen Anliegen beschäftigen: der Bekämpfung von Einsamkeit im Alter. Der Verein „Freunde alter Menschen“ ist seit 1946 aktiv – gegründet in Frankreich, hat er sich mittlerweile auch in der deutschen Hauptstadt einen Namen gemacht. Die Idee? Jung und Alt zusammenzubringen, ganz einfach durch Begegnungen. Es klingt so simpel und doch so wichtig.
In Berlin engagieren sich rund 300 Freiwillige. Diese helfenden Hände sind in den Bezirken Reinickendorf, Pankow, Mitte, Charlottenburg-Wilmersdorf, Friedrichshain-Kreuzberg, Lichtenberg, Tempelhof-Schöneberg und Neukölln unterwegs, um ältere Menschen zu besuchen, die allein leben und den Kontakt zur Außenwelt suchen. Ein berührendes Beispiel ist die 72-jährige Angelika. Sie zog vor sechs Jahren wegen gesundheitlicher Probleme in eine seniorengerechte Wohnanlage und kämpfte fortan mit der Einsamkeit. Über die Telefonseelsorge erhielt sie den wertvollen Hinweis, sich an die Caritas zu wenden, die den Verein empfahl.
Von Freundschaft und Humor
Nach einem ersten Kennenlerntreffen wurde die 42-jährige Ulrike als Besuchspartnerin an Angelika vermittelt. Es ist mittlerweile eine enge Freundschaft entstanden: Die beiden telefonieren wöchentlich mindestens eine Stunde. Ulrike schätzt Angelikas Humor und ihr aufrichtiges Interesse an ihrem Leben. Für Angelika, die auf einen Rollator angewiesen ist, ist diese Verbindung mehr als nur eine Bekanntschaft – sie beschreibt die Freundschaft als Halt und Antrieb in ihrem Alltag.
Ein Blick in Angelikas Vergangenheit zeigt, dass sie ein buntes Leben geführt hat. Sie war Steno-Kontoristin, Friseurin und Maskenbildnerin. Einmal arbeitete sie sogar bei den Winnetou-Filmen und hatte Begegnungen mit Prominenten wie Lex Barker und Karel Gott. Selbst in einem RTL-Kurzfilm und in der Reality-Serie „Berlin – Tag & Nacht“ trat sie auf. Diese Erinnerungen scheinen ihr immer noch ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern.
Engagement für die Gemeinschaft
Am 23. Mai 2023 wurde der erste bundesweite Ehrentag für freiwilliges Engagement ins Leben gerufen, initiiert von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Es ist ein Zeichen, das zeigt, wie wichtig solche Initiativen sind. Der Verein „Freunde alter Menschen“ bietet nicht nur kostenlose Vermittlungen, sondern auch eine Begleitung von Besuchspartnern für ältere Menschen an. Wer Interesse hat, ob als Ehrenamtlicher oder als älterer Mensch, der eine Besuchspartnerschaft wünscht, kann den Verein kontaktieren. Die Telefonnummer ist 030 / 691 18 83 und die E-Mail-Adresse lautet berlin@famev.de.
Das Engagement in Berlin zeigt, wie wertvoll es ist, die Generationen miteinander zu verbinden. Es braucht oft nur einen kleinen Anstoß, wie den von Angelika, um zu erkennen, dass Freundschaft keine Altersgrenze kennt. Und so bleibt die Frage: Wer könnte der nächste Freund oder die nächste Freundin werden? In einer Stadt wie Berlin gibt es sicher viele, die auf diese Begegnungen hoffen.
