Sucht oder Spaß? Die besorgniserregende Mediennutzung von Berlins Jugendlichen im Fokus
Heute ist der 21.10.2026 und wir blicken auf ein Thema, das alle betrifft: die Nutzung sozialer Medien unter Jugendlichen in Berlin. Eine aktuelle Umfrage, die von der Postbank in Auftrag gegeben wurde, hat interessante, wenn auch besorgniserregende Ergebnisse ans Licht gebracht. Acht von zehn Jugendlichen im Alter von 16 bis 18 Jahren empfinden ihre Altersgenossen als süchtig nach sozialen Medien. Vor allem Mädchen und Frauen scheinen hier besonders besorgt zu sein, denn 82 Prozent von ihnen stimmen dieser Einschätzung zu, während es bei Jungen und Männern nur 78 Prozent sind. Das lässt einen schon ein bisschen nachdenklich werden.
Was genau bedeutet es jedoch, süchtig nach sozialen Medien zu sein? Laut Definition gilt eine Nutzung als süchtig, wenn sie länger dauert als geplant und negative Auswirkungen auf andere Lebensbereiche hat. Wenn wir einen Blick auf die Zahlen werfen, wird das Bild klarer: Mehr als ein Viertel der Kinder und Jugendlichen nutzt soziale Medien in einem riskanten oder sogar krankhaften Ausmaß. Das sind über 350.000 Betroffene in Deutschland. Und das ist noch nicht alles! Auch bei den Erwachsenen zeigen Studien, dass über ein Viertel eine „suchtartige Nutzung“ aufweist. Es ist also ein weit verbreitetes Phänomen.
Die Nutzung im Detail
Eine umfassende Studie der DAK-Gesundheit, die seit 2019 läuft, gibt uns zudem Einblicke in die Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen. Hierbei werden nicht nur die Nutzungszeiten erfasst, sondern auch problematische Nutzungsmuster untersucht. Die Studie umfasst mehrere Erhebungswellen und die achte fand gerade erst im Oktober 2025 statt, an der 1.005 Familien mit Kindern zwischen 10 und 17 Jahren teilnahmen.
Wenn wir uns die Nutzungszeiten anschauen, wird schnell klar, dass die Zeit, die in digitale Medien investiert wird, enorm ist. Soziale Medien werden von 69,8 Prozent der Mädchen und 66,8 Prozent der Jungen täglich genutzt. Die durchschnittliche Nutzungsdauer liegt werktags bei 146 Minuten – das ist mehr als zwei Stunden! Am Wochenende sind es sogar 201 Minuten, also fast dreieinhalb Stunden. Das sind ganz schön viele Stunden, die da in die digitale Welt fließen.
Problematische Nutzung und elterliche Schutzmaßnahmen
Besonders alarmierend sind die Zahlen zur problematischen Nutzung: 6,6 Prozent der Jugendlichen zeigen pathologische Nutzungsmuster – das sind über 1,4 Millionen Betroffene in Deutschland. Bei den Jüngeren zwischen 10 und 13 Jahren ist diese Zahl vielleicht noch niedriger, aber der Trend zeigt, dass die älteren Jugendlichen signifikant häufiger betroffen sind. Und während die Jugendlichen selbst bereits einen Kanal verlassen haben, weil ihnen dort zu viel Aggression oder Unwahrheiten begegnet sind, gaben mehr als ein Drittel an, ihr eigenes Profil schon einmal deaktiviert zu haben. Das zeigt, dass viele sich der negativen Seiten durchaus bewusst sind.
Doch wie sieht es mit dem Schutz durch die Eltern aus? Bei den jüngeren Kindern, im Alter von 10 bis 13 Jahren, wenden viele Eltern nur manchmal oder gar nicht die nötigen Schutzmaßnahmen an. Bei den älteren, 14- bis 17-Jährigen, liegt dieser Anteil sogar bei 40 bis 60 Prozent. Das weckt Fragen – wie gut sind unsere Kids tatsächlich geschützt, wenn es um ihre Mediennutzung geht?
Die Rolle von KI-Chatbots
Ein weiterer interessanter Aspekt ist die Nutzung von generativen KI-Chatbots. Rund 27,2 Prozent der Jugendlichen nutzen diese mehrmals pro Woche oder sogar täglich – und das hat seine Gründe. Oftmals helfen diese Chatbots bei Hausaufgaben oder der Informationssuche, aber auch aus Neugier oder einfach zum Spaß. Besonders bei Jugendlichen mit stärkeren Symptomen von Stress, Angst und Depressionen scheinen diese digitalen Begleiter eine Art Rückzugsort zu bieten. Wenn das nicht zum Nachdenken anregt!
Das alles lässt uns in Berlin mit einem mulmigen Gefühl zurück. Die digitale Welt ist faszinierend, aber sie birgt auch viele Gefahren. Wie gehen wir als Gesellschaft mit diesen Herausforderungen um? Es bleibt spannend, wie sich die Situation entwickeln wird. Aber eines ist klar: Wir müssen aufmerksam bleiben und vor allem die Jugendlichen unterstützen, einen gesunden Umgang mit den sozialen Medien zu finden.
