Wenn man an Berlin denkt, fällt einem sofort die unverkennbare Mischung aus Kultur, Geschichte und einem Hauch von Chaotischem ein. Ein perfektes Beispiel dafür ist die Filmreihe „Hauptrolle Berlin“, die von der Berliner Morgenpost und dem Zoo Palast ins Leben gerufen wurde. Seit elf Jahren zeigt diese Reihe Filme, die die Stadt in den Mittelpunkt stellen. Auffällig ist, dass nur einmal der große Saal aus allen Nähten platzte – das war bei der Premiere von Wim Wenders‘ „Himmel über Berlin“. So gesehen ist der letzte Dienstag ein echter Lichtblick gewesen, denn der Film „Sonne und Berlin“ wurde präsentiert von Regisseur David Wnendt und Drehbuchautor Felix Lobrecht. Die beiden hatten das gesamte Filmteam und die jugendlichen Hauptdarsteller mitgebracht, was der Veranstaltung eine ganz besondere Note gab.

„Sonne und Berlin“, ein Film, der in Gropiusstadt gedreht wurde, hat nicht nur das Herz von Lobrecht erobert, sondern auch die Herzen vieler Zuschauer. Lobrecht, der seine Jugend in diesem Kiez verbrachte, sorgte dafür, dass die Authentizität der Straßensprache im Drehbuch gewahrt blieb – trotz fehlender Drehbucherfahrung. Interessant ist auch, dass Laien mit „Street Credibility“ gecastet wurden, die vor der Kamera keine Ahnung hatten, aber genau das machte den Film so lebendig und nahbar. So kam es, dass der Kiez freundlich und neugierig auf die Dreharbeiten reagierte. Allerdings gab es auch einige Aufregungen, wie den Vorfall mit der Kameradrohne, die von Anwohnern mit Kleinmöbeln beworfen wurde – ein Moment, der zeigt, wie lebendig die Nachbarschaft ist.

Ein Blick hinter die Kulissen

Wnendt und Lobrecht haben sich bei den Dreharbeiten wirklich ins Zeug gelegt. Bei einer Prügelszene musste sogar die Polizei gerufen werden, weil man dachte, es handele sich um eine echte Schlägerei. Mit einem Augenzwinkern erwähnte Lobrecht, dass er eigentlich gerne die Rolle des älteren Bruders übernommen hätte – diese wurde jedoch von Rapper Luvre 47 gespielt. Nichtsdestotrotz planen die beiden bereits ein neues Filmprojekt mit ihm. „Sonne und Berlin“ hatte seine Uraufführung auf der Berlinale und anschließend eine Premiere im Kiez, gefolgt von einer langen Kinotour. Das Ergebnis? Über eine Million Zuschauer! Viele von ihnen haben den Film sogar mehrmals gesehen.

Wnendt ist kein Unbekannter im Filmbusiness. Geboren 1977 in Gelsenkirchen, wuchs er in unterschiedlichen Städten wie Islamabad, Miami, Brüssel und Prag auf, bevor er sein Studium an der FAMU in Prag und der HFF Konrad Wolf in Potsdam-Babelsberg abschloss. Sein erster Kinofilm, „Kriegerin“, war bereits ein großer Erfolg und wurde mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnet. Auch seine Bestsellerverfilmungen wie „Feuchtgebiete“ und „Er ist wieder da“ sprechen für sich. „Sonne und Beton“ ist bereits der zweite Spielfilm seiner Produktionsfirma Seven Elephants und folgt auf „Und morgen die ganze Welt“. Die Filmografie von Wnendt ist beeindruckend und zeigt sein Talent, Geschichten zu erzählen, die berühren und zum Nachdenken anregen.

Ein Festival voller Möglichkeiten

Ein weiteres Highlight in der deutschen Filmszene ist das FILMFEST MÜNCHEN, das 1983 gegründet wurde und sich seitdem als eines der bedeutendsten Filmfestivals in Deutschland etabliert hat. Hier kommen internationale Entdeckungen, deutsche Premieren und eine Vielzahl von Dokumentarfilmen zusammen. Es ist ein Schmelztiegel für Stars, Regisseure und Filmfans, ganz nach dem Motto: Kunst trifft auf Publikum. Die 43. Ausgabe des Festivals findet vom 26. Juni bis 5. Juli 2026 statt und wird sicherlich wieder viele cineastische Schätze nach München bringen.

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