Berlin ist eine Stadt voller Farben und Lebensfreude, aber auch ein Ort, an dem viele queere Menschen sich unsicher fühlen. Bei der „queeren Wahlarena“ in der Heilig-Kreuz-Kirche in Kreuzberg, organisiert vom Verein Berliner CSD e. V., dem Verband Queere Vielfalt Berlin-Brandenburg (LSVD) und dem „Tagesspiegel“, wurde das Problem offen angesprochen. Vertreter der Landespolitik, darunter der SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach, sprachen sich für eine Wertevermittlung in Schulen aus. „Queerfeindlichkeit hat in einer offenen Gesellschaft keinen Platz“, war Krachs klare Botschaft. Und das schon ab Klasse 1! Es ist höchste Zeit, dass wir den Sprösslingen von Anfang an beibringen, dass jeder Mensch Respekt verdient.

Doch es ist nicht nur eine Frage des Unterrichts. CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers berichtete von besorgniserregenden Entwicklungen im Nollendorfkiez, wo die Sicherheit queerer Menschen ernsthaft bedroht ist. Auch Max Schirmer von der Linken warnte vor einer verrohenden Stimmung in der Stadt und forderte ein umfassendes Konzept, um dem entgegenzuwirken. Bettina Jarasch von den Grünen betonte zudem, dass nicht nur Schulen, sondern auch Polizei und Justiz gefordert sind, um gegen Queerfeindlichkeit vorzugehen. Und all das, während der schwarz-rote Senat Kürzungen im Bereich der Projekte gegen homophobe Gewalt vornimmt.

Konkrete Schritte für mehr Sicherheit

Am 24. März 2026 wurde im Senat eine bedeutende Entscheidung getroffen: die „Berliner Landesstrategie für queere Sicherheit und gegen Queerfeindlichkeit“. Senatorin Cansel Kızıltepe stellte diese wegweisende Strategie vor, die auf den Empfehlungen eines Runden Tisches basiert, der 2024 ins Leben gerufen wurde. Über 400 Menschen haben an Beteiligungswerkstätten teilgenommen, um ihre Ideen und Vorschläge einzubringen – das zeigt, wie wichtig diese Themen für die Gesellschaft sind.

Die Strategie hat das Ziel, den Schutz und die Sicherheit queerer Menschen in Berlin dauerhaft zu verankern. Dies umfasst nicht nur Schulen, sondern auch den öffentlichen Nahverkehr, Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen sowie queere Communitys. Berlin wird damit zum ersten Bundesland, das die Sicherheit queeren Lebens zur politischen Priorität macht. Ein echter Meilenstein, der hoffentlich auch andere Bundesländer inspirieren wird!

Die Realität der Queerfeindlichkeit

Doch trotz dieser positiven Entwicklungen bleibt Queerfeindlichkeit ein weit verbreitetes Problem. Laut aktuellen Zahlen haben 36 % der LGBTQ+ Personen in Deutschland in den letzten fünf Jahren Diskriminierung oder Belästigung erlebt. Vor allem junge Menschen sind betroffen: 40 % haben sogar Suizidgedanken. Das sind Zahlen, die erschrecken und zum Nachdenken anregen. Queerfeindlichkeit zeigt sich nicht nur in Formen von physischer Gewalt, sondern auch in psychischer Gewalt und strukturellen Benachteiligungen.

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  • 55 % der queeren Jugendlichen berichten von Mobbing in der Schule.
  • Diskriminierung bei der Wohnungssuche ist weit verbreitet.
  • Negative Erfahrungen im Gesundheitssystem, insbesondere für Transpersonen, sind leider keine Seltenheit.

Es gibt Unterstützung für Betroffene – Selbsthilfegruppen, Beratungsstellen und Notfallhotlines bieten Hilfe. Aber es ist auch wichtig, dass wir als Gesellschaft aktiv werden: Bildung fördern, Vorurteile hinterfragen und solidarisch sein. Das ist der Weg, um eine respektvolle und gleichbehandelte Gesellschaft zu schaffen. Die Entwicklungen in Berlin zeigen, dass es einen Wandel geben kann, wenn die Politik und die Zivilgesellschaft gemeinsam an einem Strang ziehen.

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