Am Freitagnachmittag öffnet der Kiosk am Dorfanger in Zehlendorf seine Pforten, und damit beginnt ein neues Kapitel für die Nachbarschaft. Manfred Sander, Sven Weißhaar und Birgit Borngässer arbeiten Hand in Hand am Aufbau eines Nachbarschaftszentrums, das nicht nur einen Raum zum Plaudern bietet, sondern auch Einsamkeit bekämpfen möchte. Der Kiosk, der zuvor als Kulturkiosk und Eisdiele diente, steht nun leer und wartet auf seinen Neustart.

Der Plaudertresen, bereits mit einem Hocker und einem bunten Segel ausgestattet, wird jeden Freitag von 16 bis 20 Uhr geöffnet sein. Ziel des Projekts ist es, Menschen zusammenzubringen und ein Gefühl der Gemeinschaft zu fördern. Manfred Sander, der das Projekt 2025 in Kleinmachnow ins Leben rief, bringt nicht nur Erfahrung aus seinem Studium der Wirtschaftskommunikation mit, sondern auch seine Tätigkeit als Telefonseelsorger, die ihn für die Herausforderungen im sozialen Bereich sensibilisiert hat.

Ein Ort der Begegnung

Der Kiosk wird bis zum Sommer gemütlich eingerichtet, sodass Besucher sich wohlfühlen können. Geplant sind themenbezogene Plaudereien und weitere Plauderorte, die den Austausch der Menschen anregen sollen. Sven Weißhaar, Co-Projektleiter, hat persönlich erfahren, wie hilfreich solche Begegnungen sein können, besonders nach einer Krise. Birgit Borngässer, eine engagierte Apothekerin, sieht in diesem Projekt eine großartige Möglichkeit, das Wir-Gefühl in der Gemeinschaft zu stärken.

Die Wiederbelebung des Kiosks wird von weiteren Ehrenamtlichen unterstützt, die sich für Respekt und Menschlichkeit stark machen. Beatrix Berger, eine 84-jährige Anwohnerin, begrüßt die Initiative und freut sich über die Möglichkeit, neue Bekanntschaften zu schließen. Die ersten Besucher haben bereits schnell Gesprächspartner gefunden und genießen die freundliche Atmosphäre.

Ein Stück Geschichte

Der Kiosk an der Kreuzung Teltower Damm/Potsdamer Straße, der nun nach fast zwei Jahren Leerstand wiederbelebt wird, hat eine lange Geschichte. Er wurde 1955 von dem Architekten Kurt Kurfiss erbaut und steht seit den 1970er-Jahren unter Denkmalschutz. Ursprünglich diente der Kiosk als Zeitungsstand, Kulturkiosk und zuletzt als Eisdiele, bis der vorherige Betreiber aufgrund von Personalmangel den Betrieb einstellen musste.

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Der Mittelhof e. V., der den Betrieb des historischen Gebäudes übernehmen wird, plant ein breites Angebot, das über den Plaudertresen hinausgeht. Dazu gehören unter anderem ein Repair-Café, eine Fahrrad-Selbsthilfewerkstatt, regelmäßige Sprechstunden, Informationsveranstaltungen und Präsentationen des Heimatvereins zur Ortsgeschichte. Zudem soll der Kiosk als Ort für Bürgerdiskussionen zur Umgestaltung des Zehlendorfer Zentrums dienen. Der reguläre Betrieb unter neuer Leitung wird voraussichtlich im Februar 2026 beginnen.

Die Neubelebung des Kiosks ist Teil des Förderprogramms „Lebendige Zentren und Quartiere“ und zeigt, wie wichtig es ist, historische Orte revitalisieren und mit neuem Leben füllen zu können. Der Kiosk wird somit zu einem pulsierenden Treffpunkt für die Anwohner, wo Gespräche nicht nur das Miteinander fördern, sondern auch ein Stück Lebensqualität zurückbringen können.