In der Hauptstadt Berlin ist es wieder einmal ungemütlich geworden. Ein Hackerangriff auf die Berliner Verwaltung, der Mitte August stattfand, hat hochsensible Daten ins Darknet gespült. Die Auswirkungen sind nicht nur für die Politik, sondern auch für die Bürgerinnen und Bürger besorgniserregend. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik hat bereits vor den Angriffsmethoden gewarnt, die von der Hackergruppe Rhysida genutzt wurden. Ganze 1,2 Millionen Datensätze wurden veröffentlicht – eine erschreckende Zahl!

Besonders betroffen ist unter anderem die Ausweiskopie und die digitale Unterschrift von Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU). Auch der Mailverkehr ihrer Vorgängerinnen Manja Schreiner (CDU) und Bettina Jarasch (Grüne) ist in die Hände der Cyberkriminellen gefallen. Und das ist nur die Spitze des Eisbergs, denn zahlreiche weitere Ausweiskopien und personenbezogene Unterlagen von Beschäftigten der betroffenen Verwaltungen sind ebenfalls aufgetaucht. Klar, dass Schreiner und Jarasch sich nun als Opfer einer Straftat sehen – und was noch schlimmer ist: Jarasch wurde nur informell über ihre mögliche Betroffenheit informiert. Eine offizielle Anfrage an die Datenschutzbeauftragte der Senatsverwaltung bleibt aufgrund der Vielzahl an Anfragen unbeantwortet.

Die finanziellen Engpässe und IT-Sicherheitsprobleme

Vor dem Angriff war die Lage in den Senatsverwaltungen für Stadtentwicklung sowie Mobilität und Verkehr bereits angespannt. Engpässe bei Personal und Finanzierung der IT-Sicherheit sind schon lange bekannt. Für das Jahr 2024 bestätigten die beiden Verwaltungen, dass die erforderlichen Mittel für IT-Sicherheit nur „teilweise im erforderlichen Maße“ zur Verfügung standen. Und auch für 2026 sah es düster aus: Ein neues System zur Erkennung von Cyberangriffen konnte aufgrund begrenzter Lizenzen nur auf fünf Prozent der Verwaltungsgeräte eingesetzt werden. Die vom Angriff betroffenen Systeme gehörten nicht zu diesen geschützten fünf Prozent. Eine fatale Fehleinschätzung, die nun bitteren Nachgeschmack hat.

Die Gruppe Rhysida ließ es sich nicht nehmen, nach einem Ultimatum von 30 Bitcoins im Wert von rund zwei Millionen Euro zu verlangen. Der Senat zeigte sich jedoch unbeeindruckt und weigerte sich zu zahlen. In der Folge wurden die Daten auf einer Darknet-Webseite veröffentlicht – und zwar in mehreren Paketen, insgesamt rund 1,4 Millionen Datensätze. Anscheinend könnten darunter nicht nur Personalakten, sondern auch geheime Informationen zu Bauprojekten, möglicherweise sogar am Bundeskanzleramt, zu finden sein. Ein wahrer Datenraub, der die Sicherheitsbehörden in Alarmbereitschaft versetzt hat.

Die Reaktionen und die Gefahren

Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner hat die Erpressung des Landes bestätigt. IT-Forensiker untersuchen nun die veröffentlichten Dateien und versuchen, die sicherheitsrelevanten Daten zu identifizieren. Bürgerinnen und Bürger, die Hinweise auf die Verwendung ihrer Daten haben, sind aufgerufen, Strafanzeige zu erstatten. IT-Experten warnen eindringlich vor möglichem Identitätsdiebstahl. Die Gefahr, dass persönliche Informationen wie Bankverbindungen oder eingesannte Unterschriften für kriminelle Zwecke verwendet werden, ist real.

Im Kontext dieser Cyberangriffe ist es interessant zu beobachten, dass das BSI im September 2026 von einer „durchschnittlich bedrohlichen“ DDoS-Bedrohungslage in Deutschland spricht. Die Bandbreite der bekannt gewordenen Angriffe ist im Vergleich zum Vormonat gestiegen. Und auch im Zusammenhang mit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine sind Cyberangriffe ein großes Thema. Die prorussische Gruppe NoName057(16) setzt dabei auf DDoS-Angriffe, um Aufmerksamkeit zu erzeugen und Verunsicherung zu schüren.

Die Situation ist alles andere als beruhigend. Die Hackerangriffe, die immer professioneller werden, zeigen uns, wie verletzlich selbst große Städte wie Berlin sind. Die Behörden sind gefordert, schnell zu handeln und die Sicherheitsmaßnahmen zu verstärken, um weiteren Schaden abzuwenden. Die Frage bleibt: Wie gut sind wir wirklich geschützt in dieser digitalen Welt? Die Zeit wird es zeigen.