Sanierung der Dreifaltigkeitskirche in Lankwitz: Ein Aufruf zur Rettung eines kulturellen Erbes
Die Dreifaltigkeitskirche in Lankwitz, ein wahres Juwel der märkischen Backsteingotik, ist mehr als nur ein Gotteshaus. Mit ihrem hohen Turm prägt sie das Bild des Stadtteils und gilt als wahres Wahrzeichen. Doch trotz ihrer majestätischen Erscheinung steht die Kirche nun vor einer großen Herausforderung. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz hat sich bereit erklärt, die Sanierung mit einem Zuschuss von 50.000 Euro zu unterstützen. Ein Tropfen auf den heißen Stein, wenn man bedenkt, dass die gesamten Sanierungskosten auf etwa zwei Millionen Euro geschätzt werden. Die Gemeinde muss selbst 150.000 Euro aufbringen und ist dringend auf Spenden angewiesen.
Die Notwendigkeit der Sanierung ist alarmierend. Stürme haben die Dachkonstruktion schwer beschädigt, Dachziegel fielen nicht nur auf den Kirchhof, sondern auch auf die Paul-Schneider-Straße und die Gallwitzallee. Das ist nicht nur ein ästhetisches Problem – die Kupferbekrönungen sind korrodiert, die darunterliegende Schalung durchfeuchtet und an der Dachkonstruktion fehlen Ziegel. Zudem ist die Dämmung teilweise durchfeuchtet und enthält sogar krebserregende Baustoffe. Ein Zustand, der dringend behoben werden muss!
Der Bau und die Geschichte
Die Dreifaltigkeitskirche wurde ab 1903 nach den Plänen des Architekten Ludwig von Thiedemann erbaut und 1906 geweiht. Die Gemeinde benötigte mehr Platz, da die vorherige Dorfkirche dem rasanten Wachstum nicht mehr standhalten konnte. Die imposante Kirche, die an der Kreuzung Paul-Schneider-Straße und Kaiser-Wilhelm-Straße steht, bildet zusammen mit dem südwestlich gelegenen Gemeindehaus ein denkmalgeschütztes Ensemble. Besonders auffällig sind die roten Ziegel und die architektonischen Zierelemente, die den Detailreichtum dieses Bauwerks unterstreichen.
Die Dachlandschaft ist ein wahres Meisterwerk – mit zahlreichen unterschiedlichen Dach- und Turmformen, Materialien und Verzierungen. Der markante Vierungsturm ist der Mittelpunkt der Kirche. Leider hat der Zweite Weltkrieg auch hier seine Spuren hinterlassen, und die Instandsetzung in der Nachkriegszeit brachte zeittypisch vereinfachte Formen mit sich. Dennoch, die Kirche strahlt heute noch eine besondere Anziehungskraft aus.
Engagement der Gemeinde
Doch die Dreifaltigkeitskirche ist nicht nur ein Ort des Glaubens, sie ist auch ein sozialer Anlaufpunkt. In den Gebäuden der Gemeinde befindet sich eine Pflegestation, die „Haltestelle Diakonie“ für Menschen mit psychischen Erkrankungen oder Demenz sowie ein Sozialcafé. Auch eine wöchentliche Lebensmittelausgabe für 140 Haushalte in Zusammenarbeit mit der „Berliner Tafel“ zeigt, dass hier Gemeinschaft großgeschrieben wird. Ein weiteres Highlight ist die interreligiöse Gedenkfeier zum Totensonntag im November, die für einsam verstorbene und behördlich bestattete Menschen abgehalten wird.
Die Sanierung der Kirche ist nicht nur eine bauliche Maßnahme, sondern auch ein Zeichen des Zusammenhalts in der Gemeinde. Jeder, der helfen möchte, kann seine Spende mit dem Verwendungszweck „Kirchendach“ auf folgendes Konto überweisen: IBAN: DE03 5206 0410 6803 9663 99, BIC: GENODEF1EK1. Der Zuschuss der Deutschen Stiftung Denkmalschutz stammt aus Stiftungsspenden und Lottomitteln. Es ist Zeit, dass die Dreifaltigkeitskirche, dieses historische und kulturelle Erbe, wieder in neuem Glanz erstrahlt und weiterhin als Zentrum von Lankwitz fungiert.
