Im Herzen von Lichterfelde, in der Goerzallee 299, liegt das Goerzwerk, ein ganz besonderer Ort, der den Lärm des Verkehrs hinter sich lässt und stattdessen ein inspirierendes Ambiente für Kreativität und Gemeinschaft bietet. Als historisches und denkmalgeschütztes Industrieareal aus dem Jahr 1915, das ursprünglich für die Produktion optischer Geräte und Kameras errichtet wurde, hat das Goerzwerk heute seine Pforten für Start-ups, Handwerksbetriebe und das produzierende Gewerbe geöffnet. Mit einer großzügigen Fläche von ca. 30.000 Quadratmetern verbindet es modernen Arbeitsstil mit dem industriellen Charme vergangener Zeiten.
Am 30. April und 1. Mai wird das Goerzwerk wieder zu einem Festplatz für Groß und Klein, um den Frühling zu feiern. Das Familienfest beginnt am 30. April um 15 Uhr mit einer Vielzahl an regionalen und internationalen Spezialitäten, die den Gaumen verwöhnen. Frisch gebackenes Brot und handwerklich gebrautes Bier dürfen dabei nicht fehlen. Um 17 Uhr wird der Maibaum aufgestellt, und Mutige können sich beim Maibaum-Kraxeln versuchen. Anschließend wird mit Musik und Tanz in den Mai gefeiert – eine Tradition, die das Gemeinschaftsgefühl im Goerzwerk stärkt.
Ein Fest für die ganze Familie
Am 1. Mai geht das Frühlingsfest um 12 Uhr weiter, und ein Flohmarkt lockt mit Kleidung und gut erhaltenem Kinderspielzeug. Besonders die kleinen Besucher kommen im Birkenwäldchen auf ihre Kosten, wo Ponys vom Reitbetrieb Teltow bereitstehen, um die Kinder zu erfreuen. Hier wird deutlich, dass das Goerzwerk nicht nur ein Ort der Arbeit, sondern auch ein Raum für Familien und Gemeinschaft ist.
Das Goerzwerk ist nicht nur ein Rückzugsort für kreative Köpfe, sondern auch ein Ort mit einer bewegten Geschichte. Ehemals Teil der Zeiss-Ikon AG, hat sich das Areal seit 2015 zu einem kreativen Gewerbezentrum entwickelt. Hier wird das Erbe des Unternehmens, das im Laufe der Zeit von der Feinmechanik zur Studiotechnik und Schließanlagen wechselte, lebendig gehalten. Carl Paul Goerz, der als sozialbewusster Firmenchef bekannt war, sorgte bereits in den Anfangsjahren für gute Arbeitsbedingungen, wie die Einführung des 8-Stunden-Tags und bezahlten Urlaubs, was in der heutigen Zeit an Relevanz gewinnt.
Architektur trifft auf Innovation
Die Architektur des Goerzwerks, entworfen von E. Emsters, steht im Kontrast zur historistischen Friedenauer Fabrik und demonstriert die moderne Eisenbetonbauweise, die eine flexible Raumaufteilung ermöglicht. Das Flachdach des Goerzwerks wird sogar für optische Messungen genutzt. Emsters plante von Anfang an ein Wachstum mit einem modularen Konzept, das bis heute Bestand hat und den kreativen Austausch fördert. Die Umwandlung des alten Goerzwerks in ein Zentrum für Start-ups und Kultur ist ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie historische Industrieflächen revitalisiert werden können.
Das Goerzwerk ist nicht nur ein Ort der Arbeit und des Feierns, sondern auch ein lebendiges Denkmal der Industriegeschichte Berlins. Ein Besuch lohnt sich nicht nur für die kulinarischen Köstlichkeiten und die Festlichkeiten, sondern auch, um in die faszinierende Geschichte eines der bedeutendsten Industrieareale der Region einzutauchen.