Extremismus in Berlin: Alarmierende Zahlen und neue Herausforderungen
Die Straßen Berlins sind voller Leben – und gleichzeitig auch voller Herausforderungen. Heute, am 2. Juni 2026, hat die Innensenatorin Iris Spranger (SPD) den Verfassungsschutzbericht für das Jahr 2025 vorgestellt. Die Zahlen, die sie präsentierte, sind alarmierend. Die Anzahl der vom Verfassungsschutz erfassten Extremisten in Berlin ist von 9370 auf 9720 Personen gestiegen. Ein Anstieg, der in allen ideologischen Ausrichtungen zu beobachten ist, jedoch ungleichmäßig verteilt.
Besonders auffällig ist der Linksextremismus: Rund 40% der Extremisten in Berlin werden dieser Ideologie zugeordnet. Die Zahl der Linksextremisten ist auf 3950 angestiegen – das sind 150 mehr als im Vorjahr. Spranger verwies auf die „Ideologie des Öko-Anarchismus“, die zur Radikalisierung beigetragen hat. Tragisch und erschreckend zugleich ist der Brandanschlag auf das Stromnetz in Treptow-Köpenick am 9. September 2025, der für Stromausfälle bei Zehntausenden von Berlinern sorgte. Ermittlungen dazu laufen nach wie vor.
Das Gesamtbild des Extremismus
Im Bericht wird auch die Zusammenarbeit von Linksextremisten mit islamistischen Gruppen thematisiert. Diese Mobilisierung für israelfeindliche Veranstaltungen zeigt die gefährliche Dynamik, die in Berlin herrscht. In der islamistischen Szene ist die Zahl von 2440 auf 2590 Personen gestiegen, während auch Extremisten mit auslandsbezogener Ideologie, vor allem zur PKK, zugenommen haben. Hier wird von 1680 auf 1700 Personen berichtet, darunter 1100 der PKK zuzurechnen.
Die Anwerbeversuche von Islamisten, besonders vor Schulen, haben stark zugenommen. Die Bildungssenatorin ist nun gefordert, Präventionsmaßnahmen zu entwickeln. Es ist erschreckend, dass Salafisten verstärkt versuchen, junge Berliner über das Internet für Terroreinsätze zu gewinnen.
Rechtsextremismus im Aufwind
Doch auch der Rechtsextremismus hat nicht geschlafen. Die Zahl der Rechtsextremisten stieg von 1450 auf 1480 Personen. Der Verfassungsschutz beschreibt die rechtsextreme Szene als „sehr volatil“ und schwer zu überwachen. Die Entstehung neuer, gewaltorientierter rechtsextremistischer Netzkulturen, wie die von Gruppen wie „Der III. Weg“ oder „Nationalrevolutionäre Jugend“, lässt aufhorchen. Hier ist es wichtig, auch die gesellschaftliche Verantwortung zu sehen.
Die Senatorin für Inneres und Sport hat die Notwendigkeit betont, die Demokratie gegen innere und äußere Bedrohungen zu verteidigen. Anschläge auf Energieinfrastrukturen sind ein Beispiel für die Gewalt von Extremisten. Die Aktivitäten dieser Gruppen haben sich intensiviert und professionalisiert. Zielgerichtete Ansprache von Jugendlichen durch extremistische Gruppierungen ist ein ernstzunehmendes Problem.
Radikalisierung und Prävention
Die Radikalisierung von Jugendlichen ist ein Thema, das nicht nur die Politik, sondern auch die Gesellschaft betrifft. Bundesinnenminister Dobrindt hat die lokalen Gemeinschaften, also Familien, Schulen und Vereine, aufgefordert, aktiver auf Radikalisierung zu reagieren. Es ist wirklich ein Drahtseilakt, den Lehrer und Sozialarbeiter hier vollbringen müssen. Sie stehen oft vor der Herausforderung, in einem überforderten System die nötige Unterstützung zu bieten.
Professionell ausgestattete Jugendarbeit wird als eine der besten Maßnahmen zur Extremismusprävention angesehen. Es wird deutlich, dass die Sozialisation von Jugendlichen ein Gleichgewicht zwischen Ausprobieren und Grenzerfahrungen erfordert. Lehrer aus Brandenburg haben in einem Brandbrief auf die wachsende Radikalisierung hingewiesen und ihre Überforderung damit beschrieben.
Die Sensibilisierung des sozialen Umfelds ist unerlässlich. Es braucht einen offenen Dialog und eine Bereitschaft, Grenzen zu setzen, um den Extremismus in Berlin nicht weiter aufkeimen zu lassen. Die Herausforderungen sind groß, doch gemeinsam kann Berlin eine Antwort auf diese Bedrohungen finden.
