Ein letzter Gruß an den alten Ami: Rik De Lisle wird unsterblich in Berlin
Heute ist der 1.07.2026, und die Nachrichten aus Steglitz-Zehlendorf tragen einen bittersüßen Beigeschmack. Der legendäre Radiomoderator Rik De Lisle, der als „der alte Ami“ in die Herzen der Berliner eingezogen ist, ist am 30. März 2026 im Alter von 79 Jahren von uns gegangen. De Lisle, geboren 1947 in Milwaukee, Wisconsin, kam als US-Soldat der Air Force nach West-Berlin und hinterließ ein Erbe, das viele Generationen prägen sollte. Seine charmante Art, gepaart mit einem amerikanischen Akzent, machte ihn zu einer Kultfigur, die sowohl in Ost- als auch in West-Berlin ein Heimatgefühl vermittelte.
Er war bis Dezember 2025 mit seiner „Rik De Lisle Show“ auf Sendung und erfreute sich einer treuen Hörerschaft. Der Radiomoderator, der 1978 beim American Forces Network (AFN) in Dahlem seine Karriere startete, war bekannt für seinen Weckspruch: „I’m Air Force Sergeant Rik de Lisle – reminding you, that Rock ’n’ Roll is just a state of mind.“ Unzählige Berliner, egal auf welcher Seite der Mauer, lauschten seinen Sendungen, die nicht nur Unterhaltung, sondern auch einen kulturellen Austausch förderten.
Ehre für einen Pionier
Die Bezirksverordneten von Steglitz-Zehlendorf haben nun beschlossen, Rik De Lisle zu ehren, indem sie eine Straße nach ihm benennen wollen. Der Antrag kommt von der SPD und der FDP, und die CDU-Fraktion hat sich ebenfalls angeschlossen. Es ist bemerkenswert, dass normalerweise fünf Jahre nach dem Tod einer Person gewartet werden muss, aber in diesem Fall wird eine Ausnahme angestrebt. Ein Platz an der Scheelestraße, in der Nähe des Lilienthalparks, könnte vorzeitig nach ihm benannt werden – ein Zeichen für die deutsch-amerikanische Freundschaft, die De Lisle zeitlebens verkörperte.
De Lisles Einfluss auf die Berliner Radiolandschaft ist unbestreitbar. Er war nicht nur eine Stimme, die die Luftwellen füllte, sondern auch eine Persönlichkeit, die die Menschen zusammenbrachte. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) würdigte ihn als prägende Stimme der Stadt und hob seinen Einfluss auf Generationen von Radiofans hervor. Es ist schön zu sehen, dass sein Erbe in Form einer Straßenbenennung weiterlebt.
Lebenslauf eines Radiostars
Seine Karriere war von einer bemerkenswerten Vielseitigkeit geprägt. Nach seiner Zeit beim AFN wechselte De Lisle 1984 zum RIAS 2, wo er ebenfalls eine bedeutende Rolle spielte. Über drei Jahrzehnte hinweg war er eine der bekanntesten Radiostimmen in Berlin-Brandenburg. In seinen letzten Lebensjahren wohnte er in Lichterfelde, wo er auch sein Lebensende im Kreis seiner Familie fand. Trotz seines amerikanischen Ursprungs war er für viele Berliner einfach „Rik“ – ein Freund, ein Begleiter durch Höhen und Tiefen.
Die geplante Benennung einer Straße oder eines Platzes nach ihm ist also nicht nur eine Geste des Respekts, sondern auch ein Zeichen der Erinnerung an all die schönen Momente, die er seinen Zuhörern beschert hat. Der angedachte Platz an der Scheelestraße liegt in der Nähe des ehemaligen Truppenübungsplatzes Parks Range, wo viele gemeinsam die Freiheit und die Wiedervereinigung gefeiert haben. In dieser Ecke Berlins wird sein Name bald leuchten und an die unvergesslichen Melodien und Geschichten erinnern, die er mit uns geteilt hat.
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