Baustellenchaos in Lichterfelde: Anwohner kämpfen mit Verkehrsbehinderungen und Frust
In Berlin-Lichterfelde ist es zurzeit ganz schön chaotisch. Wer denkt, man könnte mal eben in Ruhe nach Hause fahren, der wird schnell eines Besseren belehrt. Hier sind die Zufahrten am Dahlemer Weg aufgrund von Bauarbeiten dicht. Besonders betroffen sind die Curtiusstraße – und das Stück bis zur Hausnummer 109 – sowie der Gräfenberger Weg, der bis zur Jägerndorfer Zeile gesperrt ist. Einmal mehr zeigt sich, dass der Geduldsfaden der Anwohner bis zur Schmerzgrenze gespannt wird.
Die Baustelle wird von einer Horde Bagger und Lastwagen belagert. Die ersten Löcher sind bereits ausgehoben, Pflastersteine wurden entfernt und das gesamte Areal hat sich in eine Baustelle verwandelt. Für die Fußgänger und Radfahrer gibt es zumindest eine kleine Erleichterung: Sie können die Baustelle passieren. Autos? Die dürfen nicht durchfahren. Und die Gehwege? Die sind glücklicherweise nicht gesperrt, sodass man nicht ganz auf die Füße angewiesen ist.
Überraschende Sperrung
Die kurzfristige Sperrung hat für viel Frust gesorgt. Nur wenige Tage vor der Absperrung wurden die Halteverbotsschilder aufgestellt, die dann schnell zur Realität wurden. Anwohner berichten, dass sie nun ihre Grundstücke nicht mehr mit dem Auto erreichen können. Das bedeutet: Einkäufe müssen mühsam von den Absperrungen bis zu den Häusern getragen werden. Und die Stellplätze? Die sind ebenfalls nicht nutzbar. Ein echtes Ärgernis, das man sich in Zeiten von Online-Bestellungen und Lieferdiensten kaum vorstellen kann.
Eine Anwohnerin, Frau Tjaden, hat genug von der ständigen Baustelle. Immer wieder wird die Curtiusstraße gesperrt, zuletzt wegen der Verlegung von Glasfaserkabeln. Die Hinweise an den Grundstückszäunen zeigen als Auftraggeber den landeseigenen Versorger Stromnetz Berlin an. Die Anwohner erhalten immerhin die Mobilnummer des Bauleiters und einen Hinweis darauf, dass die Zufahrt bis zum 24. November nicht möglich sein wird. Das lässt einen schon wieder die Augen verdrehen.
Langfristige Sanierung
Das Ganze ist Teil eines umfangreichen Projekts, bei dem Stromnetz Berlin das Stromnetz in Steglitz, Lankwitz und Lichterfelde vergrößert und saniert. Und das soll bis 2030 dauern. Ob das wirklich zu einer Verbesserung führen wird, bleibt fraglich. Man fragt sich schon, wie viele Baustellen es braucht, bis die Anwohner wieder in Ruhe ihren Alltag leben können.
Die Müllabfuhr muss auch umorganisiert werden. Die Tonnen werden voraussichtlich zu einem anderen Abholort gebracht, was es nicht einfacher macht. Die Biomüllabholung steht schon am nächsten Tag an, und dann wird es interessant, wie das alles vonstattengeht, ohne dass die Anwohner noch mehr Arbeit haben.
So zieht sich das Ganze also über Monate, wenn nicht Jahre. Ein kleiner Lichtblick: Radfahrer und Fußgänger können sich weiterhin frei bewegen. Aber für die Autofahrer und Anwohner ist es ein weiterer Beweis dafür, dass Berlin manchmal eine ungeduldige Baustelle ist, die nie wirklich fertig wird.
