In Spandau tut sich was – und das nicht nur in den Neubaugebieten. Ein Bündnis aus 17 Organisationen, darunter die Linke, die Grünen, der BUND und der Fahrgastverband IGEB, hat Akteneinsicht in der Berliner Senatsverwaltung erwirkt. Diese Unterlagen sind wie ein vertrauliches Tagebuch der Verkehrsplanung: Sie enthüllen, dass Fachleute schon lange vor einer Magnetschwebebahn nach Spandau gewarnt haben. Stattdessen empfehlen sie eine Straßenbahn, die nicht nur kostengünstiger, sondern auch sinnvoller wäre. Und ja, man könnte sagen, dass das den Puls der Stadt ein bisschen beschleunigt.

Geplant ist ein etwa 13 Kilometer langes Straßenbahnnetz, das einige der spannendsten Ecken Spandaus miteinander verbinden würde: vom Bahnhof Spandau über Hakenfelde, den U-Bahnhof Paulsternstraße bis hin zur Urban Tech Republic auf dem ehemaligen Flughafen Tegel. Diese Strecke ist nicht nur ein Teil des Stadtentwicklungsplans Mobilität und Verkehr 2030, sondern auch im ÖPNV-Bedarfsplan verankert. Ein Wirtschaftlichkeitsgutachten kommt zu dem Ergebnis, dass der Nutzen der Straßenbahn die Kosten klar übersteigt!

Die Blockade der Verkehrsplanung

Trotz dieser positiven Signale gibt es Hindernisse, die den Verkehrsfluss ins Stocken bringen. Die Verkehrssenatorinnen Manja Schreiner und Ute Bonde scheinen weitere Schritte zurückzuhalten, und das aus Rücksicht auf die ablehnende Haltung der Spandauer Bezirksverantwortlichen. Spandaus Baustadtrat Thorsten Schatz hat seine Bedenken geäußert, dass die Straßenbahn den Autoverkehr einschränken könnte. Die Sorge, dass die Tram den Weiterbau der Siemensbahn behindern könnte, schwebt ebenfalls über den Planungen.

Und als wäre das nicht genug, wird als Alternative eine aufgeständerte Magnetschwebebahn ins Spiel gebracht. Diese soll den Straßenraum weniger beanspruchen und den Autoverkehr nicht so stark behindern. Eine Verwaltungsunterlage aus dem April 2025 hat zudem aufgezeigt, dass entlang der geplanten Tramstrecke in Spandau mehr als 17.000 neue Wohnungen entstehen könnten. Die Fachverwaltung sieht die Straßenbahn als „dringend erforderlich“ an, um die neuen Wohn- und Entwicklungsgebiete anzubinden. Ein klarer Fall von „Wenn nicht jetzt, wann dann?”

Die Kostenfrage und die Zukunft der Mobilität

Hier wird es interessant: Während die Straßenbahn für etwa 300 Millionen Euro veranschlagt wurde, liegen die geschätzten Kosten für das Magnetschwebebahnsystem Transport-System Bögl zwischen 592,1 und 888,1 Millionen Euro. Das ist ein gewaltiger Unterschied! Die Fachabteilung stellt sogar in Frage, ob eine Magnetschwebebahn wirtschaftlich wäre. Zudem könnte der Bau einer Magnetschwebebahn wegen möglicher Unwirtschaftlichkeit nicht beauftragt werden, während das bei der Straßenbahn definitiv möglich ist.

Das Ganze wird noch spannender, wenn man bedenkt, dass die Planung einer Straßenbahn zwischen der Urban Tech Republic, der Insel Gartenfeld und Spandau bereits weit fortgeschritten ist. Die Grundlagenermittlung begann 2021 und wurde 2023 abgeschlossen. Ein erster Verkehrsmittelvergleich hat die Tram als geeignet bewertet. Der Nutzen-Kosten-Indikator liegt bei etwa 1,2 – und erfüllt damit die Voraussetzungen für eine Förderung durch Bund und Land. Alles spricht dafür, dass diese Straßenbahn eine echte Bereicherung für die Region wäre.

Die politische Landschaft

Nun, da die Berliner Wahl vom 20. September 2026 hinter uns liegt, wird klar, dass sich an der Spitze der Verkehrsverwaltung etwas tun könnte. Der Senatorinnenposten von Ute Bonde wird möglicherweise an eine der Parteien gehen, die den Bau einer Magnetschwebebahn ablehnen: Linke, Grüne oder SPD. Das könnte bedeuten, dass die Straßenbahnpläne neue Unterstützung erhalten könnten – oder vielleicht auch nicht. Man weiß ja nie, wie die Winde in der Politik wehen.

Abschließend lässt sich sagen, dass Spandau in einer spannenden Phase der Verkehrsplanung steckt. Die Diskussion über die Zukunft der Mobilität, ob mit Straßenbahn oder Magnetschwebebahn, wird nicht nur den Verkehr, sondern auch die Lebensqualität der Anwohner beeinflussen. Und das ist ein Thema, das alle betrifft – sei es beim Pendeln zur Arbeit oder beim gemütlichen Ausflug ins Grüne.