Heute ist der 3.07.2026 und in Berlin-Spandau brodelt die Gerüchteküche rund um das Freibad „Spandau Süd“. Seit 2022 ist es geschlossen, und die 100.000 Besucher, die normalerweise an der Gatower Straße im Ortsteil Wilhelmstadt einträumen, sind in diesem Sommer ganz woanders. Die Sehnsucht nach einem Sprung ins kühle Nass wird immer größer, doch die Pläne für eine Wiedereröffnung sind so ungewiss wie das Wetter im Berliner Sommer.

Der Neubau des Freibades, auf den alle so gespannt warten, hat sich zu einem echten Drama entwickelt. Die Zeitpläne der Bäderbetriebe scheinen mehr Sphinxen als klare Aussagen zu liefern. Eigentlich war die Wiedereröffnung für den Saisonstart im Mai 2027 angedacht, doch ob das wirklich klappt, steht in den Sternen. Ein weiterer Rückschlag: Der Abriss des alten Freibades, der eigentlich schon längst vollzogen sein sollte, wurde gestoppt, weil eine unterlegene Baufirma gegen die Entscheidung vor Gericht gezogen ist. Das ist die erste Rüge dieser Art seit zehn Jahren – da fragt man sich, ob es sich hier um ein Freibad oder einen Rechtsstreit handelt.

Der Stand der Dinge

Bäderchef Johannes Kleinsorg berichtet optimistisch von einer anstehenden Anhörung bei der Kammer im Juli. Vielleicht – ja vielleicht – kann dann endlich mit den Arbeiten begonnen werden. Doch bis die Bauarbeiten abgeschlossen sind, könnte es mindestens ein Jahr dauern. Und was kommt dann? Nach dem Abriss sind drei neue Edelstahlbecken, ein Babypool, Sonnensegel und sogar eine „Unterwasser-Massageliege mit Luftverteilsystem“ geplant. Klingt fast zu gut, um wahr zu sein, oder? Die Vorfreude auf diese moderne Oase ist groß, doch die Geduld der Spandauer ist langsam am Ende.

In der Zwischenzeit bleibt den Badefreunden in Spandau nicht viel anderes übrig, als auf Alternativen auszuweichen. Freibad Staaken-West, das Waldbad Falkensee und das Olympiabad im Westend – das sind die Orte, wo sich die Sonnenanbeter und Wasserratten versuchen, die Zeit zu vertreiben. Doch auch diese Optionen sind nicht ohne Tücken. Im Spektesee im Falkenhagener Feld wurden erhöhte Keimwerte festgestellt, und das Gesundheitsamt rät vom Baden ab. Der Glienicker See ist ebenfalls nicht ohne Risiko, da Algen- und Blaualgenentwicklung drohen. Ein Dilemma, das die Badefreunde in Spandau nicht gerade entzückt.

Ein Rückblick und ein Ausblick

Ehrlich gesagt, es ist schon frustrierend. Das Freibad „Spandau Süd“ hat nicht nur eine lange Tradition, sondern auch einen festen Platz im Herzen der Spandauer. Der Gedanke, dass all die Erinnerungen an Sommertage, an das Planschen mit Freunden und das Entspannen unter dem Sonnenschein bald der Vergangenheit angehören könnten, schmerzt. Noch dazu, wo wir alle nach den langen, grauen Monaten der Pandemie nach etwas Normalität und Erholung suchen.

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Die Hoffnung stirbt zuletzt. Vielleicht wird das Freibad eines Tages tatsächlich zu dem Ort, den sich die Anwohner wünschen – mit frischem Wasser, neuen Becken und einer Atmosphäre, die zum Verweilen einlädt. Doch bis dahin bleibt uns nur, die Daumen zu drücken und auf jede positive Nachricht zu warten. Irgendwie muss es ja weitergehen! Und wer weiß, vielleicht erleben wir bald wieder die ersten fröhlichen Rufe der Kinder, die ins Wasser springen. So bleibt die Vorfreude auf das Freibad „Spandau Süd“ ein kleiner Lichtblick in der Sommerhitze.

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