In den letzten Jahren hat sich in Berlin-Spandau ein spannendes Projekt entwickelt, das nicht nur die Stadtlandschaft verändern wird, sondern auch die Art und Weise, wie wir über urbanes Leben und Wohnen denken. Siemens hat sich auf einem historischen Industrieareal, das eine Gesamtfläche von rund 76 Hektar umfasst, entschlossen, das neue Stadtquartier Siemensstadt Square zu errichten. Das klingt schon mal nach etwas Großem, nicht wahr?

Geplant sind bis zu 3750 Wohnungen, von denen 30 Prozent mietpreis- und belegungsgebunden sein sollen. Aber das ist noch nicht alles! Neben Wohnräumen wird es auch Platz für Büros, Forschungseinrichtungen, Gewerbe und soziale Einrichtungen geben. Öffentliche Freiräume, die zum Verweilen einladen, sollen ebenfalls nicht fehlen. Die Rohbauten, das Herzstück dieses ehrgeizigen Vorhabens, sollen bis Ende 2025 stehen, während die ersten Neubauten, darunter ein beeindruckendes Atriumgebäude und ein Hochhaus, bis Ende Juni 2026 fertiggestellt werden sollen.

Architektonische Highlights

Das Atriumgebäude – ein wahres Schmuckstück – wird fünf Geschosse hoch sein und aus einem innovativen Holzhybridbau bestehen, der Holzstützen und Holz-Beton-Verbunddecken nutzt. Das Hochhaus, das mit 17 Geschossen in den Himmel ragt, wird überwiegend in Ortbeton gebaut und mit einem Stahlskelett ausgestattet sein. Besonders umweltfreundlich: integrierte Photovoltaikmodule, die Sonnenenergie nutzen. Das ist nicht nur modern, sondern auch zukunftsträchtig!

Ein weiteres Highlight ist der Abwasserwärmetauscher, der mit einer Länge von 800 Metern eine thermische Leistung von bis zu 10 MW bereitstellt. Damit sollen bis zu 85 Prozent der Wärme- und Kälteversorgung des Quartiers gedeckt werden. Man könnte sagen, hier wird nicht nur gebaut, sondern auch nachhaltig gedacht – ein echter Schritt in Richtung Energiewende.

Die Rückkehr der Siemensbahn

Und als wäre das alles nicht schon aufregend genug, wird auch die alte Siemensbahn, die seit 1980 stillgelegt ist, reaktiviert. Die Bahn wurde 1929 eröffnet und ist ein Stück Berliner Geschichte. Um diese Rückkehr zu ermöglichen, werden umfassende Infrastrukturmaßnahmen ergriffen: 30 Brücken werden neu gebaut und instand gesetzt, Gleise und Signaltechnik werden modernisiert, und Lärmschutzmaßnahmen werden ebenfalls nicht vergessen. Das historische Stahlviadukt von 1928 wird dabei liebevoll instand gesetzt – das ist ein schöner Mix aus Alt und Neu!

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Digitale Planung für die Zukunft

Ein weiterer Aspekt, der das Projekt besonders spannend macht, ist die digitale Planung mittels Building Information Modeling (BIM). Damit können Bauprozesse effizienter gestaltet und präziser geplant werden. Das hat die Chance, die Bauindustrie in Deutschland nachhaltig zu revolutionieren. Ein ambitioniertes Vorhaben, das in mehrere Verfahren unterteilt ist und bereits erste Hochbauten im östlichen Teil in Bau hat.

Das Bundesprogramm „Nationale Projekte des Städtebaus“ spielt ebenfalls eine wichtige Rolle in diesem Kontext. Es wird vom Bundesbauministerium gefördert, um Projekte mit nationaler oder internationaler Wahrnehmbarkeit und hoher fachlicher Qualität zu unterstützen. Seit dem Programmstart 2014 wurden bereits 228 Premiumprojekte mit einem Zuschuss von rund 721 Millionen Euro gefördert. Siemensstadt Square ist also nicht nur ein Bauprojekt, sondern Teil einer größeren Vision für die Stadtentwicklung in Deutschland.

Die Schwerpunkte dieses Programms sind vielfältig: von der Sanierung denkmalgeschützter Bestände über die Revitalisierung baukulturellen Erbes bis hin zur Entwicklung öffentlicher Räume. Die Qualität der Projekte wird durch eine Expertenjury sichergestellt, die aus Mitgliedern aus Architektur, Städtebau und Denkmalschutz besteht. Das sorgt dafür, dass hier nicht einfach nur gebaut wird, sondern dass auch eine hohe baukulturelle Qualität gewährleistet ist.

Insgesamt zeigt Siemensstadt Square, wie man mit einer guten Mischung aus Innovation, Nachhaltigkeit und Respekt für die Geschichte eine neue, lebendige Stadtlandschaft schaffen kann, die nicht nur für die Bewohner von Spandau, sondern für ganz Berlin von Bedeutung ist.

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