Spandau, ein Stadtteil Berlins, steht vor einer aufregenden Transformation im Nahverkehr. Ab 2030 plant die BVG, diese Stadt mit beeindruckenden Doppelgelenkbussen von bis zu 24 Metern Länge auszustatten. Diese „Superbusse“, die im Regelbetrieb eingesetzt werden sollen, könnten durchaus eine Lösung für die drängenden Verkehrsprobleme der Metropole sein. Aktuell ist noch nichts bestellt, und die Umsetzung des Projekts läuft eher schleppend. Man fragt sich, ob die Idee der Doppelgelenkbusse wirklich durchsetzbar ist, besonders wenn man bedenkt, dass Hamburg nach 13 Jahren den Einsatz ähnlich geplanter Busse einstellen musste, weil es oft zu Störungen kam.
Im Vergleich zu einem gewöhnlichen Gelenkbus, der 18 Meter lang ist, und den verschiedenen anderen Busmodellen, die Berlin kennt, könnte dieser neue Typ eine Kapazität von bis zu 200 Fahrgästen bieten – theoretisch. Realistisch betrachtet, werden wir wohl eher mit 130 bis 150 Fahrgästen rechnen müssen. Die geplanten Buslinien, darunter die M32, die M36 und viele mehr, sind für stark frequentierte Strecken gedacht, wo sich die Hoffnung auf Entlastung durchaus realistisch anfühlt. Aber, ach ja, da kommt das große Aber: Fast jede Haltestelle müsste verlängert werden, um Platz für diese Giganten zu schaffen. Ein enormer Umbauaufwand, der gleichzeitig auch an den Nerven der Passagiere zerren könnte.
Elektromobilität und die Zukunft des Nahverkehrs
Die BVG verfolgt auch das Ziel, den Einsatz von überlangen Elektrogelenkbussen mit bis zu 25 Metern Länge zu prüfen. Diese „Megabusse“ könnten eine flexible Alternative zur Straßenbahn darstellen, insbesondere in Gebieten, wo der Tram-Ausbau ins Stocken geraten ist. Die Anschaffung dieser Fahrzeuge ist Teil des Elektromobilitätsprogramms „E-Bus 2025“. Die Busse sollen vollelektrisch betrieben werden und an Endhaltestellen aufgeladen werden. Das klingt alles ganz nachhaltig und schick, oder? Aber auch hier gibt es einige Skeptiker, die in den Busplänen nur eine Ablenkung von dringend benötigten Straßenbahnprojekten sehen, die im aktuellen Senat auf die lange Bank geschoben wurden. Und es gibt da noch diesen nagenden Gedanken, dass die Busse vielleicht nicht die Lösung für alles sind.
Der Berliner Senat hat für 12 geplante Tramprojekte keine Fertigstellungstermine mehr genannt. Das lässt die Frage aufkommen, ob die Investitionen in die XXL-Busse wirklich die richtige Richtung sind. Kritiker weisen darauf hin, dass die Kapazität im Vergleich zu Straßenbahnen niedriger ist und dass die Busse im Straßenverkehr anfällig für Störungen sein könnten. Auf der anderen Seite argumentieren die Befürworter, dass diese Busse eine schnellere Beschaffung ermöglichen und eine Kapazitätssteigerung ohne Schieneninfrastruktur bieten.
Die Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung und ihre Herausforderungen
Ein weiterer Punkt, der nicht vergessen werden sollte: In Deutschland erlaubt die Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung Busse nur bis zu einer Länge von 18,75 Metern ohne besondere Genehmigungen. Für längere Fahrzeuge sind Ausnahmen erforderlich, die in Berlin nur schwer zu bekommen sein könnten. Die Busspuren sind oft blockiert, was die Effizienz der neuen Busse zusätzlich beeinträchtigen könnte. Ein Teufelskreis, der das ganze Vorhaben ins Wanken bringen könnte.
Aber es gibt auch positive Nachrichten: Die BVG hat eine Rahmenvereinbarung zur Herstellung und Lieferung neuer Elektro-Gelenkbussen getroffen, und zwar mit dem Hersteller Solaris. Die erste Lieferung umfasst 50 Elektro-Gelenkbusse, die ab Ende 2024 in Berlin erwartet werden. Diese Busse werden an Endhaltestellen aufgeladen und bieten Platz für rund 100 Fahrgäste. Das klingt nach einem Schritt in die richtige Richtung, nicht wahr?
Doch während Berlin in diesen neuen Busse investiert, bleibt die Frage: Werden die geplanten Veränderungen und Investitionen ausreichen, um die Herausforderungen im Nahverkehr wirklich zu meistern? Oder bleibt die Stadt in einem ständigen Zustand des Stillstands, während die Diskussionen um die besten Lösungen weitergehen?