In Spandau brodelt es. Die Pläne für den Bau von Windrädern auf den Gatower Rieselfeldern sorgen für Aufregung und Widerstand. Bürgermeister Frank Bewig (CDU) hat sich klar positioniert: „Nein, danke!“ Die Rieselfelder sind für ihn und viele Anwohner ein wertvolles Natur- und Erholungsgebiet. Höchste Zeit, dass die Bürger sich einmischen und ihre Stimme erheben! Ein Aufruf zur aktiven Teilnahme am Planungsverfahren ist jetzt dringend erforderlich.

Vom 9. November bis zum 12. Dezember 2026 können die Spandauer ihre Meinungen und Bedenken auf mein.berlin.de einbringen. Besonders gefragt sind konkrete Hinweise zu Themen wie Natur- und Artenschutz, der Erholungsfunktion und den geplanten Ausgleichsflächen. Die Sorgen der Bevölkerung sind berechtigt, schließlich handelt es sich um Windkraftanlagen, die über 200 Meter hoch werden könnten – sogar bis zu 260 Meter. Ein echter Eingriff in die Landschaft!

Proteste und politische Entscheidungen

In der Nachbarschaft – in Potsdam – wurden kürzlich Pläne für bis zu neun Windkraftanlagen im Gebiet „Groß Glienicke Nord-Ost“ abgelehnt. Das zeigt, wie sensibel das Thema Windenergie in der Region ist. Auch die Windrad-Pläne in der Berliner Jungfernheide, die an Spandau grenzt, wurden fallengelassen. Die Forderung der Spandauer, die Gatower Rieselfelder aus den Berliner Windenergieplänen zu streichen, wird immer lauter. Baustadtrat und Umweltstadtrat Thorsten Schatz (CDU) hat bereits auf die geschützten Tiere und die ökologische Nutzung der Flächen hingewiesen. Die Rieselfelder sind nicht nur eine grüne Oase, sondern dienen auch als Ausgleichsflächen für Bauprojekte. Ein wertvolles Gut, das nicht aufs Spiel gesetzt werden sollte!

Die historische Bedeutung der Rieselfelder ist nicht zu unterschätzen. Früher waren sie ein Ort für die Abwasserverrieselung, bis 1998 das letzte Abwasser dort versickerte. Die Überreste der alten Betonbecken sind nach wie vor sichtbar und erinnern an eine andere Zeit. Heute stehen sie für Naturschutz und ökologische Vielfalt. Die Zählgemeinschaft von CDU und Grünen im Rathaus Spandau bis 2031 hat die Aufgabe, diese Werte zu bewahren, während der erneuerte Bezirksbürgermeister Frank Bewig erst kürzlich seine Position bestätigt hat.

Gesetzliche Rahmenbedingungen und Zukunftsperspektiven

Doch die Uhr tickt. Die Bundesregierung hat 2022 ein Klimaschutz-Gesetzgebungspaket vorgelegt, das den Ausbau erneuerbarer Energien beschleunigen soll. Bis 2030 sollen 80 % des in Deutschland verbrauchten Stroms aus erneuerbaren Energien stammen. Das Windenergieflächenbedarfsgesetz verpflichtet die Bundesländer, Flächen für Windenergie auszuweisen – und Berlin muss bis Ende 2027 immerhin 0,25 % seiner Landesfläche dafür bereitstellen. Das sind rund 446 Hektar! Ein spannendes, aber auch herausforderndes Unterfangen.

Der Berliner Senat hat im Sommer 2025 bereits acht mögliche Standorte für Windräder identifiziert, darunter die Gatower Rieselfelder und Industriegebiete. Doch die Proteste von Anwohnern und Umweltschützern haben bereits dazu geführt, dass einige Gebiete nicht weiterverfolgt werden. Ein endgültiger Beschluss von Senat und Abgeordnetenhaus ist für Ende 2027 vorgesehen – eine Frist, die schnell näher rückt.

Innerhalb des S-Bahnrings sind keine Windräder geplant. Ein Mindestabstand von 750 Metern zu Wohnhäusern sorgt dafür, dass die Lebensqualität der Anwohner gewahrt bleibt. Und genau das ist es, was die Spandauer fürchten: dass ihre grünen Rückzugsorte und die Natur, die sie lieben, in den Hintergrund gedrängt werden. Jetzt gilt es, gemeinsam für die Gatower Rieselfelder einzustehen und sich Gehör zu verschaffen – denn die Natur gehört uns allen.