Heute ist der 16.06.2026 und in Potsdam haben sich die Vorbereitungen zur Entschärfung einer Weltkriegsbombe in der Innenstadt dem Ende zugeneigt. Die Luft ist angespannt, während sich der Sperrkreis rund um den Fundort an der Leipziger Straße lichtet. Tausende Menschen wurden am Morgen evakuiert. Ein echter Stopp im Alltag, könnte man sagen. Der Hauptbahnhof ist gesperrt – da kommt man nicht einfach so vorbei. Und was steckt hinter all dem? Eine 250 Kilogramm schwere Bombe mit etwa 100 Kilogramm Sprengstoff, die, sollte sie detonieren, ein Mehrfamilienhaus in Trümmer legen könnte. Das wäre eine Katastrophe, keine Frage.

Wie Sprengmeister Mike Schwitzke erklärt, könnte die Entschärfung bis zu zwei Stunden in Anspruch nehmen. Nach einer gründlichen Reinigung des Blindgängers, der sich 1,50 Meter über dem Kellergewölbe des ehemaligen Eiskellers einer Brauerei versteckt, wird der Zünder herausgedreht. Eine Sprengung ist zum Glück ausgeschlossen. Dennoch bleibt die Nervosität spürbar. Der Fund ist der Weltkriegssprengkörper 220 und seit 1990 in Potsdam entdeckt worden. Komisch, dass wir immer noch mit den Überbleibseln aus einer so fernen Zeit konfrontiert werden.

Blindgänger in Deutschland

Im Zweiten Weltkrieg wurden viele Bomben abgeworfen, und schätzungsweise liegen in Deutschland immer noch zwischen 100.000 und 300.000 Tonnen Blindgänger im Boden. Jährlich müssen etwa 5.000 dieser gefährlichen Relikte geräumt werden. Die Identifizierung von Gefahrengebieten erfolgt durch die Auswertung von alten Luftaufnahmen der Alliierten. Oft genug sind es Bauarbeiten oder Landwirte, die zufällig auf diese Zeitbomben stoßen. Das bringt zusätzlichen Stress in die schon so hektische Welt von Bauprojekten.

Es ist schon erstaunlich – gezielte Suchen nach Blindgängern finden beispielsweise im Straßenbau oder vor neuen Hausbauprojekten statt. Da kommen Metalldetektoren zum Einsatz, um die Ungetüme aufzuspüren. Doch was passiert, wenn ein Blindgänger gefunden wird? Die Funde müssen der Polizei gemeldet werden, die dann ein Sprengkommando verständigt. Oft müssen die Bomben vor Ort entschärft werden, denn der Transport birgt zu viele Risiken. Es gibt keine Schutzkleidung, die die Entschärfer im Falle einer Explosion schützen könnte. Das ist ein bisschen beängstigend, oder?

Die Herausforderungen der Entschärfung

Wenn es um die Entschärfung geht, ist Präzision gefragt. Zündmechanismen müssen identifiziert und entfernt werden, um die Bombe sicher zu entschärfen. Dabei gibt es verschiedene Arten von Zündmechanismen, und ältere Bomben sind oft unberechenbarer, da der Sprengstoff über ein halbes Jahrhundert alt ist. Manchmal kommt es sogar zu Selbstdetonationen – in Deutschland durchschnittlich ein- bis zweimal pro Jahr. Bei großen Blindgängern müssen oft ganze Stadtteile evakuiert werden, was das ganze Unterfangen noch komplizierter macht.

Die Sicherheitsvorkehrungen sind enorm. Sicherheitsradien werden festgelegt, um die Bevölkerung zu schützen. Jedes Bundesland hat eigene Regelungen zur Kampfmittelbeseitigung, und die Kostenübernahme kann ebenfalls über die jeweiligen Bundesländer erfragt werden. Ein gewaltiger Aufwand, der oft erst auf den zweiten Blick sichtbar wird. Und ja, in der Regel decken Gebäude- und Hausratsversicherungen Schäden durch explodierte Blindgänger ab, aber keiner möchte auf diese Weise mit der Vergangenheit konfrontiert werden.

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