Am E-Sport-Hotspot Spandau, wo die Luft förmlich nach digitalen Wettkämpfen riecht, haben die Gründer Michael Haenisch, Marija Haenisch und Matthias Remmert mit Onethreefive Gaming ein neues Kapitel aufgeschlagen. Die frische Agentur sieht sich in der spannenden, aber auch herausfordernden Welt des E-Sports. Sie hat die Nachfolge von Freaks 4U Gaming angetreten, einer ehemaligen Größe in der Branche, die mit über 200 Mitarbeitern und zahlreichen Preisen für Aufsehen sorgte. Doch nach einem langen Kampf gegen die Umstände, die durch die Pandemie und den Ukraine-Krieg entstanden, wurde der Geschäftsbetrieb von Freaks 4U im Februar 2026 eingestellt.
Die Insolvenz von Freaks 4U hat viele Fragen aufgeworfen. Michael Haenisch war mit der Abwicklung beschäftigt, während er gleichzeitig die Vision für Onethreefive Gaming entwickelte. Die Agentur, die unter der Heartbase Group GmbH firmiert, hat bereits den ersten Großauftrag von Riot Games für die Techniker Prime League erhalten. Und das ist erst der Anfang! Die Prime League, die über 10.000 aktive Spieler zählt, hat sich in den letzten Jahren rasant entwickelt. Die Zuschauerzahlen sind regelrecht explodiert – ein Anstieg von 200% bei den durchschnittlichen Stunden, die pro Spiel geschaut werden. Das ist doch ein Grund zur Freude, oder?
E-Sport im Umbruch
Die Herausforderungen sind jedoch nicht von der Hand zu weisen. Trotz des frischen Windes sind die Schatten von Freaks 4U noch immer spürbar. Der Wechsel zu Onethreefive Gaming hat gemischte Reaktionen ausgelöst. Aber Haenisch ist optimistisch. Er möchte neues Vertrauen aufbauen und hat bereits Verträge mit Sponsoren wie Techniker Krankenkasse und MediaMarkt-Saturn neu verhandelt. Es ist wichtig, die Verbindungen zur vorherigen Struktur zu erhalten, während gleichzeitig neue Wege beschritten werden. Schließlich ist die Abhängigkeit von Sponsoren in der E-Sport-Szene enorm – viele Teams, wie Berlin International Gaming, beziehen einen Großteil ihrer Einnahmen aus Sponsoring. Ein echtes Dilemma!
Onethreefive Gaming plant, die Prime League nicht nur zu verwalten, sondern auch das Erlebnis für Fans und Spieler zu verbessern. Ein ganz besonderes Highlight ist die Eröffnung von XPERION Berlin, dem ersten permanenten Veranstaltungsort der Liga. Das soll nicht nur Live-Match-Tage ermöglichen, sondern auch die Community näher zusammenbringen. Eine tolle Idee, die frischen Wind in die E-Sport-Szene bringen könnte, wo die Bindung der Fans oft eher wackelig ist.
Ein Blick in die Zukunft
Die Vorbereitungen für die Gamescom 2026 in Köln laufen bereits auf Hochtouren. Es ist klar, dass Onethreefive Gaming mit frischen Ideen und einem klaren Fokus auf Zusammenarbeit mit Teams und Sponsoren bereit ist, die E-Sport-Landschaft in Deutschland neu zu gestalten. Die Zuschauerzahlen sind ein Lichtblick, aber die Branche kämpft weiterhin mit Rentabilitätsproblemen und dem Mangel an Fanbindung. Ein bisschen wie ein Katz-und-Maus-Spiel – die Teams müssen kreativ sein, um in dieser dynamischen Umgebung nicht unterzugehen. Es wird spannend sein zu sehen, wie sich Onethreefive Gaming in den kommenden Jahren entwickeln wird, und ob sie es schaffen, die Herzen der Fans zu gewinnen.
