In der Obstallee in Berlin-Spandau ist die Lage für die Mieter alles andere als rosig. Morten B., ein 45-jähriger Bewohner, lebt seit 2010 in einer Gewobag-Wohnung und hat in letzter Zeit so einiges durchgemacht. Die Heizung? Die bleibt aus, obwohl es draußen mit 13 bis 15 Grad doch recht frisch ist. Wer im Winter mal frieren wollte, hätte sich das sicher anders vorgestellt! Mehrere Wochen lang hat Morten versucht, die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft zu erreichen, doch seine Beschwerden scheinen auf taube Ohren gestoßen zu sein.

Die Bewohner der Obstallee 1 bis 28 sitzen also in der Kälte – Pullover über Pullover wird übergezogen, während die Kinder und Erwachsenen unter den niedrigen Temperaturen leiden. Morten berichtet, dass die Kommunikation seitens der Gewobag zu wünschen übrig lässt. Gerüchte über einen fehlenden Ersatzteil kursieren, und die Informationen, die die Mieter erhalten, sind alles andere als eindeutig. Ein Hausmeisterservice versprach, die Heizung an einem Tag einzuschalten – doch diese Zusage gibt es jetzt schon seit einem Monat!

Mängel und Probleme in den Wohnungen

Doch das ist nicht alles. Die feuchte Kälte hat nicht nur die Gemüter erhitzt, sondern auch die Wände – Schimmel hat sich in den Wohnungen breitgemacht. Das ist nicht nur unangenehm, sondern auch gesundheitsschädlich. Morten B. ist wütend: „Die Eingangstür ist seit 2021 defekt, die Klingelanlage funktioniert nicht, und die Müllplätze sind ein einziges Chaos!“ Und als ob das nicht genug wäre, kämpfen die Anwohner auch noch mit Ratten. Reparaturen, die längst hätten durchgeführt werden müssen, ziehen sich oft in die Länge.

Die Gewobag hat sich zwar zu den Vorwürfen geäußert, allerdings mit einer etwas anderen Perspektive. In den Häusern mit ungeraden Hausnummern, zu denen auch Mortens Wohnung gehört, gibt es Gasheizkessel. Bei den geraden Hausnummern hingegen kommen Nachtspeicherheizungen zum Einsatz – und da gibt es einen defekten Steuergerät, dessen Reparatur nun die Elektriker von Stromnetz Berlin übernehmen müssen. Ein Teufelskreis, aus dem es keinen schnellen Ausweg zu geben scheint.

Rechte der Mieter

Hier stellt sich die Frage: Was können Mieter wie Morten unternehmen, um ihren Frust in den Griff zu bekommen? Bei erheblichen Mängeln wie Heizungsausfall, Schimmel oder Feuchtigkeit besteht grundsätzlich die Möglichkeit einer Mietminderung. Doch Vorsicht! Eine zu hohe oder nicht korrekt begründete Kürzung kann schnell zu Zahlungsrückständen und im schlimmsten Fall sogar zur Kündigung führen. Es ist also wichtig, genau zu dokumentieren, was los ist – vom Zustand der Wohnung bis hin zu Temperatur- und Feuchtigkeitsmessungen.

Das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) sieht vor, dass Mieter Mängel unverzüglich anzeigen müssen. Eine schriftliche Mitteilung ist dabei unerlässlich, um später keine Rechte zu verlieren. Morten und seine Mitbewohner sollten also ihre Beschwerden dokumentieren und sich überlegen, wie sie am besten vorgehen können. Zudem könnten sie sich eventuell über die Höhe der Mietminderung informieren, um nicht ins kalte Wasser zu springen.

Ausblick – Hoffnung auf Besserung?

Es bleibt zu hoffen, dass die Gewobag die Anliegen der Mieter ernst nimmt und schnell auf die Missstände reagiert. Ein Hauswartservice namens „HausWart Plus“ soll die Präsenz im Viertel erhöhen und die Kommunikation verbessern. Vielleicht bringt das den Durchbruch für die frustrierten Mieter in der Obstallee? Der Winter ist lang, und die Geduld der Anwohner hat Grenzen. In der kalten Jahreszeit ist ein warmes Zuhause nicht nur ein Wunsch, sondern ein Grundbedürfnis. Hoffen wir, dass die Verantwortlichen bald handeln und die Probleme in den Griff bekommen.