Comic-Nacht der Stars: Auszeichnungen und neue Talente im Rampenlicht
Gestern Abend, am 5. Juni 2026, wurde in der zauberhaften Atmosphäre des Internationalen Comic-Salons in Erlangen ein wahrhaft bemerkenswerter Abend gefeiert. Franz Suess, ein Name, der in der Comic-Welt für vielschichtige, tragische Geschichten steht, wurde als bester deutschsprachiger Comic-Künstler ausgezeichnet. Sein Werk „Jakob Neyder“ – ein tiefgründiger Einblick in die Herausforderungen eines Jugendlichen, der nach einer Straftat mit seinen inneren Dämonen ringt – wurde mit dem Max-und-Moritz-Preis prämiert. Und das nicht ohne Grund: Der Preis ist nicht nur mit 10.000 Euro dotiert, er gilt auch als die wichtigste Auszeichnung für grafische Literatur im deutschsprachigen Raum.
In diesem Jahr ging die Auszeichnung an eine Vielzahl talentierter Künstler. Mikael Ross wurde für seinen Berlin-Krimi „Der verkehrte Himmel“ geehrt, der die schockierende Geschichte dreier Teenager und einer Vietnamesin erzählt, die Opfer von Menschenhändlern werden. Auch Özge Samancı erntete großen Beifall für ihren internationalen Comic „In den trüben Gewässern Istanbuls“, der in den verworrenen Straßen Istanbuls spielt. Ulli Lust, bekannt für ihre eindrucksvollen Erzählungen, erhielt den Preis für den besten Sachcomic mit dem zweiten Band ihrer Reihe „Die Frau als Mensch“. Die junge Ayşe Klinge konnte mit ihrem Comic „Der Zahn“ das Kinderpublikum begeistern, während Martin Oeschs Debüt „Fleischeslust“ als bestes deutschsprachiges Comic-Debüt ausgezeichnet wurde. Posy Simmonds wurde mit dem Sonderpreis für ihr herausragendes Lebenswerk geehrt – eine Anerkennung für ihre jahrelange, bedeutende Arbeit im Comic-Bereich.
Ein Blick auf die Auszeichnungen
Die Jury, ein bunter Haufen aus Experten und Enthusiasten, hat in diesem Jahr 25 Titel nominiert. Die Preisverleihung fand im Rahmen einer glamourösen Gala statt. Sieben von acht Preisträger*innen wurden an diesem Abend bekannt gegeben – ein Moment, der sowohl für die Gewinner als auch für die Zuschauer voller Spannung und Nervenkitzel war. Und die Kategorien waren vielfältig: vom besten deutschsprachigen Comic über den besten internationalen Comic bis hin zum besten Comic für Kinder.
Besonders bemerkenswert ist, dass der nächste Internationale Comic-Salon bereits in den Startlöchern steht: Vom 4. bis 7. Juni 2026 wird Erlangen erneut zum Schauplatz für Comic-Liebhaber aus aller Welt. Die Vorfreude ist groß. Es wird spannend sein zu sehen, welche neuen Talente und Geschichten dort präsentiert werden. Die Jury, bestehend aus namhaften Persönlichkeiten wie Catherine Bazabas und Christian Gasser, hat sich auch für die kommende Verleihung schon Gedanken gemacht – und das Publikum darf sich auf eine Vielzahl an kreativen und einfallsreichen Comic-Werken freuen.
Die Nominierten und ihre Werke
Einige der nominierten Titel sind nicht nur vielversprechend, sie spiegeln auch das breite Spektrum der zeitgenössischen Comic-Kunst wider. „Ahmadjan und der Wiedehopf“ von Maren Amini und „Bauchlandung. Geschichte einer Teenager-Schwangerschaft“ von Wanda Dufner sind nur zwei Beispiele für die Vielfalt an Themen. Da gibt es auch „Blutsauger“ von André Breinbauer und „Das Lied der Arktis“ von Jean-Paul Krassinsky, die die Leser mit ihren einzigartigen Erzählungen fesseln wollen. „Der Weltraumpostbote. Panik im Postamt!“ von Guillaume Perreault verspricht humorvolle Unterhaltung, während „Schweigen“ von Birgit Weyhe und „Zwei weibliche Halbakte“ von Luz tiefgründige und nachdenkliche Perspektiven bieten.
Es bleibt also spannend, wie sich die Comic-Landschaft in den kommenden Jahren entwickeln wird. Die Nominierungen zeigen, dass es keinen Mangel an kreativen Stimmen gibt, die es wert sind, gehört zu werden. Das Comic-Medium hat sich in den letzten Jahren stark weiterentwickelt und wird zunehmend ernst genommen – nicht nur in den Kreisen der Comic-Enthusiasten, sondern auch in der breiten Öffentlichkeit. Ein Hoch auf die Comics und ihre Schöpfer!
