Berlin im Fadenkreuz: Polizei kämpft gegen Waffenkriminalität und organisierte Banden
In den letzten Wochen hat sich in Berlin einiges getan. Die Polizei geht mit einem großen Aufgebot gegen die steigende Waffenkriminalität vor, die in der Stadt immer mehr zum Problem wird. An verschiedenen Orten, darunter Wilmersdorf und Charlottenburg, führte das Landeskriminalamt (LKA) zusammen mit anderen Behörden umfangreiche Kontrollen durch. Und das Ergebnis? Die Beamten fanden nicht nur eine Schusswaffe mit Patronen, sondern auch über 16 Kilogramm unversteuerter Wasserpfeifentabak. Dazu kam noch die Entdeckung einer illegalen Glücksspielstätte sowie gefälschte Ausweise – einer der Festgenommenen hatte sogar einen gefälschten Führerschein dabei.
Über 100 Polizisten waren im Einsatz, unterstützt von 18 weiteren Beamten. Das Ganze folgt auf eine größere Razzia, die am Mittwoch stattfand und bei der drei Männer im Alter von 18, 46 und 50 Jahren festgenommen wurden. Ingesamt richteten sich die Maßnahmen gegen 13 Männer, deren Alter von 16 bis 61 Jahren reicht. Diese Aktionen sind Teil eines größeren Plans zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität, denn die Zunahme von Schusswaffenkriminalität ist unübersehbar.
Ein Blick auf die Hintergründe
Die Situation in Berlin ist seit über einem Jahr angespannt. Immer wieder fallen Schüsse auf Geschäfte, Restaurants und sogar auf Menschen. Oft sind die Täter unbekannt, was die Situation für die Polizei nicht einfacher macht. Die Ermittlungen richten sich insbesondere gegen eine mutmaßliche Bande von Schutzgeld-Erpressern, die für zahlreiche Straftaten verantwortlich gemacht wird. Rund 570 Polizisten, einschließlich Spezial- und Einsatzkräften, durchsuchten vor Kurzem 28 Wohnungen und andere Räumlichkeiten. In diesem Zusammenhang wurden neun verdächtige Männer festgenommen, fünf von ihnen hatten bereits Haftbefehle.
Die Vorwürfe sind schwerwiegend: Es geht um die Bildung einer kriminellen Vereinigung. Bei den Durchsuchungen beschlagnahmte die Polizei Drogen, Bargeld, eine Schusswaffe, Schusswafenteile und sogar Autos. Die Ermittlungseinheit „Ferrum“ des LKA hat sich auf die Bekämpfung der organisierten Kriminalität und des illegalen Waffenhandels spezialisiert. Polizeipräsidentin Barbara Slowik unterstrich die Wichtigkeit dieser Einsätze, um die Strukturen der Täter aufzudecken.
Ein besorgniserregender Trend
Die Zahlen sprechen für sich: Im Jahr 2025 zählte die Berliner Polizei 1.119 Fälle von Schusswaffengebrauch, was einen Anstieg von 68 % im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Viele dieser Taten sind der organisierten Kriminalität zuzuordnen. Besonders betroffen sind türkische und kurdische Geschäftsinhaber, die häufig Opfer von Erpressungen werden. Innensenatorin Iris Spranger erklärte, dass dieser Einsatz monatelang vorbereitet wurde, um den kriminellen Strukturen das Handwerk zu legen.
Die Gewerkschaft der Polizei fordert inzwischen mehr Möglichkeiten zur Aufklärung, insbesondere beim Abhören von Handys und der Datenauswertung. Es ist klar: Der Kampf gegen die organisierte Kriminalität ist mühselig und erfordert umfassende Strategien.
Die Dimensionen der organisierten Kriminalität sind enorm. Laut BKA verursacht sie einen milliardenschweren Schaden in Deutschland. Die Berliner Polizei steht somit vor einer gewaltigen Herausforderung, die nicht nur die Sicherheit der Bürger betrifft, sondern auch eine große wirtschaftliche Dimension hat. Die Ereignisse der letzten Wochen sind nur ein kleiner Teil eines vielschichtigen Problems, das eine gesamtgesellschaftliche Antwort erfordert.
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