Baustelle Zoo: Ein Bahnhof zwischen Vergangenheit und Zukunft
Die Berliner Stadtbahn ist ein wahrer Klassiker im Nahverkehr, doch aktuell wird sie von einer gewaltigen Baustelle geprägt. Seit 2015 ist der Bahnhof Zoo eine einzige Baustelle, und die Situation hat sich seitdem nicht wirklich verbessert. Ursprünglich sollten die Sanierungsarbeiten bis 2020 abgeschlossen sein, doch die Realität sieht ganz anders aus. Stattdessen wird nun mit einer Fertigstellung erst 2032 gerechnet, und die Kosten sind von anfänglichen 15 Millionen Euro auf mindestens 250 Millionen Euro gestiegen – das ist schon ein ganz schöner Sprung! Und das ist noch nicht alles: Die S-Bahn-Halle ist seit 2022 gesperrt, was die Umsteiger zur BVG zwingt, Umwege zu laufen. Man fragt sich, wann die Reisenden endlich wieder den gewohnten Komfort genießen können.
Die Deutsche Bahn hat in der Zwischenzeit die Sanierung auf eine Kernsanierung umgestellt, nachdem unerwartete Probleme aufgetreten sind. Das Projektleiterteam, angeführt von Thorsten Schulz, hat mit zahlreichen Herausforderungen zu kämpfen, darunter ein Brand im Jahr 2017, der das Arbeitspensum zusätzlich erhöhte. Das alles hat dazu geführt, dass die Gleishalle und die Hallenkonstruktion nun bis 2028 in den Fokus genommen werden müssen. Bis 2029 soll dann die Erneuerung der Bahnsteige folgen. Die vielen Umstellungen und Verzögerungen sind für die täglichen 92.000 Nutzer sicher alles andere als erfreulich.
Umleitungen und Einschränkungen
Ab Sonntag wird die Stadtbahn für Regional- und Fernverkehr für ein halbes Jahr gesperrt – bis Mitte Dezember! Das bedeutet, dass keine Fernzüge und Regionalzüge zwischen Ostbahnhof und Charlottenburg verkehren. Fahrgäste müssen auf die S-Bahn umsteigen, und die Umleitungen für diverse Regionalzüge sind auch nicht ohne. Der RE1 wird geteilt, der RE2 umgeleitet, und die RB10 entfällt ganz. Man kann sich nur zu gut vorstellen, wie chaotisch es an den Bahnhöfen zugehen wird – das ist nicht gerade ein Spaziergang durch den Park.
Die DB hat zudem die Erneuerung der Fernbahnhalle begonnen, um Brandschutzmängel zu beheben. Unter Denkmalschutz werden Abzüge für Rauch und Wärme im Dach eingebaut – das klingt kompliziert. Aber das ist noch nicht alles: Auch die Glasfassade zum Hardenbergplatz wird ersetzt, und dafür ist der Platz teilweise gesperrt. Hier müssen etwa 500 Kubikmeter Beton aus der Dachkonstruktion entfernt werden. Das ist ein wahrer Kraftakt, und so mancher Passant wird sich fragen, ob das alles wirklich notwendig ist.
Ein Bahnhof mit Geschichte
Der Bahnhof Zoologischer Garten hat eine lange Geschichte – eröffnet 1882, mit einem Schutzraum aus dem Zweiten Weltkrieg. Er ist nicht nur ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt, sondern gilt auch als Kriminalitätsschwerpunkt. Komplexe Bauarbeiten und umfangreiche Planungen sind nötig, um diesen historischen Ort zukunftsfähig zu machen. Die DB hat sich das Ziel gesetzt, bis 2025 insgesamt 100 Bahnhöfe in Deutschland zu modernisieren – und dazu zählt auch der Zoo-Bahnhof. Am Ende soll alles barrierefreier, komfortabler und attraktiver für die Reisenden werden.
Die DB setzt ein hohes Modernisierungstempo fort, um den Alterungsprozess der Infrastruktur zu stoppen. Das wird auch in Berlin spürbar sein, mit neuen Wetterschutzangeboten, modernen Wartemöbeln und besserer Beleuchtung. Ein bisschen Licht am Ende des Tunnels? Hoffentlich. Die Pläne klingen vielversprechend, und die Reisenden können nur hoffen, dass die Versprechen auch tatsächlich gehalten werden.
