Karin Plura: Die Minigolf-Hüterin von Reinickendorf und ihr Kampf für die Gemeinschaft
Im Herzen von Reinickendorf, wo die Residenzstraße einst ein blühendes Einkaufsparadies war, steht die Minigolfanlage von Karin Plura. Mit 78 Jahren ist sie eine bemerkenswerte Frau, die trotz ihrer Rente weiterhin aktiv in der bunten Welt des Minigolfs tätig ist. Was sie vor 37 Jahren mit ihrem Mann von ihren Eltern übernommen hat, hat sie in liebevoller Handarbeit zu einem Ort gemacht, an dem nicht nur die kleinen Gäste Freude finden. Von März bis November, drei- bis viermal pro Woche, kümmert sie sich um alles – von der Pflege der Anlage bis zur Betreuung der Besucher, die oft für eine entspannte Runde Minigolf vorbeischauen.
Ihr Sohn Timo, 44, wird bald das Tagesgeschäft übernehmen. Es ist eine Übergabe, die nicht nur die Familientradition fortsetzt, sondern auch die Hoffnung, dass die Minigolfanlage weiter bestehen bleibt, auch wenn sich die Umgebung zunehmend zum Negativen gewandelt hat. Die bunte Vielfalt der Geschäfte ist einer tristen Realität gewichen: Obdachlosigkeit und Drogenprobleme prägen das Bild des Kiezes. Anwohner beklagen den Verfall der Residenzstraße, die früher ein beliebter Einkaufsort war, jetzt aber von Nagelstudios und Wettbüros dominiert wird. Es ist ein Bild, das nicht nur Karin Plura, sondern viele Bewohner und Geschäftsinhaber besorgt.
Ein Kiez im Wandel
Besonders bitter für Plura ist die Entwicklung im Schäferseepark. Seit dem Sommer 2024 hat sie beobachtet, dass sich Drogenabhängige und Dealer dort aufhalten. Sicherheitsbedenken machen sich breit, und die Polizei hat die Kontrollen verstärkt. Doch seit Herbst 2023 scheint sich die Situation beruhigt zu haben. Es ist eine Erleichterung für die Minigolf-Enthusiasten, die sich in der sauberen und gepflegten Anlage mit 35 Mülleimern und gut geschnittenen Hecken wohlfühlen möchten. Plura selbst möchte die Menschen im Park nicht verurteilen, dennoch ist ihr der Gedanke unangenehm, dass solche Aktivitäten in unmittelbarer Nähe stattfinden.
Die Neugestaltung der Residenzstraße, die vom Bezirksamt Reinickendorf bis 2028 geplant ist, könnte vielleicht einen positiven Wandel bringen. Eine Rückkehr zu mehr Attraktivität, zu einem Ort, an dem Menschen gerne einkaufen und verweilen. Doch bis dahin bleibt die Minigolfanlage ein kleines Stückchen Lebensfreude, ein Ort, an dem die Sonne auf die bunten Bahnen strahlt und das Lachen der Kinder die Luft erfüllt.
Gemeinschaft und Unterstützung
In dieser Zeit des Wandels gibt es auch Hoffnung. Weihnachten ist nicht mehr weit, und viele Berliner Initiativen setzen sich dafür ein, den Bedürftigen zu helfen. Die Kältehilfe der Berliner Stadtmission bietet von November bis März Schlafplätze, warme Kleidung und medizinische Hilfe für Obdachlose an. Auch die Berliner Tafel sorgt dafür, dass überschüssige Lebensmittel an Bedürftige verteilt werden – eine wichtige Unterstützung in schwierigen Zeiten. Die Stadt lebt von der Gemeinschaft, und solche Initiativen zeigen, dass es nicht nur um das eigene Wohlbefinden geht, sondern auch darum, anderen zu helfen.
So bleibt Karin Plura nicht nur eine Hüterin ihrer Minigolfanlage, sondern auch eine Stimme für ihren Kiez. Ihr Engagement und ihre Liebe zu ihrem kleinen Reich sind ein Lichtblick, selbst inmitten der Herausforderungen, die Reinickendorf derzeit durchlebt. Es sind Geschichten wie diese, die uns daran erinnern, dass wir alle Teil eines größeren Ganzen sind – und dass es sich lohnt, für die Gemeinschaft zu kämpfen, auch wenn die Zeiten rau sind.
