Heute ist der 13.06.2026, und während die Sonne über Reinickendorf strahlt, scheinen die Theater in Brandenburg und Sachsen in einem grauen Nebel aus finanziellen Sorgen gefangen zu sein. Die steigenden Kosten und die knappen Kassen – man könnte fast meinen, sie sind das neue Mantra der Bühnen. In Brandenburg wird für die Saison 2026/2027 mit höheren Eintrittspreisen gerechnet, was die Besucher schon mal aufhorchen lässt. Das Hans Otto Theater in Potsdam steckt mitten in einem Spardruck, der die Lage als angespannt beschreibt. Hier heißt es, Rücklagen müssen aufgebraucht und die Preise erhöht werden. Abonnementpreise steigen um bis zu 16 Prozent, während die Einzeltickets vorerst gleich bleiben. Das Beispiel eines Abos der Preiskategorie 1 für 250 Euro für zehn Gutscheine lässt einen schon ins Grübeln kommen.

Besonders bitter: Die letzte Preiserhöhung hat erst zu Beginn der Spielzeit 2025/2026 stattgefunden, und bereits jetzt wurde eine Produktion gestrichen. Das Theater, das 2025 über 100.000 Besucher zählte, plant in der neuen Spielzeit unter anderem Brechts «Mutter Courage» und eine Neuinszenierung von «Solo Sunny». Doch die Kostensteigerungen werden nicht vollständig durch die Zuwendungen ausgeglichen, was die Unsicherheit über die Finanzierung von Tarifsteigerungen weiter verstärkt. Bei den Kollegen im Staatstheater Cottbus sieht es ähnlich düster aus: Hier wurden die Preise um zehn Prozent angehoben – die erste Erhöhung seit zehn Jahren! Auch die Auslastung und Besucherzahlen sind hier ein gut gehütetes Geheimnis.

Ein Blick nach Sachsen

Wenn man sich nach Sachsen umschaut, wird das Bild nicht viel rosiger. Theater dort stehen ebenfalls unter Druck. Lutz Hillmann, Geschäftsführer des Deutschen Bühnenvereins, spricht von massiven finanziellen Schwierigkeiten, die nicht nur die Theater selbst betreffen, sondern auch die Trägerkommunen, die ebenfalls unter finanziellen Problemen leiden. Das Opernhaus Leipzig erwartet bis 2025 ein jährliches Defizit von rund 2,5 Millionen Euro – kein kleines Sümmchen! Interne Sparmaßnahmen sind nun angesagt: Haushaltssperren, zurückhaltende Nachbesetzungen und auch hier höhere Ticketpreise. Moritz Gogg, der Intendant der Erzgebirgischen Theater- und Orchester GmbH, warnt vor Personalabbau, sollte die Berücksichtigung der Tarifsteigerungen auf der Strecke bleiben.

Das Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau hat ein Defizit von rund 1,7 Millionen Euro, und man spart durch das Nichtbesetzen freier Stellen. Daniel Morgenroth, Intendant des Theaters, lässt kein gutes Haar an der Forderung nach weiteren Einsparungen – er findet sie „dreist“. So geht es nicht nur den großen Häusern schlecht; auch das Kleist Forum in Frankfurt (Oder) hat die Preise für Einzeltickets um drei bis fünf Euro erhöht – ein Anstieg von 13 bis 20 Prozent. Immerhin wurden hier 2025 rund 50.000 Besucher gezählt. Die Neue Bühne Senftenberg hingegen sieht sich gezwungen, Einschnitte zu planen, obwohl sie keine Ticketpreiserhöhung vornehmen möchte, da die aktuellen Preise bereits als grenzwertig gelten.

Die Zukunft der Theater

Die Situation ist insgesamt prekär. Die steigenden Energie- und Materialkosten, gepaart mit Tarifsteigerungen, setzen nicht nur den Theaterhäusern, sondern auch den Mitarbeitern zu. Das Kulturhauptstadtjahr 2025 und das internationale Festival „Theater der Welt“ 2026 könnten zwar positive Impulse bringen, doch die Unsicherheiten bleiben. Man fragt sich, wie lange die Theater noch unter diesen Bedingungen arbeiten können und ob es nicht an der Zeit wäre, eine nachhaltige, verlässliche Förderstruktur zu schaffen. Die Hoffnung, dass sich die Lage bessert, bleibt – aber die Realität sieht momentan anders aus.

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