In der Fußballwelt ist es nicht ungewöhnlich, dass auch die sozialen Medien für einige Kontroversen sorgen. Ein aktuelles Beispiel dafür ist der Wirbel um einen Post von Union Berlin über die neue Cheftrainerin Marie-Louise Eta, die zuvor bei RB Leipzig hospitiert hatte. Der Beitrag von Union, der Hinweise für den Stadionbesuch und eine Bemerkung über Leipzigs Schönheit enthielt, löste eine Reaktion von RB Leipzig aus, die einige Nutzer als sexistisch empfanden.
RB Leipzig antwortete auf den Union-Post mit einer Collage, auf der Eta zusammen mit Spielern und dem ehemaligen Trainer Marco Rose zu sehen ist. Der begleitende Kommentar auf X lautete: „Eure Cheftrainerin fand nicht nur die Stadt ganz schön …“. Diese Rückmeldung wurde auch auf Instagram geteilt, allerdings mit einem anderen Text. Die Reaktion der Nutzer war gemischt, und einige warfen Leipzig vor, Eta nicht als Trainerin, sondern als Frau, die sich für Männer interessiert, darzustellen.
Die Reaktionen und die Stellungnahme von Union Berlin
Besonders in den sozialen Medien wurde der Post von RB Leipzig scharf kritisiert. Der Kapitän von Fortuna Köln, Robin Afamefuna, äußerte sich auf LinkedIn und bezeichnete den Beitrag als sexistisch. Er argumentierte, dass dieser die Trainerin in einem unvorteilhaften Licht darstelle und nicht ihre sportlichen Fähigkeiten in den Vordergrund rücke. Union Berlins Kommunikations-Geschäftsführer Christian Arbeit forderte daraufhin Besonnenheit und betonte, dass die Kritik nicht so schwer wiege. Er wies darauf hin, dass die Bilder von Eta in der Collage von ihr selbst gepostet worden waren und dass die Zusammenarbeit zwischen Männern und Frauen auch gemeinsame Bilder umfasse.
RB Leipzig selbst distanzierte sich von den Vorwürfen und erklärte, dass Sexismus im Verein keinen Platz habe. Der Verein freute sich zudem über die Rückkehr von Eta, die im Januar 2023 eine Foto-Collage ihrer Zeit im Club veröffentlicht hatte. Es wurde betont, dass die Collage eine Reaktion auf den Union-Post und eine Erinnerung an Etas Zeit bei RB Leipzig sein sollte. Trotz dieser Erklärungen blieb der kritisierte Text ohne weitere Kommentare, und unter dem Beitrag fanden sich zahlreiche sexistische Kommentare, die Leipzig zunächst stehen ließ.
Der historische Kontext von Marie-Louise Eta
Marie-Louise Eta hat eine bemerkenswerte Karriere hinter sich. Sie ist die erste Cheftrainerin in der Geschichte der Bundesliga der Männer und wird Union Berlin voraussichtlich bis zum Saisonende trainieren. Ihr erstes Spiel als Trainerin endete leider in einer Niederlage gegen den VfL Wolfsburg. Seit ihrer Beförderung sieht sich Eta jedoch nicht nur sportlichen Herausforderungen gegenüber, sondern auch einer Welle von sexistischen Kommentaren. Inmitten dieser Angriffe hat sie klargestellt, dass sie sich nicht von den negativen Äußerungen beschäftigen lasse und dass diese mehr über die Verfasser aussagen als über sie selbst.
Dieser Vorfall zeigt einmal mehr, wie wichtig es ist, in der Fußballgemeinschaft für Respekt und Gleichberechtigung einzutreten. Während einige Stimmen die Entwicklung von Frauen im Fußball weiterhin in Frage stellen, gibt es auch viele, die sich für die Anerkennung ihrer Leistungen stark machen. Es bleibt zu hoffen, dass solche Diskussionen dazu beitragen, das Bewusstsein für die Herausforderungen zu schärfen, denen Frauen im Sport gegenüberstehen.