Heute ist der 30.04.2026 und die Anwohner in Berlin-Pankow können aufatmen – endlich tut sich etwas in Sachen Radwege. Der Verein „Changing Cities“ hat am Donnerstag eine Aktion ins Leben gerufen, um auf die seit 16 Jahren geplante Neumannstraße aufmerksam zu machen. Mit der Forderung nach einem Radweg wird ein lang gehegter Wunsch der Radfahrer in der Stadt laut. Der Antrag der SPD-Fraktion, der bereits 2010 eingebracht wurde, zielt auf mehr Verkehrssicherheit für Radfahrer ab und hat seither einen langen Weg hinter sich.

Die Bezirksverordnetenversammlung Pankow hat 2019 die Planung eines Radwegs beschlossen, doch seither gab es zahlreiche Hürden. Tobias Kraudzun, Sprecher von „Changing Cities“, hebt die Gefährdung von über 4000 Schülern und 1000 Kitakindern durch den starken Durchgangsverkehr hervor. Der aktuell geplante Radfahrstreifen soll drei Meter breit sein und sich über 974 Meter zwischen der Binzstraße und der Wisbyer Straße erstrecken. Um die Sicherheit der Radfahrer zu gewährleisten, ist der Radweg durch Kunststoffschwellen vor Autofahrern geschützt.

Der lange Weg zur Umsetzung

Die ursprüngliche Planung aus dem Jahr 2018 sah lediglich einen 1,40 Meter breiten Schutzstreifen vor, was nicht mit dem Berliner Mobilitätsgesetz konform war. Daher war eine Umplanung und Neuausschreibung des Projekts im Jahr 2019 notwendig. Diese Umplanung wurde durch die Corona-Pandemie verzögert, sodass sie erst 2022 abgeschlossen werden konnte. Die Verkehrssenatsverwaltung und infraVelo haben schließlich eine Vorzugs-Trasse für die Radschnellverbindung Panke-Trail festgelegt, die eine Breite von drei Metern vorschreibt.

Weitere Umplanungen, die einen Klebebordstein vorsahen, wurden als zu kostenintensiv eingestuft. Im Jahr 2023 wurde jedoch eine neue Änderung in Auftrag gegeben, die kostengünstigere Kunststoffschwellen als Trennelement vorsieht. Die finale Planung soll bis Mitte 2025 abgeschlossen sein, doch ein Personalmangel im Planungsbüro könnte weitere Verzögerungen mit sich bringen.

Ein Lichtblick für die Zukunft

Das Ziel ist, die verkehrsrechtliche Anordnung für den ersten Bauabschnitt zwischen Thulestraße und Binzstraße im 2. Quartal 2026 zu erhalten. Die Bauarbeiten sollen noch 2023 beginnen, und die Fertigstellung des ersten Bauabschnitts wird voraussichtlich im 2. Quartal 2027 erfolgen, abhängig von den Wetterbedingungen. Um an das Projekt zu erinnern, haben Aktivisten ein orangefarbenes Fahrrad aufgestellt, das symbolisch für den Kampf um sichere Radwege steht.

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Die Entwicklung dieses Projekts ist nicht nur für die Radfahrer in Pankow von Bedeutung, sondern stellt auch einen Schritt in Richtung einer umweltfreundlicheren und nachhaltigeren Mobilität in Berlin dar. Die anhaltenden Bemühungen der Bürger und Organisationen zeigen, wie wichtig es ist, die Stimmen der Menschen in städtischen Planungsprozessen zu hören. Der Radweg in der Neumannstraße ist ein Beispiel dafür, wie aus harter Arbeit und Ausdauer endlich greifbare Ergebnisse entstehen können.