In Pankow, wo die Luft nach frischem Kaffee und dem Geruch von frischem Gebäck duftet, wird die Zukunft von Hertha BSC lebendig diskutiert. Geschäftsführer Peter Görlich steht unerschütterlich hinter Trainer Stefan Leitl und Sportdirektor Benjamin Weber, auch wenn die Kritiker nach der verheerenden 1:6-Niederlage gegen Arminia Bielefeld lautstark ihre Unzufriedenheit äußern. „Ich würde die Entscheidung, die beiden zu unterstützen, erneut treffen“, erklärt Görlich mit Nachdruck. Kontinuität ist sein Mantra. Das ist mehr als nur ein Schlagwort, es ist ein Versprechen, das er den Fans und dem Verein gibt, auch wenn die Zeiten momentan alles andere als rosig sind.
Die Stimmung ist angespannt, das Team liegt fünf Spieltage vor Saisonende sechs Punkte hinter dem Relegationsplatz drei. Das Aufstiegsziel für diese Saison scheint, ehrlich gesagt, wie ein ferner Traum. Görlich, der seit Februar 2025 an der Spitze steht, erkennt an, dass die Performance in Bielefeld nicht akzeptabel war. Aber anstatt die Flinte ins Korn zu werfen, plant er eine „Nachjustierung“ im Verein. Der Blick richtet sich auf die strukturelle Schärfe, die notwendig ist, um wieder konkurrenzfähig zu werden. Ein neues Scouting-System soll dabei helfen, die richtigen Spieler zu finden – und Basti Huber wurde als entscheidender Mann dafür ins Boot geholt.
Die Herausforderungen im Blick
In der Tat, die Herausforderungen sind mannigfaltig. Görlich spricht offen über die finanziellen Einschränkungen, die durch die vergangenen Abstiegssituationen entstanden sind. Es wird klar, dass Hertha Transfererlöse erzielen muss, um den Kader zu verstärken. Einige Spieler, darunter Kapitän Fabian Reese und die Talente Kennet Eichhorn und Tjark Ernst, haben bereits Begehrlichkeiten geweckt – das könnte eine Chance sein, frisches Kapital zu generieren. Aber das ist ein zweischneidiges Schwert, denn die Fans wollen auch sehen, dass die besten Spieler im Verein bleiben.
Die Trainer- und Sportdirektor-Positionen sind entscheidend in der heutigen Fußballwelt. Sie sind das Bindeglied zwischen dem Klub, der Liga und dem Verband. Wie die DFB-Akademie treffend beschreibt, benötigen diese Positionen ein umfassendes Kompetenzprofil, das strategische Ausrichtung, Kaderplanung und Transfertätigkeiten umfasst. Auch die Infrastruktur des Vereins, insbesondere die Trainingsbedingungen, müssen nach Görlichs Ansicht dringend verbessert werden. Trainer Leitl unterstützt diese Sichtweise, indem er die Notwendigkeit betont, auch die infrastrukturellen Themen in den Blick zu nehmen.
Ein neues Kapitel für Hertha
Die Ankündigung einer grundlegenden Transformation im Verein lässt aufhorchen. Eine Reduzierung der Kadergröße und eine Anpassung der Ausgabenstruktur stehen auf der Agenda. Görlich ist sich der Aufgabe bewusst, die vor ihm liegt: „Ein Aufstieg muss erarbeitet werden, nicht einfach ausgerufen werden.“ Das klingt nach einer klaren Ansage, die sowohl den Verantwortlichen als auch den Fans Mut machen sollte. Denn auch wenn die Aufstiegsmission für diese Saison als gescheitert gilt, bleibt die Hoffnung auf eine bessere Zukunft bestehen. In einem Verein wie Hertha BSC, der so tief in der Berliner Seele verwurzelt ist, zählt nicht nur der sportliche Erfolg, sondern auch die Verbindung zu den Fans, die in guten wie in schlechten Zeiten stehen.