Wenn man über die Freibäder in Berlin spricht, kommt man am Freibad Pankow einfach nicht vorbei. Es gilt offiziell als Sanierungsfall und wird als das „mieseste Freibad Deutschlands“ bezeichnet. Doch trotz seiner baulichen Mängel und der bröckelnden Schwimmhallen-Ruine hat dieser Ort eine ganz besondere Anziehungskraft – gerade für echte Berliner. Ich kann mir kaum vorstellen, dass es irgendwo einen Ort gibt, der so viele Erinnerungen an die Jugend weckt, wie dieses Freibad. Hier, im Herzen von Pankow, pulsiert das soziale Leben, auch wenn die Besucher manchmal bis zu 45 Minuten an der einzigen Pommes-Bude anstehen müssen.

Der Charme des Freibades liegt aber nicht nur in den nostalgischen Erinnerungen. Im Sommer 1973 war hier reger Badebetrieb, und viele empfinden einen Sommertag im Freibad fast wie einen Kurzurlaub am Meer. Es gibt Kunstsprünge, Arschbomben und vor allem: die Wiesen um die Becken, die zum Entspannen einladen. Und komischerweise, während ich das schreibe, kommt mir der Gedanke an den kleinen Fuchs, der im Frühsommer seine Jungen auf der Wiese großgezogen hat. Ja, das Freibad hat seine eigene, skurrile Flora und Fauna – im Winter schwimmen sogar Enten in den Becken!

Ein Ort der Erinnerungen und der Gemeinschaft

Persönlich habe ich eine ganz besondere Verbindung zu diesem Ort. Die Erinnerungen an unbeschwerte Sommertage, an das Plätschern im Wasser und das Lachen mit Freunden sind unvergesslich. Auch wenn viele über die Mängel schimpfen, ist das Freibad Pankow für viele von uns ein Sehnsuchtsort – nicht für Romantiker, sondern für die, die in dieser Stadt leben und die Ecken lieben, die nicht perfekt sind. Und ja, ich plane, weiterhin dort zu schwimmen, denn es ist mehr als nur ein Freibad. Es ist ein Teil meiner Heimat.

Doch die Zukunft vieler Freibäder ist ungewiss. Die Freibadsaison 2025 beginnt, aber nicht alle Freibäder werden öffnen können, und viele haben eingeschränkte Öffnungszeiten. Der marode bauliche Zustand vieler dieser Schwimmbäder und der Fachkräftemangel sind ernsthafte Probleme. Laut einer Sanierungsumfrage der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen (DGfdB) aus Oktober 2024 müssen jedes dritte Freibad in den nächsten fünf Jahren umfangreich saniert werden. Das Durchschnittsalter der Freibäder in Deutschland liegt bei etwa 52 Jahren – und das merkt man auch.

Die Herausforderungen der Freibadsanierung

Die Betreiber stehen vor großen Herausforderungen. Viele sehen sich bei Modernisierungen mit Hindernissen konfrontiert, wie unzureichenden Fördermitteln. Es gibt jedoch Lichtblicke: Innovative Konzepte für wirtschaftliche Sanierungen und die Anpassung der Freibäder an neue Zielgruppen sind dringend nötig. Es wird an Projekten gearbeitet, die den Betrieb der Bäder aufrechterhalten und gleichzeitig neue Attraktionen schaffen sollen. Zum Beispiel die Sanierung des Freibades Gehlenbeck, die auf nachhaltigen Betrieb fokussiert ist. Das Freibad Griesheim plant eine Modernisierung mit Barrierefreiheit und neuen Wasserattraktionen.

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Um die Herausforderungen zu meistern, könnte die Digitalisierung eine Chance sein. KI-gestützte Videoüberwachung zur Unterstützung der Wasseraufsicht oder Building Information Modeling (BIM) zur Integration von Betriebsdaten sind Ansätze, die helfen könnten, die Bäderinfrastruktur zu optimieren. Aber das alles braucht Zeit, Planung und natürlich auch das nötige Personal – was zurzeit ein weiteres Problem darstellt, denn bis Mai 2024 waren 50% der offenen Stellen in Freibädern unbesetzt.

Es bleibt also spannend. Das Freibad Pankow, trotz all seiner Mängel, wird weiterhin ein Ort sein, an dem die Berliner ihre Sommer verbringen. Und ich hoffe, dass wir die Zukunft dieses besonderen Ortes gemeinsam gestalten können, um auch den nächsten Generationen unvergessliche Erinnerungen zu ermöglichen.

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