In Pankow, genauer gesagt in Blankenburg, kam es am 2. Juni zu einem Vorfall, der die Gemüter erhitzte. Eine kleine, aber engagierte Protestgruppe – bestehend aus etwa 13 Personen – stellte sich gegen einen Bürgerdialog der AfD, bei dem die Bundestagsabgeordneten Ronald Gläser und Gottfried Curio auftraten. Unter diesen Protestierenden war auch die 74-jährige Maja Wiens, die seit 2018 aktiv bei „Omas gegen Rechts“ mitwirkt. Sie hatte an diesem Tag einen Regenschirm dabei – nicht etwa, weil es regnete, sondern um die Teilnehmer ihrer Kundgebung vor Bildaufnahmen zu schützen. Man fragt sich, wie es in einer Demokratie dazu kommen kann, dass man sich so gegen die eigene Regierung positionieren muss.

Der Schock kam, als ein Mann, der zur AfD-Veranstaltung wollte, die Kundgebung durchquerte. Seine Worte, in denen er die Protestierenden als Faschisten bezeichnete, hallten durch die Luft, unheilvoll und verletzend. Plötzlich, ohne Vorwarnung, schlug er mit voller Wucht auf Majas Regenschirm ein. Dabei wurden die Streben beschädigt, und der Schock über den Vorfall war spürbar. Maja, die sich gerade in palliativer Chemotherapie befindet, war an diesem Tag jedoch gesundheitlich ganz gut drauf, zumindest äußerte sie sich so. Der Vorfall wurde umgehend von anderen AfD-Anhängern bejubelt – Schulterklopfen für den Angreifer, als wäre es ein sportlicher Wettkampf.

Politische Reaktionen und Empörung

Die Polizei bestätigte, dass die Situation schnell eskalierte und es zu verbalen Auseinandersetzungen kam. In der Folge wurden Strafanzeigen wegen Sachbeschädigung, Beleidigung und versuchter Körperverletzung gestellt. Die Empörung über diesen Vorfall war im Bezirk groß. Die Pankower Linke, SPD und Grüne verurteilten den Angriff in einer gemeinsamen Resolution und bezeichneten ihn als Ausdruck eines erstarkenden Rechtsextremismus, der die Sicherheit aller Bürger*innen bedrohe. Die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Pankow stellte klar, dass es sich um einen gezielten Angriff auf eine Person handelt, die sich für die freiheitlich-demokratische Grundordnung einsetzt. Die Solidarität mit den „Omas gegen Rechts“ und anderen antifaschistischen Gruppen wurde betont.

Ein Mitglied der BVV forderte, das Versammlungsrecht und die Sicherheit antifaschistischer Gegenproteste zu schützen. Man möchte meinen, dass in einem Bezirk wie Pankow, der für seine Vielfalt und Offenheit bekannt ist, Menschenfeindlichkeit und rechte Gewalt keinen Platz haben sollten. Es wird auch gefordert, dass die Strukturen der Demokratieförderung gestärkt werden, um Betroffenen rechter Gewalt Unterstützung anzubieten. Das ist dringend nötig – nicht nur für diejenigen, die sich aktiv gegen Rechts engagieren, sondern für die gesamte Gesellschaft.

Ein Blick auf den Rechtsextremismus

In diesem Kontext überrascht es nicht, dass der Vorfall in Blankenburg nicht isoliert steht. Der Verfassungsschutz hat in den letzten Jahren verstärkt auf die Zunahme von rechtsextremen Aktivitäten hingewiesen. Organisationen wie „Combat 18 Deutschland“ oder die „Weisse Wölfe Terrorcrew“ wurden in der Vergangenheit verboten, doch die Gesinnung zeigt sich oft in der Öffentlichkeit durch bestimmte Zeichen und Symbole. Das ist nicht nur ein Problem für die Betroffenen, sondern für die gesamte Gesellschaft, die sich fragen muss, wie sie mit so viel Intoleranz umgehen möchte.

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Die jüngsten Ereignisse in Pankow verdeutlichen, dass es nicht nur um einen einzelnen Vorfall geht, sondern um einen gesamtgesellschaftlichen Kampf für die Werte, die unsere Demokratie ausmachen. Der Widerstand gegen rechtsextreme Strömungen ist nicht nur ein Gebot der Stunde, sondern auch eine Frage der Menschlichkeit. Es bleibt zu hoffen, dass solche Vorfälle in Zukunft nicht nur verurteilt, sondern auch mit konkreten Maßnahmen begegnet wird, um ein sicheres und respektvolles Miteinander zu fördern.