In Berlin, der pulsierenden Hauptstadt, wird gerade ein Film produziert, der sowohl inhaltlich als auch schauspielerisch für einiges Aufsehen sorgt. Die Rede ist von «Nürnberg», einem Werk, das die Nürnberger Prozesse thematisiert und dabei mit zwei Oscar-Preisträgern aufwartet: Russell Crowe und Rami Malek. Crowe wird in die Rolle des Hermann Göring schlüpfen – einem der berüchtigsten Kriegsverbrecher der Geschichte. Malek hingegen verkörpert den US-Psychiater Douglas M. Kelley, der die Aufgabe hat, die Angeklagten psychologisch zu beurteilen. Es ist ein Film, der nicht nur die Abscheu, sondern auch die Faszination für die Nürnberger Prozesse in den Fokus rückt!
Die Geschichte basiert auf dem Buch «The Nazi and the Psychiatrist» von Jack El-Hai, das 2013 das Licht der Welt erblickte. Kelley, der in seiner Rolle das „Böse an sich“ erkunden wollte, musste feststellen, dass es diese universelle Vorstellung nicht gibt. Eine spannende Auseinandersetzung, die jedoch, laut ersten Kritiken, Schwierigkeiten hat, die Verbrechen der Nationalsozialisten gebührend in den Vordergrund zu rücken. Man fragt sich, ob die historischen Dokumentaraufnahmen, die die Dimension des Massenmords zeigen, nicht besser in die Handlung integriert werden könnten.
Die Starbesetzung und die Dreharbeiten
In der Hauptbesetzung finden sich neben Crowe und Malek auch einige namhafte Schauspieler: Michael Shannon wird als Robert H. Jackson zu sehen sein, der als Hauptanklagevertreter beim Internationalen Militärgerichtshof fungierte. Richard E. Grant schlüpft in die Rolle des britischen Lordkanzlers Sir David Maxwell Fyfe, und John Slattery spielt Colonel Burton C. Andrus. Die Dreharbeiten fanden zwischen Februar und Mai 2024 in Ungarn statt, was für die Produktion sehr intensive Monate waren. Ein besonderer Fokus lag dabei auf der Kameraführung, die Dariusz Wolski (Polen) übernahm – ein Meister seines Fachs.
Wenn man sich zurück erinnert, die Nürnberger Prozesse begannen am 20. November 1945 und zogen sich bis zum 1. Oktober 1946. Über 400 öffentliche Sitzungen fanden statt, und die Anklagepunkte waren alarmierend: Verbrechen gegen den Frieden, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Der Prozess selbst fand in Nürnberg statt, der Stadt, die zuvor für ihre Parteitage berüchtigt war. Der Zugang zum Justizpalast war stark gesichert – militärische und polizeiliche Patrouillen sorgten für Sicherheit. Göring, der am Ende des Prozesses in allen Anklagepunkten schuldig gesprochen wurde, erhielt die Todesstrafe. Ein düsteres Kapitel, das die Menschheit nie vergessen sollte.
Ein Gerichtsdrama mit historischem Hintergrund
Im letzten Drittel des Films entwickelt sich ein packendes Gerichtsdrama, das an das Hollywood-Epos «Urteil von Nürnberg» aus dem Jahr 1961 erinnert. James Vanderbilt, der Regisseur, hat sich mit «Nürnberg» an seinem zweiten abendfüllenden Spielfilm versucht. Die Kritiken deuten darauf hin, dass der Film, obwohl er das Publikum an das Thema Nationalsozialismus heranführt, mehr politische Tiefe benötigen könnte, um die gravierenden historischen Verbrechen wirklich zu beleuchten.
Die Welt schaut gespannt auf diesen Film, der nicht nur die schockierenden Taten einer dunklen Zeit aufarbeitet, sondern auch die psychologischen Aspekte hinter den Taten der Täter und die Fragen, die sich aus dem Prozess ergeben. Die kommenden Monate werden zeigen, wie das Publikum auf diese intensive Auseinandersetzung reagiert. Vielleicht wird «Nürnberg» ein weiterer Schritt sein, um die Erinnerung an die Vergangenheit wachzuhalten.