Kunst und Klima: Neuköllns kreative Auseinandersetzung mit Fürsorge und Verantwortung
Im Herzen von Neukölln, wo sich urbaner Charme und kreative Energie vereinen, findet zurzeit eine Ausstellung statt, die nicht nur das Auge erfreut, sondern auch zum Nachdenken anregt. „Parenting Climate“ bringt textile Landschaften in übergroßen Stoffobjekten, gepaart mit eindrucksvollen Audioarbeiten, Filmen und Fotografien. Hier wird das Alltagsleben in Verbindung mit Klimathemen und Fürsorge in einem spielerischen, politischen Kontext präsentiert. Die Künstlerinnen vor Ort – darunter Alisa Tretau, Bárbara Bielitz und Catherine Rose Evans – laden dazu ein, das Zusammenspiel von Mensch und Umwelt neu zu betrachten.
Die Ausstellung ist bis Ende Juni zu sehen und wird durch ein spannendes Begleitprogramm ergänzt. So gibt es eine Food-Performance von Saakhi Mansoor, die sicher nicht nur geschmacklich ein Erlebnis ist. Und für die kreativen Köpfe unter uns: Eine künstlerische Sockenreparaturwerkstatt wird angeboten! Wer am 13. Juni um 15:00 Uhr Zeit hat, sollte sich die Lesung aus dem Online-Magazin „www.nichtnurmuetter.de“ mit Mareice Kaiser und Jacinta Nandi nicht entgehen lassen. Hier wird’s persönlich und berührend – Themen von Fürsorge und Verantwortung werden in einem neuen Licht betrachtet.
Ein Blick auf die Kunstszene
Neukölln ist nicht nur Schauplatz dieser besonderen Ausstellung. Die Kunstszene Berlins ist lebendig und vielfältig. Die Kyiv Biennial wird am 10. Juni eröffnet und läuft bis zum 13. September im KW Institute for Contemporary Art. Ein weiteres Highlight ist die Ausstellung „Sick Days“ im Studio Hanniball, die sich mit chronischen Krankheiten auseinandersetzt – hier wird am 6. Juni die Finissage gefeiert. Auch das Museum Barberini zeigt mit „Avant-Garde: Max Liebermann und Impressionism in Germany“ spannende Werke bis zum 7. Juni.
Während man durch die Straßen Neuköllns schlendert, spürt man, dass Kunst nicht nur in Museen stattfindet. Sie durchdringt das Alltagsleben und regt zum Nachdenken an. Die Verbindung von Kunst und gesellschaftlichen Themen wird auch im „Politics of Care“ deutlich. Hier wird die Bedeutung von Fürsorge in Krisenzeiten thematisiert. Wer sorgt für wen? Unter welchen Bedingungen? Diese Fragen sind nicht nur philosophisch, sondern auch extrem aktuell. Die Werke stellen das Ideal der heteronormativen Kleinfamilie infrage und bieten Perspektiven auf Care jenseits neoliberaler Selbstverantwortlichkeit. Die Verbindung zwischen Kunst, Verantwortung und einem gerechteren Miteinander wird hier auf eindrucksvolle Weise sichtbar.
Abgerundet wird das Programm mit einer Abschlussveranstaltung am 28. Juni, die unter anderem eine Reparaturwerkstatt von Constanza Carjaval umfasst. Es bleibt spannend, wie die Künstlerinnen auf die drängenden Fragen unserer Zeit reagieren werden und welche Impulse sie für die Zukunft setzen können. Man darf gespannt sein!
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