Heute ist der 13. Mai 2026, und in Neukölln brodelt es mal wieder. Die Familie SC, die in der Erkstrasse lebt, kämpft seit 2013 gegen Schimmel und eine defekte Heizung in ihrer Wohnung. Seit all den Jahren haben sie immer wieder versucht, ihren Vermieter, die Covivio Immobilien GmbH, auf die Missstände aufmerksam zu machen. Doch die Reaktionen blieben aus. Wenn man bedenkt, dass die Familie zwei kleine Kinder hat – eines ist gerade mal vier Jahre alt, das andere erst ein Jahr – wird klar, wie belastend diese Situation ist. Schimmel ist nicht nur ein unschöner Anblick, sondern auch gesundheitsschädlich. Die Kinder sind also in einer gefährlichen Umgebung, und die Familie ist verzweifelt.
Die Covivio Immobilien GmbH übernahm 2020 das Mehrfamilienhaus, in dem die Familie wohnt, und damit auch die Verantwortung für die Instandhaltung. Doch anstatt die notwendigen Reparaturen durchzuführen, drohte Covivio der Familie mit Räumung, nachdem sie den Schimmel selbst beseitigt hatte. Ein weiterer Schlag ins Gesicht für Menschen, die sich nichts sehnlicher wünschen als ein sicheres Zuhause. Das Bündnis „Zwangsräumung verhindern“ hat sich in den vergangenen Wochen stark gemacht und fordert einen Räumungsaufschub für die Familie. Briefe wurden an Covivio geschrieben, doch die Antworten waren stets formal und enttäuschend – eine richtige Gesprächsbereitschaft war nicht erkennbar.
Die Kundgebung vor Covivio
Am 7. Mai 2026 versammelten sich 30 Menschen vor dem Büro von Covivio in der Sonnenallee 160, um ihre Solidarität mit der Familie SC zu zeigen. Die Atmosphäre war angespannt, aber auch voller Hoffnung. Bewohner des angrenzenden Hauses unterstützten die Demonstrierenden mit Daumen-hoch-Gesten. Doch Covivio zeigte sich unbeeindruckt und schloss kurzerhand das Büro. Ein deutliches Zeichen dafür, dass die Gesprächsbereitschaft nicht nur gering, sondern gleich null war.
Nach vier ungültigen Kündigungsversuchen gelang es Covivio beim fünften Anlauf schließlich, die Kündigung gerichtlich durchzusetzen. Enden die Bemühungen der Familie SC dort? Leider droht ihnen nun die Zwangsräumung. Die Lage ist ernst, denn eine neue Wohnung haben sie bisher nicht gefunden, und die Angst vor Wohnungslosigkeit schwebt wie ein Damoklesschwert über ihnen.
Forderungen und Unterstützung
Das Bündnis fordert von Covivio, Verantwortung zu übernehmen: Die Kündigung soll zurückgenommen werden, und eine neue Wohnung aus dem Bestand des Unternehmens sollte der Familie zur Verfügung gestellt werden. Zudem unterstützen sie den Volksentscheid „Deutsche Wohnen & Co enteignen“ und fordern die Enteignung von Covivio. Diese Entwicklungen werfen ein Schlaglicht auf die aktuellen Probleme im Berliner Wohnungsmarkt, wo Mieter oft im Regen stehen gelassen werden.
Die Situation der Familie SC ist ein Beispiel unter vielen. Der Kampf um ein Dach über dem Kopf wird in der Stadt immer mehr zum täglichen Brot, während große Immobilienunternehmen oft unbeeindruckt von den Schicksalen der Menschen ihre Geschäfte weiterführen. Es bleibt zu hoffen, dass die Solidarität aus den Nachbarschaften, wie sie am 7. Mai zu sehen war, Früchte trägt und die Familie SC endlich die Unterstützung erhält, die sie dringend braucht.