In Neukölln, einem der pulsierenden Herzen Berlins, gibt es eine kleine, aber aufsehenerregende Hobbyfarm. Hier, im Garten eines unbewohnten Hauses, das seit 2022 einer ausländischen Familie gehört, leben zehn Hühner und vier Schafe. Soweit klingt es nach einem idyllischen Landleben in der Stadt, doch die Realität sieht ganz anders aus. Anwohnerin Kathrin B. berichtet von der ständigen Lärmbelästigung, die insbesondere von einem Huhn ausgeht, das schon vor dem ersten Lichtschimmer gackert – und das bis zur Dunkelheit. Ein echtes „Frühaufsteher-Huhn“, könnte man sagen, wenn es nicht so nervtötend wäre.

Die Tiere haben tagsüber freien Zugang zum Garten und verbringen die Nächte im Kellerstall – ein Konzept, das nicht nur die Nachtruhe der Anwohner stört, sondern auch die Schafe betrifft. Diese nutzen den Garten als Futterquelle und leben, gelinde gesagt, zwischen Bauschutt und Dreck. Die Situation hat sich verschärft, seit im Mai 2023 ein Hahn dazugekommen ist, der das akustische Chaos noch verstärkt. Anwohner haben bereits mehrfach beim Bezirksamt und der Polizei über die Zustände und den Lärm Beschwerde eingelegt. Es gab sogar Vorfälle, bei denen Tiere in gefährlichen Situationen beobachtet wurden – so wurde ein Schaf gesehen, das im Geländer festhing. Ein wenig besorgniserregend, nicht wahr?

Die Reaktionen der Behörden

Die Schafe sind seit Mai 2026 auf dem Gelände, erklärt Pressesprecherin Sandra Beier vom Bezirksamt Neukölln. Sie wurden tierärztlich untersucht, und das Bezirksamt sieht keine akute Gefährdungslage aus Tierschutzgründen. Dennoch hat das Bezirksamt eine Anzeige wegen Lärmbelästigung erhalten. Es scheint, als ob das Thema Lärm in Wohngebieten nicht nur ein lokales, sondern ein rechtliches Problem ist. Laut § 117 OWiG können solche Belästigungen mit Bußgeldern von bis zu 5.000 Euro geahndet werden. Wer hätte gedacht, dass ein „gackerndes“ Huhn so viel Unruhe stiften kann?

Die gesetzlichen Bestimmungen sind klar – nicht nur das Tierschutzgesetz, sondern auch das Bundesimmissionsschutzgesetz und das Bauplanungsrecht geben vor, wie und wo Tiere gehalten werden dürfen. Hühner benötigen beispielsweise ausreichend Platz und Rückzugsmöglichkeiten. Wenn sie nicht artgerecht gehalten werden, kann das schnell zu Problemen führen. Und das Lärmproblem ist nicht zu unterschätzen. In städtischen Gebieten kann der Lärm von Nutztieren wie Hühnern ein echtes Ärgernis sein. Die Halter sollten nicht nur ihre Tiere registrieren und regelmäßig impfen lassen, sondern auch dafür sorgen, dass der Lärmpegel in Ruhezeiten sinkt.

Ein Ausblick in die Zukunft

Ehrlich gesagt, die Situation ist nicht nur für die Nachbarn belastend, sondern auch für die Tiere selbst. Hühner und andere Nutztiere haben ein feineres Gehör als Menschen und können durch Geräusche, die für uns normal sind, in Angst versetzt werden. Hier sind Kommunikation und Kompromissbereitschaft gefragt. Ein offenes Gespräch zwischen den Tierhaltern und den Nachbarn könnte vielleicht helfen, eine Lösung zu finden. Wenn das nicht funktioniert, könnten rechtliche Schritte in Erwägung gezogen werden – aber das sollte wirklich die letzte Option sein.

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Für alle, die an nachhaltiger und tierfreundlicher Lebensführung interessiert sind, gibt es auch alternative Lösungen wie den Anbau von Obst und Gemüse im eigenen Garten oder die Teilnahme an Urban-Gardening-Projekten. Vielleicht könnte man sogar einen Hochbeet-Kurs ins Leben rufen! Letztendlich bringt die Nutztierhaltung zwar viel Freude, erfordert aber auch Planung und Rücksichtnahme auf die Nachbarn. Die Kunst des Zusammenlebens in der Stadt ist eine Herausforderung, die es wert ist, gemeistert zu werden.

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