Baden in der Krise: Berliner Schwimmbäder kämpfen gegen technische Pannen und Sanierungsstau
Heute ist der 25.06.2026 und der Sommer hat bereits seine ersten warmen Tage in Neukölln eingeläutet. Doch die Freude über das herrliche Wetter wird durch eine unerwartete Nachricht aus dem Columbiabad getrübt. Nur einen Tag nach dem Saisonstart musste das beliebte Schwimmbad vorübergehend schließen – ein technisches Problem ist der Grund. Eine Sprecherin der Berliner Bäder-Betriebe äußerte ihr Bedauern über die Situation und stellte klar, dass der Badebetrieb derzeit nicht möglich ist. Techniker sind bereits vor Ort und versuchen, die Ursachen zu ermitteln. Aber wann das Problem behoben sein wird, bleibt ungewiss. Das Columbiabad hatte erst am Mittwoch nach Verzögerungen bei der Beschaffung von Filtermaterial wieder geöffnet – der Saisonstart war also alles andere als reibungslos.
In dieser Woche gab es übrigens auch eine kurzzeitige Schließung des Prinzenbads in Kreuzberg, die aufgrund eines Brandes in einem Schaltschrank notwendig wurde. Glücklicherweise ist auch dieses Bad mittlerweile wieder geöffnet. Es scheint, als ob die Berliner Schwimmbäder in dieser Saison mit allerlei Herausforderungen zu kämpfen haben.
Die Lage an den Berliner Schwimmbädern
Die Situation ist nicht nur im Columbiabad angespannt. Berliner Schwimmbäder stehen generell vor einem riesigen Berg an Herausforderungen. Viele Anlagen sind sanierungsbedürftig, etliche mussten bereits geschlossen werden und geplante Projekte stecken fest. Ein Beispiel ist das Paracelsus Bad in Reinickendorf: Hier wird die Fertigstellung nicht vor Ende 2027 erwartet, und die Kosten haben sich auf stramme 36 Millionen Euro erhöht. Das Bad, das 1960 eröffnet wurde, wurde 2019 für Renovierungen geschlossen – ursprünglich waren nur zwei Jahre Bauzeit und 8 Millionen Euro Kosten eingeplant. Solche Verzögerungen und Kostensteigerungen sind mittlerweile an der Tagesordnung. Die Entdeckung größerer Schäden an der Bausubstanz hat die Pläne ordentlich durcheinandergeworfen.
Darüber hinaus zeigt eine Studie des Deutschen Instituts für Urbanistik, dass ein Drittel der Kommunen in Deutschland Sportstätten wegen baulicher Mängel schließen musste. In Berlin sind von 35 Hallenbädern der Berliner Bäder-Betriebe derzeit acht geschlossen – einige davon schon seit Jahren. Die Ursachen sind vielfältig und reichen von altersbedingten Schäden über Denkmalschutzauflagen bis hin zu unvorhergesehenen baulichen Herausforderungen und gestiegenen Baukosten. Auch die Auswirkungen der Corona-Pandemie und die angespannte Finanzlage der Bezirke spielen eine Rolle.
Ein Blick in die Zukunft
Die Pläne für die Schwimmbäder in Berlin sind alles andere als rosig. Im Bezirk Pankow wurde beispielsweise ein teures Kombibad-Projekt über 75 Millionen Euro gestoppt, die Finanzierung wurde gestrichen. Stattdessen plant das Bezirksamt Pankow ein alternatives, kleineres Freibad, das irgendwann durch eine Schwimmhalle ergänzt werden könnte. Auch in Marzahn-Hellersdorf musste ein Kombibad-Projekt gestrichen werden; nun steht eine Typenschwimmhalle auf dem Plan, was bei den Anwohnern auf Unmut stößt.
Ein Lichtblick ist die Schwimmhalle Hohenschönhausen, die im Herbst 2025 wiedereröffnet werden soll. Die Sanierung schreitet zügig voran. Und auch das Stadtbad Tiergarten wird um ein neues Außenbecken erweitert – die Bauarbeiten sollen im Frühjahr 2025 beginnen, mit einer Eröffnung für 2026. Doch der Sanierungsstau in den Berliner Schwimmbädern ist ein deutliches Zeichen für die Herausforderungen, die die Politik bewältigen muss. Es braucht höhere Investitionen, bessere Planung und realistische Zeitpläne, um den Schwimmflächenbedarf der Stadt gerecht zu werden.
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