Am ehemaligen Flughafen Tegel in Berlin wird es lebendig – und das nicht nur durch das Geplätscher der Enten oder das Gezwitscher der Vögel. Zehn Jugendliche, zwischen 12 und 26 Jahren, sind hier versammelt, um sich dem Birding zu widmen. Ole, der Jüngste im Young Birders Club, ist mit seinen 12 Jahren ganz vorne mit dabei und genießt es, am Wochenende die Natur zu erkunden. Für ihn ist es ein echter Ausgleich zum hektischen Alltag, in dem Handys oft die Aufmerksamkeit dominieren. Stattdessen wird hier mit Ferngläsern gearbeitet – und das mit einer Begeisterung, die ansteckend ist!

In Deutschland gibt es mittlerweile etwa fünf Gruppen des Young Birders Clubs, die vom NABU organisiert werden. Ein kürzlich veröffentlichter Bericht zeigt, dass Birdwatching das am zweitschnellsten wachsende Hobby der Generation Z ist. In Großbritannien sind es fast 750.000 junge Menschen, die regelmäßig Vögel beobachten – eine Zahl, die beeindruckt und zum Nachdenken anregt. Schön zu sehen, dass das Interesse an der Natur nicht nur in ländlichen Gebieten, sondern auch in urbanen Umgebungen wie Berlin floriert!

Ein neues Hobby mit Mehrwert

Die Teilnehmer, darunter auch die 18-jährige Cora, sind nicht nur hier, um die Vögel zu beobachten, sondern auch, um etwas über sie zu lernen. Cora nutzt ein Handbuch für europäische Vögel und geht mindestens einmal pro Woche Birden. Ihr Interesse entstand – wie bei vielen anderen – während der Corona-Pandemie, als die Natur viele als Rückzugsort diente. Während ihrer Exkursion sind die Jugendlichen vollkommen fokussiert und schauen kaum auf ihre Handys. Ein echtes Highlight war die Sichtung einer Wiesenweihe, die in Berlin nur selten zu sehen ist. Laura Muschiol, Co-Leiterin des Clubs, hebt die beruhigende Wirkung der Natur hervor, die für viele eine willkommene Auszeit vom digitalen Alltag darstellt.

Die Jugendlichen beteiligen sich zudem an deutschlandweiten Monitoring-Programmen über die Plattform ornitho.de, die vom Dachverband Deutscher Avifaunisten betrieben wird. Dieses Engagement ist nicht nur für die eigene Freude am Birding wichtig, sondern hilft auch, Bestandsveränderungen bei Vögeln zu erkennen – besonders bei Arten, die in Agrarlandschaften leben. Letztes Jahr gab es einen Rekord von 6.000 neuen Nutzern bei Ornitho, und bei gutem Wetter gehen täglich über 100.000 Vogelmeldungen ein. Das zeigt, wie aktiv die Community ist!

Ein Trend mit positiven Nebeneffekten

Die Vogelbeobachtung ist längst nicht nur ein Hobby, sondern auch ein Zeichen für den Wandel in der Beziehung junger Generationen zur Natur. Beccy Speight, die CEO der Royal Society for the Protection of Birds (RSPB), betont die positiven Effekte auf die mentale Gesundheit, die aus solchen Aktivitäten entstehen. Junge Menschen engagieren sich aktiv in Naturschutzprojekten, was den Eindruck widerlegt, dass sie lediglich passiv über Umweltfragen nachdenken. Soziale Medien spielen eine interessante Rolle, indem sie als Plattform zum Teilen von Sichtungen und zur Identifikation von Arten dienen – ein spannendes Zusammenspiel zwischen digitaler Welt und Naturerlebnis.

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Eine aktuelle Studie zeigt zudem, dass eine vielfältige Vogelwelt in der Wohngegend das psychische Wohlbefinden der Menschen fördern kann. Besonders Menschen mit niedrigerem Einkommen profitieren von einer höheren Vogelvielfalt. Das ist ein Aspekt, den man in der öffentlichen Gesundheitspolitik stärker berücksichtigen sollte. Die Integration von Naturschutz- und Stadtplanungsgrundsätzen könnte hier positive Auswirkungen entfalten.

Der Trend des Birdwatchings, besonders unter der Generation Z, ist nicht nur ein Zeichen für ein wachsendes Bewusstsein für die Umwelt, sondern auch für die Notwendigkeit, die Verbindung zwischen Mensch und Natur zu stärken. Die jungen Vogelbeobachter bringen frischen Wind in die Naturschutzbewegung und zeigen, dass es immer noch Hoffnung für die Artenvielfalt gibt – eine Hoffnung, die in Zeiten von Klimawandel und Umweltzerstörung mehr denn je gebraucht wird.