Heute ist der 21.10.2026 und in Mitte, Berlin, gibt es spannende Neuigkeiten zu einer der bekanntesten Köchinnen des Landes. Sarah Wiener, die mit 64 Jahren nicht nur als TV-Köchin, sondern auch als Unternehmerin und Politikerin im Gedächtnis bleibt, hat sich nach ihrer Zeit im Europäischen Parlament etwas zurückgezogen. Von 2019 bis 2024 war sie parteiloses Mitglied der österreichischen Grünen, doch nun möchte sie wieder mehr Zeit mit ihrer vierjährigen Enkelin verbringen und sich um ihre Stiftung kümmern. Die Stiftung, die sich für gesunde Ernährung bei Kindern einsetzt, ist ihr besonders wichtig. Man könnte sagen, die Liebe zur Küche und die Verantwortung für die nächste Generation treiben sie an!

Am 21. Oktober wird sie im ZDF-Quiz „Der Quiz-Champion – Das Österreich-Deutschland-Special“ gemeinsam mit Nelson Müller als Ernährungsexpertin auftreten. Ein Event, das sicherlich viele Zuschauer an den Bildschirm fesseln wird. Doch ihr Weg war alles andere als einfach. Im Umweltausschuss des Europäischen Parlaments war sie nicht nur mit der Herausforderung konfrontiert, ihre Ideen zur Pestizidreduktion durchzusetzen, sondern auch mit dem Widerstand von rechten und rechtsradikalen Parteien. Nach zahlreichen Änderungsanträgen, die ihren ursprünglichen Gesetzesentwurf verwässerten, bezeichnete sie die Erfahrung als ernüchternd.

Von der Küche in die Politik

Sarah wurde in Halle in Westfalen geboren und wuchs in Wien auf, wo sie von ihrer künstlerischen Mutter großgezogen wurde. Mit 16 brach sie die Schule ab und reiste per Anhalter durch verschiedene Länder – Italien, Frankreich, Deutschland. Abenteuer pur! Als sie mit 24 Jahren ihren Sohn Artur bekam, zog sie zu ihrem Vater, dem Schriftsteller Oswald Wiener, nach Berlin und arbeitete in seinem Restaurant „Exil“ als Küchenhilfe. Dort entdeckte sie ihre Leidenschaft fürs Kochen, die sie schließlich dazu brachte, 1990 ein Catering-Unternehmen zu gründen. Zuerst in einem ausrangierten Lastwagen der Nationalen Volksarmee, später wurde ihr Geschäft in Berlin-Mitte zum vollen Erfolg.

Die ARD-Doku-Soap „Abenteuer 1900 – Leben im Gutshaus“ machte sie einem breiteren Publikum bekannt, gefolgt von ihrer eigenen Kochsendung „Die kulinarischen Abenteuer der Sarah Wiener“ auf ARTE. Die Gründung ihrer Stiftung im Jahr 2007 war ein weiterer Meilenstein – die Mission: Kindern gesunde Ernährung näherzubringen und ihnen zu zeigen, woher die Lebensmittel stammen. Ein Herzensprojekt! Nach ihrer Zeit im Europaparlament möchte sie sich nun wieder intensiv um diese Themen kümmern. Sie sieht nach wie vor großen Bedarf, Menschen grundlegende Kochkenntnisse und Wissen über gesunde Ernährung zu vermitteln – eine Herausforderung, die sie mit Leidenschaft angeht.

Ein Blick auf die Pestiziddebatte

Während ihrer Zeit im Parlament war Sarah Wiener Berichterstatterin für die Verordnung über die nachhaltige Verwendung von Pflanzenschutzmitteln. In einem offenen Brief forderten 69 zivilgesellschaftliche Organisationen, darunter auch PAN Germany, Unterstützung für ihre Änderungsvorschläge. Diese hatten zum Ziel, die biologische Vielfalt zu schützen und die gesundheitlichen Auswirkungen chemisch-synthetischer Pestizide zu verringern. Ein zentraler Punkt war die Konkretisierung des integrierten Pflanzenschutzmanagements (IPM). Hierbei sollten präventive und nichtchemische Maßnahmen Vorrang haben, während chemisch-synthetische Pestizide nur als letzte Option eingesetzt werden dürfen. Eine Forderung, die in der konventionellen Landwirtschaft oft nicht ausreichend umgesetzt wird.

Wiener sprach über die Herausforderungen, die sie bei der Umsetzung ihrer Ideen erlebte. Trotz grundsätzlicher Zustimmung zur Pestizidreduktion gab es Widerstand, insbesondere von konservativen Parteien, die die Umsetzung in Zeiten von Krisen wie dem Krieg gegen die Ukraine als problematisch erachteten. „Langfristige Ernährungssicherheit erfordert nachhaltige Landwirtschaft“, sagte sie und betonte die Notwendigkeit von Planungssicherheit für Landwirte. Der Zeitplan für die Abstimmungen wurde bereits deutlich nach hinten geschoben – eine Entwicklung, die sie als frustrierend empfand.

Der Weg zurück zu den Wurzeln

Nach der politischen Erfahrung denkt Sarah Wiener über die Kürze des Lebens nach – besonders nach dem Tod ihrer Mutter im April 2025, die an Demenz erkrankt war. Diese persönliche Tragödie hat sie dazu angeregt, ihre Prioritäten neu zu setzen. „Ich möchte mehr Zeit mit den wichtigen Menschen in meinem Leben verbringen und Projekte verfolgen, die der Gesellschaft zugutekommen“, erklärte sie. Ihre Überzeugung, dass Kochen nicht nur Nahrung, sondern auch Kultur und Identität vermittelt, ist ein zentraler Bestandteil ihrer Philosophie. Sie sieht es als essenziell an, dass Kinder und Jugendliche praktische Ernährungskompetenz erlernen, um sich aus der Abhängigkeit von der Lebensmittelindustrie zu befreien.

In einem Podcast sprach sie über die Machtverhältnisse in der Agrarpolitik und die Notwendigkeit unabhängiger Forschung. Ihr Ziel bleibt, die Menschen für gesunde und nachhaltige Ernährung zu sensibilisieren. „Kochen ist ein Akt der Selbstwirksamkeit“, sagt sie, und damit wird klar, dass Sarah Wiener nicht nur eine leidenschaftliche Köchin, sondern auch eine inspirierende Botschafterin für eine bessere Zukunft ist.