Berlin-Mitte hat mal wieder einen kleinen Schatz hervorgebracht! Am Paula-Thiede-Ufer wurde eine ehemals weitgehend unzugängliche Fläche am Spreeufer in einen öffentlichen Erholungsort verwandelt – und das mit einem beeindruckenden Preis von rund 5,5 Millionen Euro. Die ersten Schritte sind getan: Am 26. Juni 2026 wurde der erste Bauabschnitt feierlich eröffnet. Ein Ort, der nicht nur für die Anwohner:innen eine Bereicherung ist, sondern auch für alle Berliner:innen und Gäste, die das Wasser lieben.

Der neue Spreeuferweg erstreckt sich zwischen dem Wilhelmine-Gemberg-Weg und der Schillingbrücke, direkt gegenüber dem Holzmarkt 25 und dem Radialsystem. Hier kann man nun ganz entspannt spazieren gehen, den Blick über die Spree schweifen lassen und sich in aller Ruhe auf eine Bank setzen. Die Umgestaltung ist nicht nur eine Augenweide, sondern auch ein Schritt in die richtige Richtung, um die Spreeufer wieder für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Und das Beste? Der Weg ist barrierefrei, sodass wirklich jeder hier die frische Luft genießen kann.

Einblick in die Geschichte

Besonders bemerkenswert ist der „Spreebalkon“, ein erhöhter Aufenthaltsbereich, der über eine Rampe zugänglich ist und einen fantastischen Blick auf die Spree bietet. Vier „Geschichtsinseln“ erzählen von der industriellen Vergangenheit des Gebiets, von der Zeit der deutschen Teilung und den Entwicklungen nach dem Mauerfall. Diese kleinen Wissensinseln sind das Ergebnis eines Beteiligungsverfahrens aus dem Jahr 2015 und wurden von den Kreativen der Exponauten und minigram Studio für Markendesign gestaltet. Wer hätte gedacht, dass Geschichtswissen so spannend sein kann!

Das Paula-Thiede-Ufer ist nicht nur ein schöner Ort zum Verweilen, sondern ist auch nach einer bemerkenswerten Pionierin benannt. Paula Thiede, geboren am 6. Januar 1870 in Berlin, war eine echte Vorreiterin in der Gewerkschaftsbewegung. Sie engagierte sich für die Rechte von Arbeiterinnen und übernahm 1898 als erste Frau weltweit den Vorsitz eines Verbands, in dem Männer und Frauen organisiert waren. Ihr Erbe wird hier in der Nähe der ver.di-Bundeszentrale lebendig gehalten.

Ein weiterer Schritt in die Zukunft

Die Umgestaltung des Spreeufers ist ein Teil eines größeren Vorhabens, das darauf abzielt, den Uferbereich schrittweise zu öffnen. Der Abschnitt im Holzuferblock ist da erst der Anfang. Der barrierefreie Uferweg schafft eine durchgängige Verbindung zwischen dem Wilhelmine-Gemberg-Weg und der Schillingbrücke. Die Freianlagen wurden vom Landschaftsarchitekturbüro gruppe F geplant, wobei bestehende Nutzungen und wertvolle Vegetation weitestgehend erhalten blieben. Man kann nur hoffen, dass diese positive Entwicklung auch in anderen Bereichen der Stadt Schule macht.

Mit jedem weiteren Bauabschnitt wird die Landschaft entlang der Spree noch ansprechender. Der zweite Bauabschnitt zwischen Wilhelmine-Gemberg-Weg und Michaelbrücke soll ab 2028 umgesetzt werden. Bis dahin wird aber bereits das gesamte Projekt sorgfältig vorbereitet. Die Vorfreude auf weitere Neuigkeiten ist groß!

Die neue Promenade am Paula-Thiede-Ufer hat das Potenzial, ein beliebter Treffpunkt für alle zu werden. Egal ob beim Flanieren, Radfahren oder einfach nur beim Entspannen am Wasser – die Spree zeigt sich hier von ihrer besten Seite. Und während man an den neuen Bänken sitzt und das Treiben der Stadt beobachtet, wird einem klar: Hier entsteht etwas ganz Besonderes.