Inmitten der pulsierenden Kreativität Berlins hat sich der Kleinverlag Books on Mars seit seiner Gründung im Jahr 2021 durch Antonia Schulemann in Berlin-Mitte einen Namen gemacht. Trotz des digitalen Wandels, der die Buchlandschaft in den letzten Jahren prägt, bleibt das gedruckte Buch in Deutschland das bevorzugte Lesemedium. Nur etwa 8% aller Bücher werden digital konsumiert, was die ungebrochene Leidenschaft für physische Bücher unterstreicht.
Books on Mars ist Teil der GH Medienhaus Berlin GmbH und zählt über 10 Mitarbeitende. Antonia Schulemann, die selbst Schriftstellerin ist, hat den Verlag mit der Vision gegründet, Bücher für die Zukunft zu verlegen. Ihr Vater, der das Konzept des „fraktalen Marketings“ erfunden hat, prägte ihre geschäftliche Denkweise. Der Name des Verlags symbolisiert den Blick nach vorn, während die kreative Atmosphäre und die einst günstigen Mieten in der Innenstadt sie zur Standortwahl bewegten.
Ein Blick auf die Bestseller
Der Verlag hat bereits einige Bestseller hervorgebracht, darunter „The Breakup Healing Guide“ von Julia Wolf und „Geld im Glück“, ein „Spiegel“-Bestseller, der sich mit finanzieller Selbstfürsorge beschäftigt. Während nur drei Titel einen direkten Bezug zu Berlin haben, sind die Bücher des Verlags dennoch vielfältig und ansprechend.
Die Berliner Bücher mit lokalem Bezug sind unter anderem „Big in Berlin“, das 20 Frauenporträts, darunter Tijen Onaran und Manja Schreiner, präsentiert, sowie „Berlin 2048“, das eine Zukunftsvision der Hauptstadt entwirft. Das Verlagsprogramm wird als Mainstream beschrieben, ist politisch neutral, jedoch klar gegen rechts positioniert.
Die Verlagslandschaft in Berlin
Berlin hat sich als Verlagsmetropole Deutschlands etabliert, mit der höchsten Anzahl an Verlagen und Neuerscheinungen. Rund 180 Buchverlage und über 1.300 Autor:innen sind hier ansässig, was die Vielfalt der Verlagslandschaft verdeutlicht. Besonders kleine, unabhängige Publikumsverlage prägen diese Szene und setzen Schwerpunkte auf Literatur aus Süd- und Osteuropa sowie Publikationen von und für Frauen.
In den letzten Jahren hat Berlin auch renommierte Literaturpreise wie den Ingeborg-Bachmann-Preis und den Georg-Büchner-Preis erhalten. Die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe vergibt jährlich den Berliner Verlagspreis, um die Verlagsvielfalt zu fördern. In einer Zeit, in der Digitalisierung und Automatisierung die Branche nachhaltig verändern, sind neue Geschäftsmodelle, wie das Streaming von E-Books und Hörbüchern, sowie innovative digitale Vertriebsformen, auf dem Vormarsch.
Der Umgang mit Künstlicher Intelligenz in der Texterstellung und die damit verbundenen Fragen zum Urheberrecht sind für die Berliner Verlage zunehmend relevante Themen. Books on Mars, mit seiner klaren Ausrichtung auf gedruckte Bücher, zeigt, dass trotz der Herausforderungen der digitalen Welt, die Liebe zu physischen Büchern weiterhin blüht.