Berlin setzt mit Regenbogenbänken ein Zeichen gegen Queerfeindlichkeit und für Solidarität
Heute, am 27. Oktober 2026, wird Berlin ein wenig bunter, ein wenig lebendiger – und vor allem: ein wenig solidarischer. Die Stadt hat beschlossen, ein Zeichen gegen die wiederholten Attacken auf die queere Community zu setzen. Berliner Theater und Kulturinstitutionen rufen dazu auf, Regenbogenbänke aufzustellen, die für Vielfalt und Solidarität stehen sollen. Diese Initiative wird unter anderem vom Berliner Ensemble ins Leben gerufen, das den Auftakt mit der ersten Bank in den Helene-Weigel-Hof feiert.
Wir erinnern uns: Im Sommer hat das Bezirksamt Berlin-Mitte eine Regenbogenbank im Tiergarten aufgestellt, um an die Opfer des islamistischen Anschlags auf den Christopher Street Day zu gedenken. Doch seitdem wurde diese Bank mehrmals zerstört, was nicht nur die Herzen der Menschen verletzt hat, sondern auch ein deutliches Zeichen für die anhaltende Queerfeindlichkeit setzt. Vandalismus als Ausdruck von Hass – das ist einfach nicht hinnehmbar!
Ein starkes Zeichen
Oliver Reese, der Intendant des Berliner Ensembles, hat sich in einem Interview bei radio3 klar positioniert. Er spricht von einer notwendigen Reaktion auf die Zerstörung des Gedenkorts und erklärt, dass die Kultureinrichtungen nicht nur ein Zeichen der Solidarität setzen wollen, sondern auch aktiv gegen die Intoleranz auftreten. Die Idee, für jede zerstörte Bank eine neue aufzustellen, kommt von den Aktivist*innen Barbie Breakout und Simon Dömer. Stattdessen wird nun ein ganzes Netzwerk von Regenbogenbänken an verschiedenen Kultureinrichtungen in Berlin entstehen.
Zu den beteiligten Institutionen gehören unter anderem das Deutsche Theater, der Friedrichstadt-Palast, HAU Hebbel am Ufer, die Komödie am Kurfürstendamm, das Maxim Gorki Theater, die Staatsoper Unter den Linden und die Sophiensæle. Sie alle wollen in den kommenden Wochen Regenbogenbänke aufstellen oder bestehende Bänke in den strahlenden Farben des Regenbogens anstreichen. Ein wahres Fest der Farben für eine Stadt, die Vielfalt feiert!
Vandalismus als Einschüchterung
Doch die Situation ist ernst. Christian Müller vom Regenbogenkombinat in Cottbus hat jüngst einen gezielten Einschüchterungsversuch gegen queere Menschen als Ursache für den Vandalismus bezeichnet. Er fordert von der Politik stärkere Maßnahmen zum Schutz der Vielfalt und Investitionen in die Demokratieförderung. Diese Vorfälle sind kein Einzelfall; die Polizei hat bereits zuvor ermittelt, ob ein Brandanschlag auf ein Kulturzentrum in Cottbus mit dem bevorstehenden Christopher Street Day in Verbindung stand. Ein beunruhigendes Zeichen, das zeigt, wie wichtig Aktionen wie die der Berliner Kulturinstitutionen sind.
Die ersten Regenbogenbänke werden also nicht nur ein Ort der Erinnerung sein, sondern auch ein lebendiges Zeichen für eine Gesellschaft, die sich nicht unterkriegen lässt. Lasst uns gemeinsam dafür sorgen, dass Berlin bunt bleibt – und dass jede Bank, die aufgestellt wird, für die Liebe und den Respekt zwischen allen Menschen steht!
