Wenn man an Berlin denkt, denkt man oft an das pulsierende Leben, das niemals stillsteht. Aber was passiert hinter den Kulissen der städtischen Ämter? Genau das beleuchtet die neue ZDF-Mockumentary „Nine to Five – Das Amt“. Genauer gesagt, spielt die Handlung im fiktiven Bürgeramt Berlin Tiergarten-Mitte-West, wo sich alles um Büroalltag, Bürokratie und die schillernden Charaktere dreht, die an diesem Ort arbeiten.

Im Zentrum der achtteiligen Serie steht die neue Chefin Ronja Keller, gespielt von Friederike Kempter. Sie kommt aus der Privatwirtschaft und hat sich viel vorgenommen – doch gleich zu Beginn ihres ersten Arbeitstags wird sie mit der Herausforderung konfrontiert, eine Person aus ihrem Team zu versetzen. Lustigerweise ist die Kollegin Katja (die Schwägerin des Behördenleiters) von dieser Aufgabe ausgenommen. Hier wird schnell klar: Die Büro-Dynamik ist alles andere als einfach! Ronja überträgt die knifflige Aufgabe an Conny (Lisa Hrdina), die als engagierte Mitarbeiterin bekannt ist, aber über ein Privatleben anscheinend nur wenig zu berichten hat.

Ein Blick hinter die Kulissen

Die Serie, die schon jetzt für einige Lacher sorgt, ist im typischen Mockumentary-Stil gehalten. Die Charaktere blicken gelegentlich direkt in die Kamera und kommentieren die Geschehnisse in Interviews. Die Dialoge sind größtenteils improvisiert – das Ergebnis sind skurrile und oft unangenehme Situationen, die den Zuschauer zum Schmunzeln bringen. Ein Beispiel: Orkan (Yasin El Harrouk), der sich selbst als „Der Pate“ der Abteilung bezeichnet, flirtet ungeniert mit Dilara (Roxana Samadi), während die Personalrätin Gisela (Petra Hartung) ein Interview pünktlich zur Mittagspause abbricht. Das alles geschieht vor dem Hintergrund eines Büroalltags, der voller Klischees über Behörden steckt – wenig Motivation, frühe Feierabende und eine große Portion Chaos.

Die erste Folge, „Tag 1“, ist bereits in der ZDF-Mediathek verfügbar. Ab dem 27. Oktober wird es wöchentlich montags zwei Doppelfolgen um 21:45 Uhr auf ZDFneo geben. Außerdem werden die weiteren Folgen wie „Ferienanlage Döberitz“ und „Connys Geburtstag“ das Publikum zum Schmunzeln bringen. Es scheint, als sei die Serie eine erfrischende Hommage an das echte Beamtenleben und zeigt gleichzeitig, wie absurd und komisch der Alltag in einer Behörde sein kann.

Ein kreativer Kopf hinter dem Projekt

Die Idee zu „Nine to Five – Das Amt“ stammt von der Comedienne Tülin Sezgin, die in der Serie selbst die Rolle der Kantinenchefin Hanni spielt. Ihre Erfahrungen aus Jahren als Beamtin in Berlin fließen direkt in die Charaktere ein. Auf sozialen Medien ist sie als „Conny from the Block“ bekannt und hat sich eine treue Fangemeinde aufgebaut. Mit über 340.000 Followern auf Instagram ist sie ein echtes Phänomen, das die Bürokratie auf humorvolle Weise beleuchtet.

Die Regie übernahm Leonard Fuchs, während die Drehbücher von Momo Sinner, Ellen Holthaus, Miriam Suad Bühler und Timon Karl Kaleyta stammen. Die Parallelen zu anderen Büro-Satiren wie „Stromberg“ und „The Office“ sind unverkennbar – doch hier wird die Behörde zum Schauplatz des Geschehens. Ob der chaotische Amtsalltag, die Herausforderungen mit fordernden Kunden oder die privaten Verwicklungen unter den Angestellten – die Serie verspricht, dass diese Themen auf eine erfrischend komische Art und Weise angepackt werden.

„Nine to Five – Das Amt“ ist nicht nur eine amüsante Serie, sondern auch ein Blick in die Absurditäten des Büroalltags, die so manch einer von uns nur zu gut kennt. Wenn es um Bürokratie geht, bleibt kein Auge trocken – und vielleicht wird der ein oder andere Zuschauer sich selbst in den schrägen Charakteren wiedererkennen.