S15: Auf die Schienen, fertig, los – Berlins neue S-Bahn startet nach neun Jahren Wartezeit
Es ist endlich so weit! Am 15. Juni 2023 um 11:57 Uhr wird die neue S-Bahnlinie S15 zwischen Gesundbrunnen und Hauptbahnhof in Betrieb genommen. Ein Grund zur Freude – auch wenn die Eröffnung mit neun Jahren Verspätung erfolgt. Wer hätte gedacht, dass wir so lange auf eine neue Verbindung warten müssen? Ursprünglich sollte die Inbetriebnahme bereits 2017 stattfinden, aber wie so oft in Berlin gab es Pannen und Verzögerungen ohne Ende. Von unvorhergesehenen Bodenbedingungen über Corona-bedingte Stillstände bis hin zu Materialengpässen – die Liste der Hindernisse ist lang.
Umso mehr freuen wir uns auf den neuen S-Bahn-Betrieb! Am 14. Juni, also einen Tag vor der großen Eröffnung, wird die ICE-Strecke nach Hamburg nach einer umfassenden Generalsanierung wieder in Betrieb genommen. Das bedeutet, dass der Busersatzverkehr endlich ein Ende hat. Allerdings ist das nicht alles: Die Stadtbahn wird für ein halbes Jahr für Regional- und Fernzüge gesperrt, bis Mitte Dezember 2023. Fahrgäste müssen also auf die S-Bahn ausweichen, was für viele Regionalzüge bedeutet, dass sie ausfallen. Die Bahn hat einiges vor, denn während dieser sechs Monate soll unter anderem am Bahnhof Zoo und am Hauptbahnhof gearbeitet werden.
Ein Blick auf die S15
Die S15 wird zunächst an einem provisorischen Bahnsteig unterhalb der Invalidenstraße halten. Ein richtiger Bahnsteig, der unterhalb des Hauptbahnhofs geplant war, kann aufgrund technischer Schwierigkeiten nicht gebaut werden. Auch die Haltestellen der S15 sind bisher noch recht überschaubar – Wedding und Gesundbrunnen sind die einzigen Stationen, an denen die neue Linie halten wird. Die Zwischenstation Perleberger Brücke, die erst 2023 bestellt wurde, soll ebenfalls zur Anbindung des Europaviertels dienen, aber das Planfeststellungsverfahren dafür ist noch nicht gestartet.
Die langfristigen Pläne sind ambitioniert: Die S15 soll eines Tages die Berliner Innenstadt unterqueren und bis zu den S-Bahnhöfen Yorckstraße und Großgörschenstraße führen. Die Kurve vom Hauptbahnhof nach Westen auf den Nordring wird erst 2029 mit der Inbetriebnahme der Siemensbahn befahren. Ein ehrgeiziges Vorhaben, das auf eine umfassende Verbesserung der Nord-Süd-Verbindung abzielt. Aber wie gesagt – der Weg ist lang und steinig!
Die Herausforderungen der S-Bahn
Die neue S-Bahnlinie ist Teil des Großprojekts „S21 Berlin“, das darauf abzielt, die Anbindung der Stadt zu verbessern. Trotz der bereits betriebsbereiten technischen und baulichen Voraussetzungen für einen sicheren S-Bahn-Betrieb gibt es immer noch Herausforderungen. Verzögerungen aufgrund nicht abgenommener, sicherheitsrelevanter Ausrüstungstechnik, insbesondere der Notstromversorgung, haben zu weiteren Komplikationen geführt. Man kann nur hoffen, dass die Bahn aus den letzten Jahren gelernt hat und die neuen Prüf- und Inbetriebsetzungsprozesse ohne weitere Rückschläge über die Bühne gehen.
Ein Lichtblick: Eine Sonderfahrt mit einer historischen S-Bahn auf der Strecke der S15 ist für den 29. März geplant, auch wenn der offizielle S-Bahn-Start verschoben wurde. Immerhin – es bleibt spannend! Die Berliner sind es ja gewohnt, Geduld zu haben, und vielleicht wird die neue S15 ein wenig mehr Verkehr auf die Schienen bringen, was uns allen zugutekommt.
Doch trotz aller Hindernisse und Herausforderungen – die Hoffnung bleibt, dass die S15 nicht nur ein Schattendasein fristet, sondern irgendwann einmal eine echte Bereicherung für den öffentlichen Nahverkehr in Berlin wird. Die Vorfreude ist da, und wir sind gespannt, wie sich die Dinge entwickeln werden. Immerhin – Berlin ist eine Stadt, die niemals stillsteht!
