Am Samstag, den 19. Juni 2026, wird Marzahn-Hellersdorf zum Schauplatz von Farben, Musik und einer starken Botschaft. Die Marzahn-Pride-Week erreicht ihren Höhepunkt mit der siebten Pride-Parade im Bezirk. Organisiert von Quarteera e. V., einem Verein, der sich für queere Menschen aus Osteuropa, Zentralasien und dem Kaukasus einsetzt, steht das Motto der Veranstaltung unter dem Eindruck von Sichtbarkeit und Widerstand: „Sichtbarkeit ist Widerstand“.

Die Parade beginnt um 12 Uhr an der Allee der Kosmonauten und zieht bis zum Victor-Klemperer-Platz, wo ab 14:30 Uhr ein queeres Nachbarschaftsfest mit Konzerten, DJs und Streetfood gefeiert wird. Das ist nicht nur eine Feier der Vielfalt, sondern auch ein starkes Zeichen gegen die wachsende Bedrohung durch rechte Gruppierungen im Bezirk. Denn Marzahn hat eine bunte Migrationsgeschichte, insbesondere unter den Russlanddeutschen, die hier leben.

Vorfreude und Herausforderungen

Vanessa Krah, die Queerbeauftragte, eröffnet die Parade zusammen mit dem Bezirksstadtrat Gordon Lemm. Trotz der Vorfreude gibt es auch eine latente Anspannung. Laut Berliner Register ist die Zahl körperlicher Angriffe in Marzahn-Hellersdorf gestiegen, und die Präsenz extrem rechter Propaganda ist nicht zu übersehen. Die rechtsextreme Kleinstpartei III Weg marschierte erst im März 2023 durch den Bezirk, und im vergangenen Jahr waren die Teilnehmer der Marzahn-Pride Ziel rechter Bedrohungen, angetrieben von der Gruppe „Deutsche Jugend Voran“ (DJV).

Übrigens wird die DJV auch heute wieder aktiv sein, mit einer parallel angemeldeten Veranstaltung zum Thema „Gegen Identitätsverwirrung und Genderpropaganda“. Die Polizei hat die Routen der beiden Veranstaltungen strikt voneinander getrennt. Dennoch gibt es Bedenken, dass Personen aus dem rechten Spektrum an dieser Demonstration teilnehmen werden. Ben Schneider, ein SPD-Politiker, äußert seine Bedenken und wird selbst bei der Pride teilnehmen.

Sicherheit und Solidarität

Quarteera hat bereits Sicherheitsvorkehrungen getroffen, um die Teilnehmer nach der Veranstaltung zu begleiten. Die Erinnerungen an einen Vorfall aus dem letzten Jahr, bei dem eine Pride-Flagge gewaltsam entwendet wurde, sitzen noch tief. Im Vorjahr wurden über 1000 extrem rechte und diskriminierende Vorfälle in Marzahn-Hellersdorf dokumentiert, 90% davon als Propaganda klassifiziert. Es ist eine alarmierende Zahl, die auf die Notwendigkeit von Veranstaltungen wie der Marzahn-Pride hinweist.

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Inmitten dieser Herausforderungen ist die Pride ein Ausdruck von Hoffnung und Solidarität, ein Ort, an dem die Stimmen der queeren Community gehört werden. Die bunte Parade, die mit Musik und Freude gefüllt ist, ist nicht nur eine Feier, sondern auch ein Akt des Widerstands gegen Diskriminierung und Gewalt. Trotz der Bedrohungen – und vielleicht gerade deshalb – wird Marzahn-Hellersdorf am Samstag ein Ort der Begegnung, des Austauschs und der Sichtbarkeit sein.

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