Heute ist der 18.06.2026 und wir befinden uns hier in Marzahn-Hellersdorf, einem Bezirk, der wie viele andere in Berlin unter dem Druck eines flächendeckenden Lehrkräftemangels leidet. Wenn man sich die Zahlen anschaut, wird einem schnell klar, dass die Schulen in Berlin zwischen Abgrund und Spitze balancieren – und das auf eine alles andere als beneidenswerte Art und Weise. Über 50 % der Schüler in den achten Klassen unserer Sekundarschulen erreichen nicht einmal die unterste Kompetenzstufe in Deutsch und Mathematik. Das ist nicht einfach nur besorgniserregend, das ist alarmierend! Diese Ergebnisse stammen aus den Vera-Vergleichsarbeiten, die im Frühjahr durchgeführt wurden. Und ja, das ist der Zustand, den der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) ändern möchte, denn er hat versprochen, dass Berlin bis 2031 zu den besten fünf Bundesländern gehören soll. Momentan stehen wir jedoch im unteren Mittelfeld des bundesweiten Vergleichs – ein echter Weckruf!

Bei einer Podiumsdiskussion, die kürzlich stattfand, äußerten die Spitzenkandidaten der Parteien ihre unterschiedlichen Ansichten zur Schulpolitik. Werner Graf von den Grünen will den Schulstress abbauen, Hausaufgaben abschaffen und weniger benoten. Das klingt ja fast nach einem Traum für viele Schüler! Elif Eralp von der Linken steht auf der gleichen Wellenlänge und spricht sich ebenfalls gegen eine Fixierung auf Ziffernoten aus. Da fragt man sich, ob diese Vorschläge wirklich aus der Praxis kommen oder eher aus einer idealistischen Sichtweise. In jedem Fall hat der Bildungsausschuss des Abgeordnetenhauses bereits empfohlen, das Schulgesetz zu ändern und zusätzliche Vergleichsarbeiten einzuführen. Ein Schritt in die richtige Richtung, könnte man meinen.

Der Lehrkräftemangel als zentrales Problem

Das größte Problem, das uns in den Schulen zu schaffen macht, bleibt jedoch der Lehrkräftemangel. Die Zahlen sind nicht gerade beruhigend: Laut Bildungsverwaltung hat sich die Lücke von 1.000 auf 200 Vollzeitäquivalente verringert, aber das basiert auf einer gewissen statistischen Umdeutung. Tatsächlich ist das Lehrkräftedefizit zuletzt wieder auf 600 Stellen gestiegen. Und das kann nicht einfach so hingenommen werden. Der SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach hat sogar eine eigene Hochschule für die Lehrkräftebildung in Berlin ins Spiel gebracht. Das klingt nach einem ambitionierten Plan, der jedoch bereits in der Vergangenheit auf Widerstand gestoßen ist. Derzeit sitzen die Lehramtsstudierenden noch zusammen mit anderen Wissenschaftlern in einem Hörsaal – ein wenig wie das Teilen eines Raumes mit Fremden, die man nicht kennt.

Die Sorgen um die Bildung sind jedoch nicht nur ein lokales Problem – sie spiegeln sich auch im nationalen Bildungsbericht 2024 wider. Dieser sieht das Bildungssystem in Deutschland als stark belastet an, mit einem Mangel an Personal und unzureichender Finanzierung als Hauptprobleme. Über 52.300 Jugendliche verließen 2022 die Schule ohne Abschluss. Ein schockierender Anstieg in einer Zeit, in der wir doch alles dafür tun sollten, dass unsere Kinder eine faire Chance bekommen. Die soziale Ungleichheit im Bildungssystem wird ebenfalls stark hervorgehoben. In Berlin, wo Kinder aus ärmeren Familien nur zu 32 % eine Gymnasialempfehlung erhalten, während es bei privilegierten Familien 78 % sind, wird das ganz besonders deutlich. Diese Diskrepanz ist nicht nur ein Zahlenproblem – sie betrifft das Leben der Kinder, ihre Zukunft.

Reformen, die anstehen

Die Diskussion über die Rolle der Gymnasien führt zu Spannungen zwischen den Parteien. Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU) weist Vorwürfe zurück, dass Gymnasien bevorzugt werden. Aber die Zahlen sprechen für sich. Während die Grünen und die Linke eine Verdopplung der Gemeinschaftsschulen anstreben, gibt es in Berlin derzeit nur 25 Gemeinschaftsschulen unter rund 700 Schulen. Ein klarer Handlungsbedarf, der nicht ignoriert werden kann. Auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) sieht Handlungsbedarf und bezeichnet den Bildungsbericht als Weckruf an die Politiker. Es ist Zeit, dass unsere Politiker aufwachen und die nötigen Schritte unternehmen, um die Bildung in Berlin und darüber hinaus zu verbessern.

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In diesem Sinne bleibt zu hoffen, dass die Reformen nicht nur auf dem Papier bleiben, sondern tatsächlich umgesetzt werden, damit die Schulen in Berlin bald nicht mehr zwischen Abgrund und Spitze balancieren müssen.

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