Kampf um La Casa: Politische Fronten spitzen sich in Berlin-Hellersdorf zu
Aktuell gibt es in Berlin-Hellersdorf eine hitzige Auseinandersetzung, die die Gemüter erhitzt – und das nicht nur im wörtlichen Sinne. Das Projekt La Casa, ein Ort der Begegnung und des kreativen Schaffens, wurde zum Brennpunkt eines Konflikts zwischen verschiedenen politischen Gruppierungen. Eine diverse Gruppe hat das Projekt besetzt, um sich gegen eine als extrem und antisemitisch wahrgenommene Fraktion zu positionieren. Diese Gruppe wird beschuldigt, antisemitische Symbole und Parolen innerhalb des Hauses zu verbreiten. Die Vorwürfe sind schwerwiegend und reichen von Gewaltexzessen bis hin zu einem aggressiven Vorgehen mit Pfefferspray und Teleskopschlagstöcken.
Die besetzende Gruppe weist die Vorwürfe vehement zurück und beschreibt ihre Gegenseite als gewalttätig. Es gibt sogar Bildmaterial, das die Vorfälle dokumentiert und Verletzungen durch Angriffe der Gegenseite zeigt. Sie betonen, dass sie Gewalt so weit wie möglich vermeiden wollten und stets humanistisch handeln wollten. Diese Dynamik wird durch eine zentrale Figur der Gegenseite, die an einer Veranstaltung teilgenommen hat, die den Terrorangriff der Hamas glorifiziert haben soll, weiter angeheizt. Für die besetzende Gruppe gibt es keine Alternative zur Besetzung, da die Entscheidungsstrukturen des Hauses, die einst so klar waren, stark geschwächt wurden.
Ein gewalttätiger Streit im Jugendzentrum
Am Samstagnachmittag eskalierte die Situation im „Alternativen Jugendzentrum Kita“ (AJZ). Dort kam es zu einem gewalttätigen Streit zwischen zwei Gruppen, die sich als „pro-israelisch“ und „pro-palästinensisch“ identifizieren. Die Polizei berichtete von einem chaotischen Szenario, in dem Feuerlöscher, Holzlatten und sogar Baseballschläger zum Einsatz kamen. Inmitten des Tumults wurden 29 Personen vorübergehend festgenommen, und die Ermittlungen wegen des Verdachts auf Landfriedensbruch laufen noch. Unklar bleibt, ob es Verletzte gab – einige Berichte deuten darauf hin, dass sich diese nicht bei der Polizei meldeten.
Die Auseinandersetzung drehte sich um die Nutzung der Räume des Jugendzentrums, die für viele als ein Ort der kreativen Entfaltung und des antifaschistischen Engagements gelten. Doch der Konflikt zeigt die tiefen Gräben auf, die zwischen antisemitismuskritischem Antifaschismus und israelfeindlicher Palästinasolidarität bestehen. Die pro-israelische Gruppe „Reclaim La Casa“ wollte nicht länger tatenlos zusehen, wie die Antisemiten von der „New La Casa“ das Projekt vereinnahmten. Am Samstagmorgen drang eine Gruppe von 15 Personen in das AJZ ein, was die Spannungen zusätzlich anheizte.
Die Rolle von KuDePo und die Zukunft von La Casa
Ein weiterer Aspekt, der die Situation kompliziert macht, ist die Rolle des Vereins KuDePo, der das Hausrecht im La Casa innehat. Dieser Verein könnte eine entscheidende Rolle in der zukünftigen Entwicklung des Projekts spielen. Die Region Marzahn-Hellersdorf hat eine hohe Präsenz extrem rechter Aktivitäten und wurde in der Vergangenheit mehrfach von Rechtsextremen angegriffen. Diese belastenden Umstände haben die antifaschistische Arbeit erheblich erschwert und führen zu einem bereits bestehenden Bruch zwischen den Gruppen, die sich solidarisch mit den Angreifern zeigen, und der antisemitismuskritischen Linken.
Im November 2023 fand im La Casa eine Veranstaltung zum Thema Antisemitismus im Punk und Hardcore statt, die damals als Konsens galt. Die besetzende Gruppe rät anderen Projekten, klare Strukturen zu haben und frühzeitig gegen Antisemitismus vorzugehen, um derartigen Konflikten vorzubeugen. Die aktuellen Entwicklungen zeigen, wie wichtig es ist, in der heutigen Zeit eine klare Kante gegen jede Form von Antisemitismus zu beziehen und sich für eine solidarische und respektvolle Gesellschaft einzusetzen.
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