Am 1. Mai 2026 wird der Treptower Park in Berlin zur Partyzone tabu. Die Berliner Polizei und das Bezirksamt Treptow-Köpenick haben eine Allgemeinverfügung erlassen, die das Feiern im beliebten Erholungsgebiet untersagt. Diese Verfügung wurde am Freitag veröffentlicht und gilt von 6 Uhr am 1. Mai bis 6 Uhr am darauffolgenden Samstag. Der betroffene Bereich erstreckt sich zwischen der Spree, einschließlich der Insel der Jugend, der Bulgarischen Straße, der Straße Am Treptower Park und entlang der S-Bahntrasse. Eine Ausnahme bildet die Puschkinallee, die von dieser Regelung nicht betroffen ist.
Der Grund für das Partyverbot ist der Schutz der Grün- und Erholungsanlage sowie des Gartendenkmals. Die Behörden möchten die Nutzungsmöglichkeit und Erholungsfunktion des Parks für die Zukunft gewährleisten. Kleingruppen sind jedoch weiterhin erlaubt und dürfen sich auf den Grünflächen aufhalten. Die Maßnahme zielt darauf ab, Verunreinigungen und Beschädigungen durch größere Ansammlungen zu vermeiden. Im Vorjahr versammelten sich Tausende im Treptower Park, viele zogen anschließend in den Schlesischen Busch, der von diesen Vorkehrungen ausgeschlossen ist.
Ein Sicherheitsrisiko?
Die Entscheidung, Partys im Treptower Park zu verbieten, könnte auch aus Sicherheitsgründen getroffen worden sein. In Anbetracht der großen Menschenmengen, die typischerweise zu diesem Anlass zusammenkommen, könnte ein erhöhtes Sicherheitsrisiko entstehen. Während der Treptower Park also ruhiger bleibt, steht der Görlitzer Park in Kreuzberg im Mittelpunkt der Proteste und Feiern zum 1. Mai. Hier ist ein großer Protestrave geplant, und die Strecke der „Revolutionären 1. Mai Demo“ führt direkt am Görlitzer Park vorbei. Im Gegensatz zum Treptower Park bleibt der Görlitzer Park aus Sicherheitsgründen geöffnet, was bedeuten könnte, dass Demoteilnehmende auf Raver und Partygäste treffen werden.
Der 1. Mai: Ein Feiertag mit Geschichte
Der 1. Mai ist in Deutschland nicht nur ein langersehnter Feiertag, sondern auch als Tag der Arbeit bekannt. Er hat seinen Ursprung in den USA, wo am 1. Mai 1886 Gewerkschaften zu einem Generalstreik aufriefen. Seit 1890 wird dieser Tag in Deutschland und Europa als Kampftag der Arbeiterbewegung gefeiert, mit dem Ziel, den 8-Stunden-Tag und bessere Arbeitsbedingungen durchzusetzen. Während in den USA der Labor Day am ersten Montag im September gefeiert wird, ist der 1. Mai in Deutschland in allen Bundesländern ein gesetzlicher Feiertag.
Typische Bräuche am 1. Mai umfassen das Aufstellen des Maibaums und den Tanz in den Mai. Der Maibaum, geschmückt und oft von jungen Männern in traditionellen Trachten aufgestellt, ist ein beliebtes Symbol des Feiertags. Auch in Norddeutschland sind Mai-Wanderungen mit Bollerwagen verbreitet, die oft mit Gruppengefühl und geselligem Beisammensein verbunden sind. Der 1. Mai wird zudem in vielen anderen Ländern als Feiertag für Demonstrationen und zur Erinnerung an den Kampf der Arbeiter genutzt, darunter Ägypten, Belgien, Frankreich, Griechenland, Luxemburg, Portugal und Russland.