Wohnungsnotstand in Berlin: Lichtenberg als Beispiel für die drängende Mietkrise
In Lichtenberg, einem der aufstrebenden Stadtteile Berlins, sieht die Wohnsituation momentan alles andere als rosig aus. Die landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften Howoge, Gewobag und WBM haben jüngst einige freie Wohnungen im Angebot, und die Kaltmieten beginnen bereits bei etwa 340 Euro. Doch ist das wirklich eine Lösung für das drängende Problem, das die Hauptstadt plagt? Schließlich fehlen hier Schätzungen zufolge zwischen 56.000 und 58.000 Wohnungen – das ist eine Menge Holz!
Die Gewobag hat in der Rhinstraße 143, gleich gegenüber von IKEA, eine Wohnanlage mit 317 Wohnungen errichtet. Hier gibt es alles von kleinen Einzimmerwohnungen bis hin zu größeren Familienwohnungen. Wer ein kleines, feines Nest sucht, könnte in der Rhinstraße 149 fündig werden. Eine 1-Zimmer-Wohnung mit 41,9 Quadratmetern kostet dort 355,56 Euro kalt. Ein WBS 220 ist erforderlich, und Achtung: Der Zugang ist nicht barrierefrei. An der Rhinstraße 143 E gibt es eine 1-Zimmer-Wohnung mit 46,4 Quadratmetern, die sogar ohne WBS zu haben ist. Allerdings schlägt die mit 799,93 Euro warm zu Buche – nicht ganz günstig, wenn man bedenkt, dass es in der Umgebung auch noch andere Angebote gibt. Eine renovierungsbedürftige Wohnung in der Großen-Leege-Straße 68 A kostet beispielsweise 381,74 Euro kalt und ist mit 36,53 Quadratmetern auch eine Überlegung wert, aber auch hier ist ein WBS 220 notwendig.
Die Situation bei Howoge und WBM
Auch Howoge hat einige Schnäppchen im Angebot, etwa in der Egon-Erwin-Kisch-Straße 55 in Neu-Hohenschönhausen. Eine 1-Zimmer-Wohnung mit 36,3 Quadratmetern ist für 340 Euro kalt zu haben – dafür braucht man jedoch einen WBS ab 160. Für größere Familien gibt es in der Schulze-Boysen-Straße 11 eine Drei-Zimmer-Wohnung mit 64,07 Quadratmetern für 447,52 Euro kalt. Das klingt fast zu schön, um wahr zu sein, oder?
Und dann gibt es noch WBM, die Mitte Oktober die ersten Mieter in ihrem Neubauprojekt Konrad-Wolf-Straße 41–44 begrüßt haben. Hier entstehen insgesamt 441 Wohnungen, von denen 280 öffentlich gefördert sind. Die Einstiegsmieten beginnen bei läppischen 7 Euro pro Quadratmeter, was für Berlin wirklich ein Schnäppchen ist. Aber auch hier ist der WBS 100 oder 140 erforderlich. Die Neubaumaßnahmen laufen allerdings schleppend – und das ist ein Problem, das nicht nur Berlin, sondern ganz Deutschland betrifft.
Ein Blick in die Zukunft
Laut einer Untersuchung des Pestel-Instituts ist der Wohnungsbau in Berlin alles andere als auf Hochtouren. Im ersten Halbjahr 2025 wurden nur 6.560 Baugenehmigungen erteilt, während jährlich rund 16.440 neue Wohnungen notwendig wären, um die Nachfrage zu decken. Das klingt zwar nach einem ambitionierten Plan, doch wie es aussieht, wird das schwer erreichbar sein. BDB-Präsidentin Katharina Metzger hat sogar die Bundesregierung kritisiert, weil die Maßnahmen bislang keine kurzfristige Wirkung zeigen.
Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung hat in ihrem Wohnraumbedarfsbericht 2025 festgestellt, dass das aktuelle Angebot nicht ausreicht, um die Bedürfnisse von Haushalten mit niedrigem Einkommen zu befriedigen. Hier sind dringend Neubauten gefragt, und zwar nicht nur in den beliebten Vierteln, sondern überall in Berlin. Und während die Stadt sich um Lösungen bemüht, stehen immer noch über 11.760 Wohnungen ein Jahr oder länger leer. Ein Dilemma, das irgendwie nicht enden will.
Man kann nur hoffen, dass die Verantwortlichen endlich die richtigen Schritte einleiten, um diesen Wohnungsnotstand zu bekämpfen. Denn während die Stadt lebendig und dynamisch bleibt, ist das Wohnen für viele Berline*innen ein echter Kampf. Und wie es aussieht, wird das noch eine Weile so bleiben.
