Im Tierheim Berlin gibt es derzeit eine besorgniserregende Situation, die alle Vogelfreunde aufhorchen lassen sollte. Bei einer vier Monate alten Taube wurde eine Infektion mit dem Erreger der Newcastle-Krankheit festgestellt. Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) bestätigte den Befund am 25. Oktober 2026 – ein echtes Schreckgespenst für die Vogelwelt. Zuvor war das Landeslabor Berlin-Brandenburg (LLBB) bereits am 22. Oktober aktiv geworden und hatte einen positiven Befund übermittelt. Die betroffene Taube, die aus eigener Aufzucht stammte und mit anderen Tauben zusammengehalten wurde, wies neurologische Auffälligkeiten auf und wurde am 16. Oktober euthanasiert.

Die Veterinär- und Lebensmittelaufsicht Lichtenberg hat umgehend reagiert und Untersuchungen für alle empfänglichen Tiere eingeleitet, die direkten oder indirekten Kontakt zu der infizierten Taube hatten. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen werden für Mitte der kommenden Woche erwartet. Ein bisschen wie in einem Krimi – man fragt sich, wie die Geschichte weitergeht. Um mögliche Übertragungswege einzuschränken und eine Weiterverbreitung zu verhindern, hat das Tierheim seine Biosicherheitsmaßnahmen deutlich verstärkt. Momentan nehmen sie keine Vögel auf und geben auch keine ab. Ein kluger Schritt, denn in solch einer Lage ist Vorsicht besser als Nachsicht.

Schutzmaßnahmen und Vorkehrungen

Die Situation ist nicht neu für das Tierheim. Bereits am 11. September 2025 verstarb eine Taube aus dem Tierheim, und das Nationale Referenzlabor bestätigte bald darauf eine Infektion mit der Newcastle-Krankheit. Damals wurden sofortige Schutzmaßnahmen ergriffen, um das Virus nicht weiter zu verbreiten. Der Vogelbestand war seitdem amtlich gesperrt. Vögel mit Krankheitsanzeichen werden abgesondert und beobachtet. Eine strenge Aufsicht ist unerlässlich, besonders durch die Mitarbeitenden, die unter Schutzkleidung die Vögel versorgen.

Die Newcastle-Krankheit ist eine hoch ansteckende Viruserkrankung, die bei Geflügel oft tödlich verläuft. Für Hühner und Puten gilt in Deutschland eine Impfpflicht, was nicht nur für große Bestände, sondern auch für Hobbyhalter von Bedeutung ist. Immerhin kann das Virus über direkten Kontakt zwischen Tieren, aber auch über indirekte Wege wie Schuhe oder Kleidung übertragen werden. Ein Gedanke, der einem beim nächsten Besuch im Tierheim vielleicht nicht ganz behagen wird. Auch Wildvögel, Ratten und andere Tiere können Überträger sein.

Die Bedrohung im Kontext

Die Newcastle-Krankheit ist kein Einzelphänomen. Seit Februar 2026 gibt es in Deutschland wieder vermehrt Ausbrüche in kommerziellen Geflügelhaltungen und Kleinsthaltungen. Vor allem Brandenburg und Bayern sind betroffen. Das FLI warnt in Verbindung mit der weiterhin aktiven aviären Influenza vor einer erhöhten Gefährdung für Geflügel und andere Vogelarten. Wer hätte gedacht, dass es bei den gefiederten Freunden so dramatisch zugehen kann? Die Fallzahlen sind alarmierend, und die Maßnahmen zur Eindämmung müssen strenger denn je sein.

Der Umgang mit der Newcastle-Krankheit verlangt von den Haltern nicht nur Aufmerksamkeit, sondern auch ein durchdachtes Biosicherheitskonzept. Reinigung und Desinfektion der Stallungen, das Tragen von Schutzkleidung und die Kontrolle von Personenkontakten sind essenzielle Schritte. Und das gilt nicht nur für große Betriebe, sondern auch für kleine Tierhaltungen. Je mehr man über diese Krankheit lernt, desto klarer wird: Hier ist gemeinsames Handeln gefragt, um die Tierbestände zu schützen. Ein bisschen wie im richtigen Leben, wo man oft nur gemeinsam stark ist.